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Krefeld: Die Sportanlage am Schroersdyk soll geschlossen werden.

Streit um Krefelder Fußballplatz : „Sportanlage Schroersdyk ist sozialer Ankerpunkt“

Fraktionen im Nordbezirk kämpfen um Sportplatz und kritisieren Untersuchung zum Ranking der Bezirkssportanlage Schroersdyk.

Emotional ging es bei der Sitzung der Bezirksvertretung Nord am Dienstag zu, denn das Thema „Schließung der Bezirkssportanlage Schroersdyk“ stand auf Antrag von CDU, SPD und Grünen auf der Tagesordnung. Wie berichtet, hat die Krefelder Verwaltung einen Impulsvorschlag erarbeitet, demzufolge vier der 17 Krefelder Bezirkssportanlagen aus finanziellen Gründen auslaufen sollen. Eine von mehr als 150 Anwohnern besuchte Bürgerversammlung im Januar hatte gezeigt, dass das Thema für den Bezirk hoch emotional ist. Grund genug für den Beigeordneten Markus Schön, der im Januar nicht teilgenommen hatte, nun in der Sitzung der Bezirksvertretung Flagge zu zeigen.

Basis für die vorgeschlagene Schließung der Anlage Schroersdyk ist eine Untersuchung der Krefelder Sportstätten. Dabei wurde zugrunde gelegt, dass es keinerlei Schulbetrieb am Schroersdyk gebe. Im Januar 2020 konnten jedoch die Leiterin der Pestalozzischule und der Platzwart nachweisen, dass die Grundschule den Platz seit mehreren Jahren bei schönem Wetter regelmäßig nutzt. Auf explizite Nachfrage blieb Markus Schön indes dabei, dass dort „kein Schulsport stattfindet“.

Walter Fasbender (CDU) stellte die Frage, ob nicht pauschal für alle Sportplätze der Stadt dieselben Kriterien zugrunde gelegt werden sollten und sieht Schroersdyk mit nur 20 Prozent Sozialkomponente nicht richtig bewertet. Ralph-Harry Klaer (SPD) sieht den Verein am Inrath als „sozialen Ankerpunkt“ und unterstreicht den „integrativen Charakter des Fußballs“.

Dem Verein SC Viktoria Krefeld und den anderen Nutzern wurde von der Verwaltung als Ausweichmöglichkeit die Hubert-Houben-Kampfbahn genannt, die erheblich weiter weg ist; auch Horkesgath ist im Gespräch. Als Vertreter der Fußballfachschaft kritisierte Klaus Schroers (Marathon), dass Viktoria sich bisher nicht klar positioniert habe, obwohl die Möglichkeit zur Stellungnahme bestanden habe. Schroers wies auf die hohen Kosten hin, die die Sportstätten verursachen, und auf den unbefriedigenden Zustand der Sportanlage Schroersdyk, die eine Eigenregieanlage sei; dies bedeutet, dass Viktoria selbst für die Pflege zuständig ist. Den Wunsch des Vereins nach Kunstrasen bezeichnete er aufgrund der Finanzierung als unrealistisch. Schön verdeutlichte, dass es darum gehe, gezielt in zukunftsfähige Anlagen zu investieren und verwies darauf, dass dafür 14,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Nach mehr als einstündiger Diskussion stimmte das Gremium einstimmig dem Vorschlag der Grünen zu, dass die Sportstättenkommission die Kriterien der Bewertung neu betrachten solle. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen trifft nun der Rat der Stadt Krefeld.

Weiteren Diskussionsbedarf gab es bezüglich der Verkehrssituation an der Kindertagesstätte Appellweg. Hierzu äußerten sich SPD und CDU skeptisch: Die sechs für Eltern geplanten Kurzzeitparkplätze bei 120 erwarteten Kindern seien nicht ausreichend, der entsprechende Vorschlag der Verwaltung wurde einstimmig abgelehnt.

Zu fortgeschrittener Stunde berichtete Andreas Horster, Kommunalbetrieb Krefeld, vom Personalmangel im Straßenbaubereich. Im Zusammenhang mit geplanten Erschließungen, zum Beispiel Winnertzweg, wies er darauf hin, dass in Krefeld „alle Stellen, die sich mit der Straßenplanung beschäftigen, derzeit nicht besetzt sind“. Es  mangele an Bewerbungen und es gebe niemanden der „auch nur ansatzweise geeignet“ sei. Dieses Problem der Unterversorgung betreffe jedoch alle Kommunen. Derzeit werden daher nur Projekte bearbeitet, für die es Fördergelder gibt, damit diese nicht verfallen.