Krefeld: Die Frau, die die Bahnhofsmission gerettet hat

Diakonie : Die Frau, die die Bahnhofsmission rettete

Als Hanne Lloyd-Heume 2005 bei der Diakonie anfing, war die Bahnhofsmission geschlossen. Eineinhalb Jahre wurde sie wieder eröffnet. Der Schlüssel zum Erfolg: „Beziehungsarbeit“.

(vo) Sie hat im Hintergrund gewirkt und war doch so etwas wie das Gesicht der Diakonie. „Hanne Lloyd-Heume war für sehr viele Menschen, die mit der Diakonie zu tun haben, ein ganz wichtiger Ansprechpartner“, sagt dann auch Ludger Firneburg, Geschäftsführer der Diakonie Krefeld/Viersen. Heute wird Lloyd-Heume aus Krefeld verabschiedet; sie wechselt nach Düsseldorf in das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe. In Krefeld ist ihr Name vor allem mit der Wiedereröffnung der Bahnhofsmission verbunden. „Das war meine erste Aufgabe“, sagte sie, „und ich bin froh, dass daraus etwas sehr Wertvolles für die Stadt entstanden ist“.

Hanne Lloyd-Heume war seit dem Jahr 2005 bei der Diakonie für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising zuständig. „Es geht dabei vor allem um Beziehungsarbeit“, sagte sie, also darum, ein Netzwerk von Menschen zu knüpfen, die der Diakonie verbunden sind und denen sich auch die Diakonie verbunden fühlt. Ein gutes Beispiel, was das bedeutet, ist die Bahnhofsmission. Sie war, als Lloyd-Heume anfing, geschlossen. Die neue Fundraising-Beauftrage hat dann innerhalb von eineinhalb Jahren ein Netzwerk mit Handwerkern und Helfern aufgebaut, die das Häuschen am Ende von Gleis eins saniert haben – vom Maler über Azubis des Bildungszentrums Bauhandwerk bis zu Mitarbeitern von Thyssen-Krupp Nirosta (heute Outokumpu), die ein Edelstahlgeländer gefertigt haben. „Es muss nicht immer das große Geld fließen“, betont Lloyd-Heume, fleißige Hände und Sachspenden können auch Berge versetzen. Jedenfalls: 2007 wurde die Bahnhofsmission wieder eröffnet, die seitdem Gestrandeten, Übriggebliebenen und Gescheiterten Kaffee, Höflichkeit, Zuwendung und ein offenes Ohr entgegenbringt. Eine Tasse Menschlichkeit quasi.

Auch der Aufbau des Diakonie-Kinderfonds gehört zu Lloyd-Heumes Erfolgsgeschichten. „Wir haben bei Null angefangen. Innerhalb von zehn Jahren hat die Diakonie einen schönen Fonds aufgebaut, mit dem wir schnelle Hilfe für bedürftige Kinder leisten können“, resümiert sie – von der Schulausrüstung bis zur Zoojahreskarte zu Nikolaus.

(vo)