Krefeld: Die ausstehenden Arbeiten am Wassergraben der Musikschule sorgen für Unmut

Bezirksvertretung Ost : Ärger über Stillstand im Sollbrüggenpark

In der Bezirksvertretung Ost kritisierte Angelika Brünsing (CDU) scharf die ausstehenden Sanierungsarbeiten.

Der Wassergraben an Haus Sollbrüggen beschäftigte die Mitglieder der Bezirksvertretung (BZV)Ost einmal mehr am Dienstag in ihrer 32. Sitzung. Anlass für die Diskussion war ein Schreiben des Bürgervereins Bockums. Darin beklagt Geschäftsführer Jörg Ludewig, dass sich einige „Gewässerteile in einem absolut desolaten Zustand“ befänden. Betroffen sind die Bereiche, die nicht vom Bürgerverein entschlammt wurden.

„Der Bürgerverein Bockum hat mit großem finanziellen Aufwand, finanziert durch Zuwendungen und Spenden, einen Teil des Grabens bereits fachgerecht sanieren lassen“, schreibt Ludewig und fragt, wann die Stadt Krefeld nun ihren Teil zur Entschlammung des Grabens beitragen werde. Bei Gesprächen mit einem Mitarbeitern des Fachbereichs Umwelt und Verbraucherschutz sei ihm mitgeteilt worden, dass es dazu noch keine Informationen gebe „ und dieser Vorgang vielleicht in den ca. 25, in seinem Büro stehenden Umzugkartons, verborgen sein könnte. Außerdem sei sein Fachbereich momentan sehr überlastet mit anderen Maßnahmen und personell nicht entsprechend aufgestellt“, zitiert Ludewig den Mitarbeiter und bittet um Unterstützung durch die BZV, damit mit den erforderlichen Sanierungsarbeiten zeitnah begonnen werden könne.

Im Haushalt 2020 sind 127.000 Euro für die Sanierung des Grabens eingestellt, was darauf schließen lässt, dass erst kommendes Jahr mit einer Fortsetzung der Arbeiten zu rechnen ist. Das ärgert CDU-Bezirksvertreterin Angelika Brünsing. Sie wetterte: „Da krieg ich so ‚nen Hals, wenn ich das höre. Es ist ein Trauerspiel, dass das, was von den Bürgern mit viel Mühe Instand gesetzt wurde, dadurch wieder verkommt.“ Auch FDP-Vertreter Paul Hoffmann ist mit der Vorgehensweise der Stadt nicht einverstanden. „Das hätte längst fertig sein müssen. Da muss schnell was passieren.“

Die Kritik ist nicht neu. Bereits vor einem Jahr, als die fehlenden Gelder für 2019 öffentlich wurden, hatte Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel (SPD) das Aussetzen der Arbeiten beklagt. „Da kann ich mir gut vorstellen, dass viele sich fragen: Lohnt sich staatsbürgerliches Engagement unter solchen Umständen überhaupt?“, hatte er damals verärgert gesagt und Bockumer Ratsmitglieder .aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass der Baubeginn im Haushalt auf das Jahr 2019 vorgezogen wird.

Nun bleibt es wohl bei 2020. Von den Bemühungen des Bürgervereins, der Ende vergangenen Jahres für über 10.000 Euro den Graben-Abschnitt zwischen der heutigen Eingangs- und der historischen Brücke saniert hatte, wird dann möglicherweise nur noch wenig zu sehen sein.

Überrascht zeigten sich einige Bezirksvertreter auch von der Höhe der Mittel, die im Haushalt 2020 für die Instandsetzung der Zoobrücke veranschlagt wurden. Waren im Gremium bereits Kosten in Höhe von 400.000 Euro diskutiert worden, sind es nun lediglich 172.000 Euro, die im kommenden Jahr bereit stehen. Teuer könnte eine Sanierung deswegen werden, weil die Brücke nicht nur Fluchtweg für Besucher des Grotenburgstadions ist, sondern auch so umbaut sein muss, dass sie einen unerlaubten Zutritt in den Zoo verhindert. Wie genau die Planungen aussehen werden, soll den Bezirksvertretern noch aber noch vorgestellt werden. Die CDU beantragte, den Ausbau der Moerser Straße in den Haushalt mit aufzunehmen. Für den Abschnitt von Anfang bist Elfrather Weg sollen insgesamt eine Millionen Euro eingestellt werden, 500.000 Euro jeweils in den Jahren 2020 und 2021. Hintergrund ist die geplanten Großbaustelle auf der Autobahn 57, die wahrscheinlich einen Schleichverkehr über die Moerser Straße zur Folge haben wird, aber auch der B-Plan 814 (Wiesenhof), der nun zügig auf den Weg gebracht werden soll und ebenfalls eine erhöhte Verkehrsbelastung dieser Straße zur Folge hat. Sechs Vertreter von CDU und FDP stimmten dem Antrag zu, fünf Vertreter der SPD lehnten ihn, die zwei Grünen-Vertreter enthielten sich.

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