1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Erste Kooperation zwischen Kunstverein und Schule

Kooperation mit Ricarda-Huch-Gymnasium : Erstmals Unterricht im Kunstverein

Als erste Schule Krefelds kooperiert das Ricarda-Huch-Gymnasium mit dem Kunstverein. Dreimal pro Schuljahr soll künftig eine Doppelstunde Kunst im Buschhüterhaus am Westwall stattfinden.

Der Q1-Grundkurs des Ricarda-Huch-Gymnasiums freut sich. Die Doppelstunde Kunst findet heute beim Krefelder Kunstverein statt. Mit der Nase direkt vor der Kunst statt vor der grauen Tafel. „Das ist besser als Unterricht, das sieht man sonst alles nur in Büchern“, sagt Schülerin Pawinee (16). Und Mila (17) ergänzt: „Vor allem sind die Künstler hier noch am Leben.“ Die Teilnehmer des Kurses sind bereits zum vierten Mal hier, und das hat einen Grund: Das Gymnasium hat mit dem Kunstverein eine Bildungspartnerschaft für die kommenden drei Jahre geschlossen.

Regelmäßig werden die Schüler der Kunstkurse nun die Räume des Vereins besuchen und mit Künstlern über ihre Werke und ihr Leben sprechen. Drei Mal pro Schuljahr, wenn alles klappt. Geplant ist auch, dass die Schüler danach selbst künstlerisch tätig werden. Heute gestalten sie ein Daumenkino.

„Wir wollen junge Menschen praktisch an Kunst und Kultur heranführen und ihnen auch die Motivation und das Leben der Künstler näherbringen“, sagt Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Kunstvereins. „Vielleicht hilft das, die Scheu abzubauen, ein Museum zu besuchen.“ Es ist das erste Projekt dieser Art mit einer Schule in Krefeld.

Die Idee zur Kooperation hatte Veronika Josch-Blocklinger, Lehrerin am Ricarda-Huch-Gymnasium. „Wir wollen das Kunstprofil der Schüler stärken, ihre Neugierde wecken.“ Dafür, so die Pädagogin, sei der Kunstverein perfekt. „Hier gibt es nicht nur Klassiker, sondern auch zeitgenössische Kunst. Und die Künstler sind direkt vor Ort.“ In Zukunft sollen auch Besuche in den Ateliers der Künstler auf dem Programm stehen.

Schulleiter Philipp Brüx will damit den künstlerischen Schwerpunkt des Gymnasiums (neben Naturwissenschaften und Englisch) weiter ausbauen. „Wir hoffen, dass es bald wieder einen Kunst-Leistungskurs bei uns geben wird“, sagt er.

Noch vor einigen Jahren gab es dieses Angebot. Doch mittlerweile scheitere der Kunst-LK daran, dass die erforderliche Anmeldezahl von 15 Schülern nicht erreicht werde. „Dagegen wollen wir jetzt etwas tun und unseren Schülern die Kunst zugänglicher machen“, sagt Brüx.

Zumindest im vergangenen Jahr hat das funktioniert. Der Kurs hat die Ausstellung „Slightly Passing Through“ von Alex Woyde und Felix Reinecker besucht und sprach mit dem Krefelder Künstler Veit Johannes Stratmann über Kunst im 21. Jahrhundert. „Das hat echt Spaß gemacht, und die Einblicke waren toll“, sagt die 17-jährige Mila.

Der Kunstverein kann sich vorstellen, auch andere Schulen in das Projekt miteinzubinden – wenn es denn Interesse gibt. „Wir haben öfter Klassen hier, etwa von der Maria-Montessori-Schule und dem Gymnasium Horkesgath“, sagt Meyer-Michael.

Die Kapazitäten seien natürlich begrenzt, man sei aber gerne bereit, mit allen Schulen zu sprechen. In drei Jahren wollen Ricarda-Huch und Kunstverein die Kooperation evaluieren. „Wir hoffen aber, dass das Projekt auch danach weitergeführt werden kann“, sagt Brüx.