Krefeld: Eine Million Euro für Stadtwald-Spielplatz

Förderung durch das Land NRW : Eine Million Euro für Stadtwald-Spielplatz

Die geplante Anlage für Kinder und Jugendliche soll Mitte 2020 fertig sein. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) wird auf dem weitläufigen Gelände eingesetzt, um mögliche Schäden durch Vandalismus zu verhindern.

Krefelds Stadtverwaltung will knapp eine Million Euro in die Erneuerung des Spielplatzes im Stadtwald investieren. „Der Spielplatz wird von Kindern und Familien aus dem gesamten Stadtgebiet besucht und hat damit für Krefeld eine übergeordnete Bedeutung“, so Beigeordneter Thomas Visser. Obwohl der erste Spatenstich noch auf sich warten lässt, schwelgt Dezernenten-Kollege Markus Schön bereits heute in Superlativen: „Es wird einer der schönsten Spielplätze in Nordrhein-Westfalen sein. Ja vielleicht sogar der schönste in Deutschland.“ Die Eröffnung ist für Mitte 2020 vorgesehen. Zuvor müssen die Pläne aber noch von der Politik gebilligt werden. Exakt 920.000 Euro soll der Umbau des Spielplatzes kosten. „470.000 Euro trägt die Stadt, 450.000 Euro fördert das Land NRW“, erklärt Schön und ergänzt mit Blick auf den städtischen Haushalt: „Wir bewegen uns als Kommune damit unter dem für uns kalkulierten Kostenrahmen.“

Die Erneuerung des Kinderspielplatzes im Stadtwald wurde am 7. März 2018 im Jugendhilfeausschuss sowie am 24. April 2018 in der Bezirksvertretung Ost vorgestellt und die planerische Weiterentwicklung in beiden Gremien beschlossen. „Die Geräte sind in die Jahre gekommen, es muss hier etwas getan werden, da sind wir in der Verantwortung“, so Visser, der gleichzeitig daran erinnerte, dass der Stadtwald auf eine Spende des Krefelder Industriellen Wilhelm Deuß zurückgeht. Im Rahmen eines ganztägigen Beteiligungsverfahrens am Weltkindertag 2017 wurden die Wünsche und Ideen von mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen ermittelt, die Grundlage für einen ersten Vorentwurf waren.

Eines der zentralen und individuell für den neuen Spielplatz geplanten Spielelemente ist das große, aus etwa 100 Baumstämmen bestehende Klettermikado mit integriertem Rutschenturm. Die Schaukelmeile, die bis zu zehn Kindern gleichzeitig das Schaukeln ermöglicht, enthält verschiedene Typen wie Mutter-Kind- und Partner- / Doppelschaukel. „Nestschaukeln eignen sich auch für Kinder mit besonderen Bedarfen. Im Kleinkinderbereich wird ein Riesenfindling zum Rutschen eingebaut. Der Stein ist vielfältig nutzbar“, Birgit Luttkus, Leiterin des Kinder- und Familienbüros. „An der Wassermatschanlage, die mit Grundwasser betrieben wird, können die Kinder kooperativ Wasserläufe oder Stauanlagen anlegen und werden so zu gemeinsamem kreativem Spiel angeregt.“

Bei der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Beteiligungsverfahren wurde von Vertretern des städtischen Jugendbeirates kritisiert, dass Wünsche und Interessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum Berücksichtigung im ersten Planungsentwurf fanden. Für diese entstehen nun abseits des Spielplatzes zwei Bereiche für Spiel, Sport und Aufenthalt. Um Ballspiele zu ermöglichen, sollen Hülsen in den Boden eingelassen werden, die zum Aufspannen von Netzen für Volleyball, Federball oder Indiaca genutzt werden können. Zudem ist ein von mehreren Seiten bespielbarer „Balltrichter“ vorgesehen. In einem weiteren Bereich ist vorgesehen, mehrere große Stangen in unterschiedlichen Abständen aufzustellen, die zum Aufspannen von Slacklines oder Hängematten genutzt werden können. Am Uferbereich des Weihers sollen Holzstege und Sitzmöglichkeiten sowie einer Beleuchtung installiert werden.

„Der Stadtwald ist aufgrund seiner Größe von besonderer Bedeutung für die Zusammenführung von vielen Kindern und Jugendlichen aus allen Stadtteilen und unterschiedlicher sozialer und kultureller Prägung und Herkunft“, betont Jugendamtsleiterin Jutta Pogacs. Bereits jetzt wird der Stadtwald insbesondere an Wochenenden von Familien verschiedener Kulturkreise sehr intensiv genutzt. Eine direkte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen stellt die Betreuung des geplanten Spielgerätecontainers mit den vielfältigen Spielelementen (Badmintonschläger, Bälle, Stelzen und mehr) dar. Schön: „Hier erlernen sie Verantwortung und Disziplin sowie Gemeinsinn.“

Auch über möglichen Vandalismus auf der geplanten Millionen-Anlage hat sich die Stadtverwaltung Gedanken gemacht: „Wir dürfen hier nicht bereits im Vorfeld kapitulieren, das haben die Kinder und Jugendlichen nicht verdient“, meint Schön. Nach Aussage des Dezernenten wird der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) auf dem weitläufigen Gelände eingesetzt, Spielplatzpaten sollen vor Ort unterstützend und beratend zur Seite stehen.

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