Im Stadtpark Fischeln Eiche als Zeichen der Solidarität gepflanzt – Meyer kündigt Besuch in der Ukraine an

Krefeld · Grundsätzlich steht der Baum für Freiheitsliebe, Stolz, Kraft und Stärke. Für die Ukraine sind diese Elemente in der gegenwärtigen Situation bedeutsamer als jemals zuvor, betonte der Oberbürgermeister.

 Oberbürgermeister Frank Meyer hob die Bedeutung der Fischelner Baumpflanzaktion für den Frieden in der Welt allgemein und in der Ukraine im Besonderen hervor.

Oberbürgermeister Frank Meyer hob die Bedeutung der Fischelner Baumpflanzaktion für den Frieden in der Welt allgemein und in der Ukraine im Besonderen hervor.

Foto: Alexander Forstreuter

Im Zuge der deutsch-ukrainischen Städtepartnerschaft zwischen Krefeld und Stadt Kropyvnytskyi ist am Samstag eine Eiche im Fischelner Stadtpark bei den Partnerschaftsbäumen gepflanzt worden. Dies ist ein „Zeichen der Solidarität“, betonte Bernd Scheelen, Vorsitzender des Fördervereins Stadtpark Fischeln, es sei wichtig, dass die Ukraine nicht aus dem Blick gerate angesichts des Kriegs in Nahost. Schirmherrin Anka Feldhusen, bis Juli dieses Jahres deutsche Botschafterin in Kiew, war extra aus Berlin angereist. Sie habe diese Schirmherrschaft gerne übernommen, auch wenn Kropyvnytskyi eine der wenigen Städte in der Ukraine sei, die sie nicht kenne. Ein vor einigen Jahren geplanter Besuch sei der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Heute im Auswärtigen Amt zuständig für weltweite Stabilisierung, äußerte sie sich glücklich, wie geeint die EU, die Nato und die G7, „und ganz besonders die deutsche Bevölkerung“ hinter der Ukraine stünden. Das gelte auch für die vielfältigen Hilfen, den bevorstehenden Winter wie den vor einem Jahr überstehen zu können.

Oberbürgermeister Frank Meyer dankte für diese Initiative und wünschte viele Nachahmer. Er wertete die Baumpflanzung „als bürgerschaftliches Zeichen, dass es uns nicht egal ist, wie unsere Beziehung zur Ukraine im Allgemeinen und zu Kropyvnytksyi im Speziellen ist“. Solche Engagements brauche es noch viel mehr. „Bäume eignen sich ganz besonders gut als Zeichen der Solidarität“, sagte er. Und: Diese Pflanzung sei „ein ganz wichtiges Zeichen auch an die Ukrainerinnen und Ukrainer, die hier in Krefeld leben.“ Es sei zu spüren, „wie tief die Beziehung bereits geworden ist“. Meyer nannte als weiteres Beispiel das Quilt-Nähfestival, „ein tolles Event“, das er zuvor eröffnet hatte. Die trilaterale Partnerschaft mit Kropyvnytskyi, die im Herbst 2023 gemeinsam mit Venlo zunächst auf Basis eines Kooperationsvertrags eingegangen wurde, sei etwas ganz besonderes. Die Städtepartnerschaft mit Venlo wurde 1964 gegründet, also vor fast 60 Jahren. Wichtig sei ihm, betonte Meyer, eine „wertegetragene Brücke von einer Stadt im Westen zu einer Stadt im Osten“ zu bauen, auch als Signal für die europäische Integration der Ukraine, um deren „Freiheit und Selbstbestimmung“ es derzeit gehe. Kropyvnytskyi biete im Übrigen eine Menge, viel Knowhow zum Beispiel im Online-Schooling und in Pädagogik, wovon Krefeld profitieren könne. „Diese Perspektive ist mir ganz wichtig“, sagte Meyer, der eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ anstrebt. Der Oberbürgermeister kündigte an, für das nächste Jahr einen Besuch in Kropyvnytskyi zu planen.

Nach Angaben von Anke Feldhusen ist die Zahl der Partnerschaften zwischen deutschen und ukrainischen Städten seit Beginn des Angriffskriegs Russlands von 60 auf mehr als 150 gestiegen. Allein in Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl von 6 auf 36 erhöht, teilte die ukrainische Generalkonsulin in Düsseldorf, Iryna Shum, mit. Sie dankte für die Initiative der Baumpflanzung, die in Nordrhein-Westfalen „wirklich bemerkenswert ist“, und wertete sie ebenfalls als „Zeichen der Solidarität“. Die nächsten Schritte müssten sein, mehr über Kropyvnytskyi zu erfahren und in friedlichen Zeiten auch dort hinzufahren. Die Ukraine habe diesen Krieg nicht gewollt, „wir kämpfen nur für unsere Freiheit“. Die Generalkonsulin hat bei der Auswahl, die Partnerschaft mit der rund 300 Kilometer südlich von Kiew liegende Stadt mit ähnlich hoher Einwohnerzahl empfohlen und ist laut Scheelen inzwischen „Dauergast in Krefeld“.

Die gepflanzte Zerr-Eiche zeichnet sich durch besondere Robustheit aus. Der Baum wurde von der Baumschule Jörg Vennekel aus Hüls gespendet, bei der Pflanzung vertreten durch Mitarbeiterin Theresa Topoll, die auf die dunkelgrüne Blattfärbung im Sommer und die Braunfärbung der Blätter im Herbst hinwies. Die Pflanzung selbst erfolgte durch den Fischelner Gartenbauer und Blumenhändler Stefan Peeters mit seinem Mitarbeiter Bernd Geraets. Yu Wang vom Fachbereich 39 der Stadt Krefeld, der der Pflanzung ebenfalls beiwohnte, war an der Auswahl der Eichenart maßgeblich beteiligt.

Der Förderverein Stadtpark Fischeln hat vor elf Jahren im November 2012 für die acht Städtepartnerschaften Krefelds im Stadtpark auf einem Dreiecksgelände am Mühlenfeld landestypische Bäume gepflanzt, gruppiert nach Himmelsrichtung und mit maßstabsgerechter Entfernung um die Eiche für Krefeld in der Mitte. Die Zerr-Eiche für Kropyvnytskyi steht als Neuzugang davon östlich und symbolisch 1865 Kilometer entfernt.

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