Krefeld: Die Tierheime in Krefeld und Moers vermitteln keine Tiere mehr

Tierschutz : Tierheime vermitteln keine Tiere zu Weihnachten

Tiergeschenke zu Weihnachten sind keine gute Idee. Da sind sich alle Tierschützer einig. Deswegen vermitteln die Tierheime in Krefeld und Moers erst gar nicht vor den Festtagen.

 Bekannt wie der Weihnachts-Klassiker „Alle Jahre wieder” ist der Appell der Tierschützer, keine lebendigen Geschenke unter den Weihnachtsbaum zu legen. Dennoch können viele nicht widerstehen, wenn sich der Nachwuchs nichts inbrünstiger wünscht, als einen kleinen Hund, eine süße Katze oder ein flauschiges Kaninchen. Die Erfahrung jedoch zeigt: Muss der Welpe alle paar Stunden Gassi, zerkratzt die Mieze das Sofa und knabbert der Stallhase die Kabel an, landet das so sehr Gewünschte schnell im  Tierheim. Deswegen gibt es im Tierheim Moers, das ab Januar für Krefelds Fundtiere zuständig ist, ab dem kommenden Montag, 17. Dezember, einen Vermittlungsstopp. Erst 2019 können wieder Tiere in ein neues Heim wechseln.

Auf RP-Anfrage erklärt Teamleiterin Nicola Kreuzmann: „Vermittlungsgespräche führen wir in der gesamten Weihnachtszeit, die Abholung des jeweiligen Tieres findet jedoch erst wieder ab dem 01.01.2019 statt.  Im Rahmen der Vermittlungsgespräche erklären wir den Interessenten, insbesondere Eltern mit dem Vorhaben das Tier als Geschenkidee zu erwerben, dass die Anschaffung eines Tieres wohlüberlegt und ein gemeinsamer Schritt aller Familienmitglieder sein sollte. Zudem führen wir insbesondere mit Kindern ein sehr ausführliches Informationsgespräch zu Haltungsbedingungen und Umgang mit der jeweiligen Tierart.  Im Rahmen dessen finden wir gemeinsam das geeignete Tier. Daher ist es für uns selbstverständlich alle Familienmitglieder im Rahmen des Vermittlungsgespräches  mit einzubeziehen. Dazu zählt auch die Beratung der Haltung und gegebenenfalls Vorkontrolle im neuen zu Hause.“

Auch im Krefelder Tierheim wird kein Tier als Weihnachtsgeschenk abgegeben. „Das machen wir schon seit Jahren nicht“, sagt Dietmar Beckmann, Sprecher des Vorstandes, und erklärt: „Gespräche, die schon vorher stattgefunden haben, werden aber natürlich weitergeführt. In diesen Fällen, in denen schon vorher Kontakt aufgenommen wurde, ist auch eine Vermittlung vor den Festtagen kein Problem. Es geht ja darum, dass eine Übernahme gut überlegt sein will.“

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Eine Vermittlung im neuen Jahr hat aus Sicht der Tierschützer aber noch einen weiteren Vorteil. An Silvester wird es bekanntlich laut. Für viele Tiere sind die Feuerwerke um Mitternacht jedoch traumatische Erlebnisse. Diese Erfahrungen sollen sie nicht im neuen Zuhause machen. „Geschieht dies während der Eingewöhnungsphase, verbindet das Tier dieses Erlebnis mit der neuen Umgebung“, erklärt Nicola Kreuzmann.

Da aber trotz aller Bemühungen noch immer Tiere verschenkt werden, die später unerwünscht sind, setzen die Moerser Tierschützer als weiteren Baustein auf Prophylaxe.  Kreuzmann: „Meist sind es Kinder im Alter zwischen sechs und 16 Jahren, die sich ein Haustier wünschen. Im Rahmen unserer Tierschutzjugendgruppen behandeln wir dieses Thema bereits Mitte des Jahres. Diese wiederum klären Mitschüler, Freunde und Familienmitglieder über das Thema auf. Somit entsteht ein „Schneeballeffekt“ in der Tierschutzaufklärung, insbesondere zum Thema ,Tiere unterm Weihnachtsbaum‘. Unsere Erfahrungen zeigen deutlich, dass Kinder und Jugendliche dies nach Beratung und Aufklärung zu 100 Prozent verstehen, akzeptieren und auch toll finden.“

Generell freuen sich die Tierheim-Teams aus Krefeld und Moers jedoch über jeden, der sich für einen tierischen Hausgenossen interessiert. Auf ihren Homepages informieren die Mitarbeiter über ihre Schützlinge, die zu den Öffnungszeiten auch gerne besucht werden können. Und sollte dabei eine Bindung entstehen, dann wird sich Hund, Katze oder Kaninchen auch nach den Feiertagen noch freuen, in ein neues Zuhause umziehen zu können.

Informationen unter www.tierheim-krefeld.de und www.tierheim-moers.de

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