Krefeld: Der Südbezirk soll sauberer werden. Dafür kämpft Gisela Brendle-Vierke.

Serie: Sauberer Südbezirk : Sauberkeits-Offensive für den Südbezirk

Im Südbezirk ist es dreckig: Wilde Müllablagerungen gehören zum im Quartier rund um die Gladbacher Straße zum Straßenbild. Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke will sich damit nicht abfinden und hat nun eine Sauberkeits-Offensive gestartet.

Es ist wirklich keine ganz leichte Aufgabe, die Gisela Brendle-Vierke sich gestellt hat: Der Südbezirk soll sauberer werden – oder: „Der Dreck muss weg...“. So jedenfalls überschreibt die Bezirksvorsteherin ihre Ideensammlung, um das Müllproblem in ihrem Bezirk anzupacken.

Und dass es ein Problem gibt, ist unbestritten: Vor allem im Quartier rund um die Gladbacher Straße sind wilde Müllablagerungen an der Tagesordnung. Beispiel Seyffardtstraße: Der Recyclingcontainer-Standort dort gehört zu denjenigen im Stadtgebiet, die für wiederkehrende unrechtmäßige Müllablagerungen geradezu berüchtigt sind. Aber auch entlang der Gladbacher Straße oder der Kölner Straße bleibt es nie auch nur ansatzweise sauber - und wenn, dann meist aufgrund der Initiative einzelner Anwohner.

Brendle-Vierke und andere Engagierte haben quasi eine Standleitung zur GSAK-Sauberline, um unangemeldeten Sperrmüll und anderen Dreck in den Fokus des Abfall-Entsorgers zu rücken und abholen zu lassen. Oder nutzen die neue Webseite des Kommunalbetriebs KBK „Maak et“.

Doch Brendle-Vierke möchte das Problem im Ansatz anpacken und Bürger jeden Alters und jeder Herkunft für das Thema Sauberkeit im öffentlichen Raum sensibilisieren. Bereits in den Kitas soll die Müll-Erziehung beginnen. Auch mit dem Hintergedanken, dass die Kinder das erworbene Wissen in die Familien hineintragen. „Das Bewusstsein der Bürger über die ordnungsgemäße Entsorgung von nicht mehr benötigten Dingen ist nicht vorhanden“, meint Brendle-Vierke. Und mit Blick auf die vielen Menschen mit Migrationshintergrund, die im Südbezirk leben: „Bei manchen Menschen, die mit uns leben, ist Wissen über den Umgang mit unseren Müllregeln aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht gegeben.“

Die Müllregeln seien allerdings auch für Menschen mit Sprachkenntnissen nicht immer leicht zu durchschauen, sagt die Bezirksvorsteherin. Großer Kritikpunkt aus ihrer Sicht ist das Müllmagazin der GSAK, das jedes Jahr an alle Haushalte verteilt wird und dem die Regeln für die Entsorgung der einzelnen Müllsorten sowie Abfuhrtermine und vieles mehr zu entnehmen sind. „Diese Broschüre ist unmöglich und an Unübersichtlichkeit kaum zu überbieten“, findet Brendle-Vierke. Zwar gibt es darin auch Informationen in ein paar gängigen Fremdsprachen. Doch Brendle-Vierke meint, dass das Werk in Gänze überarbeitet und verständlicher gemacht werden müsste.

In die Bezirksvertretung Süd hat Brendle-Vierkes SPD-Parteigenosse Phillip Geldmacher am Dienstag einen gemeinsamen Antrag eingebracht, der ebendiese Forderungen zusammenfasst. Erwachsene Bürger Krefelds sollen demnach mittels eines Informationsflyers in einer einfachen und verständlichen Sprache über den Umgang mit Entsorgung, Terminen, Meldung von Sperrmüll und anderen Themen informiert werden. Die Bezirksverwaltungsstellen sollen diese Flyer in Umlauf bringen. Außerdem will die SPD-Süd eine Zusammenarbeit mit Kita- und Schulleitungen, Vorständen von Sport- und Bürgervereinen und Nachbarschaften initiieren, um von klein auf für das Thema zu sensibilisieren. Für Grundschulkinder soll eine Unterrichtseinheit zum Thema „Der Dreck muss weg…!“ entwickelt werden, mit Jugendlichen sollen Maßnahmen zum Umweltbewusstsein entwickelt und Aktionen zum Thema geplant und durchgeführt werden. Viele Kontakte hat die Bezirksvorsteherin bereits geknüpft, auch die Bürgervereine Lehmheide und Dießem sind in die Überlegungen eingebunden.

Brendle-Vierke ist für ihre Mission in der ganzen Stadt unterwegs, sammelt Informationen und Ideen für das Anti-Müll-Projekt bei der GSAK, dem Umweltzentrum und auch dem Integrationsrat. “Denn es gilt, die Kräfte zu bündeln, und zu überlegen, wie die Verursachergruppen identifiziert und erreicht werden können.“

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