Krefeld: Ehemaliger Polizeipräsident Dieter Friedrich ist gestorben.

Todesfall : Krefelder Polizei trauert um Dieter Friedrich

Der ehemalige Polizeipräsident ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

(RP) Der frühere Krefelder Polizeipräsident Dieter Friedrich ist nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren gestorben. Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder. Friedrich leitete 14 Jahre lang (vom 2. Mai 1994 bis zum 31. Mai 2008) die Polizeibehörde am Nordwall. Zuvor war der Jurist bei den Bezirksregierungen in Münster und Arnsberg tätig. Vor seinem Wechsel nach Krefeld war er neun Jahre lang beim Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) in Düsseldorf tätig, davon sechs Jahre als ständiger Vertreter der Behördenleitung.

In Lage geboren, sprach Friedrich gerne und mit einem Schmunzeln über seine lippische Herkunft und die damit verbundenen Tugenden der Bescheidenheit und der Sparsamkeit. Der Wahl-Hildener war ganz und gar im Rheinland „angekommen“ und fasste auch in Krefeld schnell Fuß. So hat er sich nicht nur in vielen Gremien eingebracht, sondern war stets ein gern gesehener Gast bei gesellschaftlichen und kommunalen Veranstaltungen. Sogar dem rheinischen Karneval konnte er positive Seiten abgewinnen und wurde mit der Ehre des Doctor humoris causa ausgezeichnet.

Ende der Neunziger Jahre war die Anzahl der verunglückten Kinder in Krefeld mit 169 eine der höchsten im Land NRW. Die Reduzierung der Unfälle und der Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer, waren dem Vater von zwei Kindern eine Herzensangelegenheit. Deshalb entschloss er sich, das Thema konsequent und nachhaltig anzugehen. Gemeinsam mit der Stadt und der Verkehrswacht gründete die Krefelder Polizei die Initiative „Krefelder FAIRkehr“. Diese Initiative besteht bis heute fort. Mit Erfolg: Seit ihrem Beginn hat sich die Zahl der verunglückten Kinder im Straßenverkehr bis heute mehr als halbiert. Im vergangenen Jahr waren es noch 73 verunfallte Kinder.

Die Einführung einer Fahrradstaffel bei der Krefelder Polizei ist ein weiterer Meilenstein seiner Amtszeit. Als eine der ersten Polizeibehörden im Land NRW setzten die Krefelder auf Schnelligkeit und Flexibilität per Fahrrad. Ein Konzept, das sich bis heute bewährt: Die wendigen Fahrradpolizisten sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und haben viel Akzeptanz in der Bevölkerung. Andere Polizeibehörden, auch in den Niederlanden, haben sich an dem Krefelder Vorbild orientiert.

1995, kurz nach Inkrafttreten des Schengener Durchführungsübereinkommens, erkannte Dieter Friedrich die Möglichkeit für eine internationalen Zusammenarbeit. Er schickte 1996 vier Polizisten über Pfingsten zur Polizei in Renesse (NL). Damit legte er den Grundstein für eine zukunftsweisende Kooperation. Die Beamten liefen Streife mit ihren niederländischen Kollegen, allerdings zunächst nur in Zivil und ohne Waffen. Seit dem Jahr 2000 unterstützten die Polizisten dann in Uniform, jedoch noch ohne Waffen. Und erst seit dem Inkrafttreten des deutsch – niederländischen Staatsvertrages 2007 versehen Beamte ihren Dienst in Zeeland in NRW-Uniform, mit Waffen und mit hoheitlichen Befugnissen.

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