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Krefeld: Erster Weihnachtsmarkt im Fischelner Freibad

Stimmungsvolle Atmosphäre in Fischeln : So ist die Weihnachtsmarkt-Premiere im Freibad

Viel Lob bekamen die Fischelner Organisatoren für die stimmungsvolle Atmosphäre des Weihnachtsmarktes. Am Montag wird im Freibad der Nikolaus erwartet. Die Stände bleiben allerdings geschlossen.

Die Idee, auf dem idyllischen Gelände des Sommerbades Neptun in Fischeln am zweiten Adventwochenende einen winterlichen Markt abzuhalten, sei an einem 30 Grad heißen Sommertag geboren worden, erinnert sich Sven Gentkow und blickt ein wenig skeptisch in den munter plätschernden Dauerregen an diesem Samstag vor dem zweiten Advent. Die große Liegewiese zwischen See und Neptuns Beach haben Gastronom Gentkow und der Geschäftsführer des 830 Mitglieder zählenden Schwimmvereins SV Neptun 1898, Thomas Nohr, in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Eine langgestreckte Gasse mit 22 Verkaufspavillons führt zu dem Gastronomiebereich, in dem Glühwein, Cocktails, nichtalkoholische Getränke und selbstgemachte Liköre wie Amaretto-Apfel-Likör oder Selbstgebranntes das Angebot an Speisen wie Reibekuchen, Crepes, Zwiebelfleisch und Champignons aus der Pfanne abrunden.

 Selbstgebackene Plätzchen hat Susanne Doster verkauft.
Selbstgebackene Plätzchen hat Susanne Doster verkauft. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

An diesem Smastag regnet es in Strömen, was die Menschen aber nicht von einem Besuch des Neptunbades abhält. Wegen der scharfen 2G-Kontrollen am Eingang bildet sich eine lange Menschenschlange. Dennoch haben die Kontrolleure keine Schwierigkeiten bei der Abfertigung. „Die Gäste verstehen den Grund und loben beinahe einhellig die Genauigkeit, mit der wir kontrollieren“, bemerkte einer. Auf dem Freiluftgelände kann man sich dann ungehindert bewegen.

 An der Gitarre sorgte Tobias Janssen für stimmungsvolle Klänge.
An der Gitarre sorgte Tobias Janssen für stimmungsvolle Klänge. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
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Das Sortiment weihnachtlicher Artikel ist breit gefächert. Auffallend viele Stände bieten Selbstgefertigtes an, das ein hohes handwerkliches Niveau aufweist. So der Stand von zwei Frauen, die unter J. A.  firmieren. Kreativ und sorgfältig basteln sie nach Feierabend alle möglichen Dekorgegenstände, Einladungen oder Schmuck, so dass daraus schließlich eine Nebentätigkeit zusätzlich zum Hauptberuf wurde. „Wir wollen Spaß dabei haben, daher arbeiten wir ohne Plan und tun das, was uns gerade einfällt“, erklärt eine von ihnen.

Witzig ist auch der Stand „JuSt-Handgemacht“, an dem Julia Dinstühler und Stefani Schmidt Artikel anbieten, auf denen urige Ausdrücke in Krieewelsch Platt aufgedruckt sind. Wer weiß heute noch, was sich hinter „Schuddelplack“, „Klötschnaab“ oder „Föppkes“ verbirgt? „Wir finden es schade, dass das so ausdrucksvolle Platt ausstirbt. Deshalb haben wir uns diese Erinnerung ausgedacht“, sagen die kreativen Krefelderinnen. Allerdings müssen sie zugeben, auch kein Platt mehr zu können. Die Oma beherrsche den Dialekt aber noch. Ein anderer fällt durch seine „Finca-Kerzen“ auf, voluminöse Betonhalbkugeln, aus deren farbiger Wachsmasse ein dicker Docht ragt. Es sind stimmungsvolle Beleuchtungskörper für die Terrasse.

„Familiär“, „stimmungsvoll“, „schöne Atmosphäre“ sind trotz des Regens die einhelligen Urteile der Besucher, die die Veranstalter bestärken, den Markt im kommenden Jahre zu wiederholen.  Doch noch ist er nicht zuende. Denn Montag haben die Organisatoren ganz für die Familien mit Kindern reserviert. Die Verkaufsstände bleiben geschlossen, nur die Gastronomie öffnet. Gegen 16 Uhr wird passend zum Datum der Nikolaus über den Neptun-See gerudert. Waren die Kinder artig, beschenkt er sie mit einer Tüte voller Überraschungen.