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Krefeld: Der Ort für das Bauprojekt "Krähennest" ist umstritten

Aus den Krefelder Stadtteilen : Disput um „Niepkuhler Krähennest“

Noch vor der Sommerpause wird der Rat über die Einleitung eines Bebauungsplan-Verfahrens 845 beschließen. Auch eine Kita ist am Luiter Weg in Traar geplant. Beides ist jedoch noch politisch umstritten.

Nachdem das Projekt „Niepkuhler Krähennest“ der gleichnamigen Genossenschaft  in Traar fast vor dem Aus stand, soll es nun zügig voran gehen. Am Donnerstag nahmen die Mitglieder der Bezirksvertretung Ost die Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplans 845 zur Kenntnis, die am 15. Juni in den Rat geht. Ohne Murren ging das jedoch nicht.

Besonders die CDU stieß sich an den Plänen, die auch den Bau einer vierzügigen Kindertagesstätte beinhalten. Walter Kienen erklärte, dass er eine Kita an diesem Ort nicht sinnvoll findet. „Wir denken, dass dieser Bebauungsplan der Türöffner für den B-Plan 814 ist. Doch eine Umsetzung des Siegerentwurfs zum Wiesenhof werden wir nicht unterstützen.“ Auch Andreas Drabben (UWG) unterstrich, dass Wiesenhof in der jetzigen politischen Zusammensetzung nicht kommen werde, man sich die Kosten und Mühen eines B-Plan-Verfahrens also gleich sparen könne. Dem stimmten Walter Kienen und Angelika Brünsing (CDU) zu und appellierten, nach sinnvolleren Plätzen für Kita und Krähennest zu suchen. Schließlich sei die Geruchsbelästigung durch das Wiesenhof-Gestüt auch noch ein Thema, das zu Konflikten führen könnte. Eine Anwohnerin wies zudem auf die schöne Natur hin. „Es stehen oft Rehe auf der unberührten Fläche.“

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Der Bebauungsplan „westlich Luiter Weg“ ist wichtig für das alternative Wohnprojekt der Genossenschaft, das ursprünglich im Zuge der Wiesenhof-Planungen verwirklicht werden sollte. Da diese Planungen jedoch stocken, soll nun ein eigener B-Plan für das etwas über einen Hektar große Gebiet aufgestellt werden. Kritiker sehen darin den Versuch, durch die Hintertür das Neubaugebiet Wiesenhof doch noch zu verwirklichen.

Unabhängig von der Realisierung dieses Neubaugebiets sieht die Verwaltung in dem Bereich Bedarf für eine Kindertagesstätte. „Die derzeit zur Verfügung stehenden U3-Plätze decken den vorhandenen Bedarf nicht ab“, heißt es in der Vorlage und weiter: „Der Stadtteil Verberg zeigt derzeit eine unterdurchschnittliche Versorgung mit Kindertageseinrichtungen.“ In der geplanten Kita sollen 70 Kinder betreut werden, davon 20 unter Dreijährige.

Auf einem Grundstück in Nachbarschaft der LVR-Schule am Luiter Weg möchte die Genossenschaft ihr „Niepkuhler Krähennest“ bauen, in dem Mehrgenerationen-, aber auch inklusives Wohnen vorgesehen sind. Angedacht sind in einem ersten Bauabschnitt 24 Wohneinheiten, in denen sich auch Familien wohlfühlen. In einem zweiten Bauabschnitt könnte das Nest um elf weitere Wohneinheiten wachsen. Die Initiatoren sagen: „Die genaue Lage und Bauform sind zwar noch nicht entschieden, aber ökologische und soziale Bedürfnisse werden dabei eine prägende Rolle spielen.“

 Angedacht ist außerdem, am Luiter Weg zusätzlich Land zu pachten, um eine kleine Landwirtschaft mit Kleintierhaltung zu betreiben. Nachhaltigkeit ist der Genossenschaft wichtig. „Wir hätten gern ein Haus aus Stroh und Lehm. Das ist zwar etwas teurer, aber 100 Prozent nachhaltig“, sagte Bernd Kaufmann vom Vorstand der Genossenschaft im vergangenen Jahr unserer Zeitung. Die bis zu 100 Quadratmeter großen Wohnungen sollen flexibel in ihrer Aufteilung sein, so dass sie nachträglich noch zusammengelegt oder verkleinert werden können. Die Bezirksvertreter betonten parteiübergreifend, dass sie das Projekt „Krähennest“ unterstützenswert finden.