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Krefeld: Empfang für Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken und Jonathan Rommelmann

Empfang im Rathaus für Krefelder Olympiateilnehmer : Krefeld feiert historische Goldmedaille

Oberbürgermeister Frank Meyer hat im Rathaus Krefelds Olympiateilnehmer von Tokio empfangen - darunter auch Goldmedaillengewinnerin Aline Rotter-Focken, die am Montag für die NRW-Sportlerwahl des Jahres nominiert wurde.

Der Empfang im Rathaus für Krefelds Olympiateilnehmer am Montagnachmittag hatte in diesem Jahr eine historische  Dimension: Die Ringerin Aline Rotter-Focken ist die erste deutsche Olympiasiegerin im Frauen-Ringen; ihr Sieg hatte weltweit Schlagzeilen gemacht, auch deshalb, weil er die Krönung ihrer Karriere war. Sie holt im letzten Kampf ihrer Laufbahn Gold. Am Vormittag noch war die Sportlerin in Düsseldorf als eine der fünf Kandidatinnen für den Felix-Award nominiert worden. Am Nachmittag folgte dann der Empfang im historischen Ratssaal des Krefelder Rathauses, wo Oberbürgermeister Frank Meyer sie, Ruderer Jonathan Rommelmann und dessen Trainerin Sabine Tschäge in einer Feierstunde empfing und die Gedenktafel vorstellte, auf der alle Krefelder Teilnehmer verzeichnet sind.

Mit der neuen Tafel setzt die Stadt eine Tradition fort, die mit den Spielen 2012 in London begonnen hat: Seitdem ist alle vier Jahre eine Tafel mit Krefelder Sportlern hinzugekommen, die an Olympischen Spielen teilgenommen haben. Bislang lagen diese auf dem Rathausvorplatz. Die neue Tafel wird wie alle anderen an einer Wand innerhalb des Rathauses angebracht. Die bereits montierten Tafeln waren im Zuge der Sanierung des Rathausesplatzes abmontiert worden.

 Jonathan Rommelmann holte Olympia-Silber im Rudern.
Jonathan Rommelmann holte Olympia-Silber im Rudern. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
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Oberbürgermeister Meyer warb in seinem Grußwort für eine neue Sichtweise auf die Spiele von Tokio, eine Perspektive, die die beinharte Kritik an der schlechten Medaillenbilanz der deutschen Olympiateilnehmer hinter sich lässt. Die Frankfurter Rundschau hatte seinerzeit von einem „historischen Debakel“ gesprochen, das Sportportal  sportbuzzer von der „schlechtesten deutschen Olympia-Bilanz seit der Wiedervereinigung“. Meyer betonte, es sei nicht fair, diese Spiele, die unter Corona-Bingungen und damit unter erheblich erschwerten Bedingungen für die Sportler stattgefunden hätten, einfach per Medaillenspiegel mit früheren Spielen zu vergleichen. Zum anderen warb er für „Demut“ und Dankbarkeit dafür, dass die Sportler der Welt inmitten der Pandemie ein Völkerfest hätten feiern können; Tokio sei auch ein besonderes Signal der Hoffnung, ein „Symbol für die Überwindung dieser Pandemie“ gewesen.

Der Sieg von Aline Rotter-Focken sei der „absolute Höhepunkt“ der Spiele gewesen, betonte der Oberbürgermeister weiter, die Anteilnahme in Krefeld sei „enorm“ und „das Stadthema“ überhaupt gewesen. Meyer regte unter Applaus an, die Turnhalle des KSV Germania, die bisher einfach nur die Halle an der Steinstraße sei, in Aline-Rotter-Focken-Halle umzubenennen.  Rotter-Focken hatte dort ihre Karriere begonnen. Ein sympathischer Nebenaspekt: Auch als erfolgreiche Sportlerin trainierte sie an der Steinstraße Kinder und Jugendliche und leistete damit  wertvolle Integrations- und Erziehungsarbeit in einem teils schwierigen Viertel.

 Oberbürgermeister Frank Meyer ehrte v.l. Ruder-Bundestrainerin Sabine Tschäge, Silbermedaillengewinner Jonathan Rommelmann und Goldmedaillengewinnerin Aline Rotter-Focken.
Oberbürgermeister Frank Meyer ehrte v.l. Ruder-Bundestrainerin Sabine Tschäge, Silbermedaillengewinner Jonathan Rommelmann und Goldmedaillengewinnerin Aline Rotter-Focken. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Der Olympiasieg war perfekt terminiert. Rotter-Focken bezwang nach Siegen über Wassilissa Marsaljuk aus Weißrussland, die Chinesin Zhou Qian und die Japanerin Hiroe Minagawa im Finale die mehrfache Weltmeisterin Adeline Gray aus den USA deutlich mit 7:3. Damit kürte sie sich selbst zur ersten deutschen Olympiasiegerin im Frauen-Ringen - und das ausgerechnet im letzten Kampf ihrer Sportlerkarriere: Nach den Spielen hatte die 30-Jährige ihren Rücktritt aus dem aktiven Ringer-Sport erklärt. Der Titel als Sportler des Jahres von Nordrhein-Westfalen könnte ein Sahnetröpfchen sein.

Der Felix-Award ist die Wahl zum NRW-Sportler des Jahres - einen Titel, den Aline Rotter-Focken bereits im Jahr 2015 gewonnen hatte. Diesmal zählt die von den rund 4000 von der Deutschen Sporthilfe geförderten Athleten als „Die Beste 2021“ ausgezeichnete Hülserin sicherlich als Favoritin - obschon die weitere Kandidatinnen Isabell Werth (Dressurreiterin), Mieke Kröger (Radsportlerin), Julia Krajewski (Vielseitigkeitsreiterin) und Anna-Maria Wagner (Judoka), die allesamt Medaillen bei den Spielen in Tokio gewonnen haben.

 Das Ziel aller Sportler: eine olympische Goldmedaille gewinnen.
Das Ziel aller Sportler: eine olympische Goldmedaille gewinnen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Diese Auszeichnung wäre dann auch ein gutes Omen für die Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres 2021, die im Dezember gekürt und unter anderem von einer Fachjury aus zahlreichen deutschen Sportjournalisten gewählt werden. Sollte sie dort vorne liegen, wäre sie die zweite Krefelderin, die sich Deutschlands Sportlerin des Jahres nennen darf. Die erste war die frühere Schwimmerin Wiltrud Urselmann, einst Weltrekordhalterin über die 200-Meter-Brustdistanz, die 1957 gekürt wurde.

Neben Aline Rotter-Focken waren auch zwei weitere Medaillengewinner eingeladen: die beiden Ruderer vom Crefelder Ruderclub Laurits Follert und Jonathan Rommelmann, die in Tokio beide Silber gewonnen hatten. Follert, der den Termin im Rathaus am Montag aber micht wahnehmen konnte, weil er in Kienbaum seine Ausbildung zum Bundespolizist fortsetzt, fuhr mit dem Deutschland-Achter, Rommelmann an der Seite des Mainzers Jason Osbourne im Leichtgewichts-Zweier zu Silber. Beide sind im Mannschaftswettbewerb ebenfalls für den Felix-Award nominiert und treten gegen Max Hoff/Jacob Schoff (Kajak-Zweiter), Timo Boll/Dimitrij Ovtcharov/Patrick Franziska (Tischtennis) sowie das deutsche Judo-Mixed-Team an. Die dritte Silbermedaillengewinnerin, die in Krefeld geboren ist, fehlte beim Empfang: Sabine Schut-Kery, die mit dem Dressurteam der USA Olympiazweite wurde, lebt allerdings auch in ihrer Wahlheimat Amerika.