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Krefeld: Das Leitungswasser ist gut und trinkbar

Im Labor der EGK : Leitungswasser: Alternative zu Flaschen

Leitungswasser oder abgefüllte Flaschen, welches Wasser ist gesünder? Welchen Einfluss haben alte Rohrleitungen im eigenen Haus? Antworten geben Experten im EGK-Labor. Ihr Urteil: Das Wasser von Krefeld ist gut.

Der Mensch braucht täglich Trinkwasser. Doch welches ist das Beste? Markenwasser aus der Flasche oder Leitungswasser aus dem Hahn? Wer gerade wenn es so warm ist wie in den vergangenen Wochen mehrere Liter pro Tag trinkt, will natürlich keine Gifte zu sich nehmen. Kann Leitungswasser so gut wie abgefülltes sein, wenn es durch das kilometerlange Netz fließt? Und was ist mit den Leitungen im eigenen Haus, gerade wenn die alt sind?

Etwa 30.000 Proben pro Jahr werden hier analysiert. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Dass die Qualität des Wassers bis zum Hausanschluss penibel kontrolliert wird, wissen die meisten Bürger. Doch was ist mit den eigenen Leitungen? Können hier Verunreinigungen hineinkommen? Diese Frage stellt sich allen, die darüber nachdenken, beim Trinken auf Leitungswasser umzusteigen. Wer hilft, wenn einem nicht bekannt ist, wie die eigenen Leitungen aussehen? Im Internet ist das Labor der Entsorgungsgesellschaft Krefeld (EGK), einer Tochter der Stadtwerke Krefeld, zu finden. Hier können sich Kunden, die sich hinsichtlich ihrer Leitungen unsicher sind, melden.

Das Equipment ist hochmodern. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

„Wir kommen dann raus und nehmen genormte Proben, die wir auf alle gewünschten Substanzen untersuchen. Das geht bei Mietshäusern genauso wie bei Wohneigentum“, sagt Laborleiter Carsten Schlichting. Sein Reich steht voller hochmoderner Apparaturen. Gaschromatographen stehen hier ebenso wie Brutschränke für Bakterienkulturen. Für jede Untersuchung gibt es spezielle Geräte. Wir haben eine Probe zur Untersuchung mitgebracht. Im Gerät wird sie über einer knapp 6000 Grad heißen Plasmafackel verdampft und untersucht. Die Maschine hat einen Neupreis von gut 150.000 Euro. Das Equipment entspricht höchsten Anforderungen.

Die EGK-Mitarbeiter untersuchen auf Verunreinigung. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

„Wir untersuchen hier rund 30.000 Proben im Jahr. Davon betreffen ein knappes Viertel Trinkwasser. Die größere Zahl stammt aus der Kläranlage. Von den Trinkwasserproben wiederum sind die meisten intern. Unser Leitungsnetz und die Wasserwerke werden ständig kontrolliert“, erzählt Schlichting. Dabei komme es praktisch nie zu Grenzwertüberschreitungen. Das passiere nur, wenn am Netz gearbeitet werde. Der entsprechende Strang gehe aber erst wieder ans Netz, wenn alle Grenzwerte eingehalten würden. Beim Kunden komme also immer nur sauberes Wasser an, sagt der Experte.

Die Mitarbeiter untersuchen auf Schwermetalle, auf organische Verbindungen oder mikrobielle Verunreinigungen. In Krefeld ist Nitrat kein Problem. „Bei unserem Wasserwerk an der Gladbacher Straße zum Beispiel sind wir hier bei 5,5 Milligramm pro Liter. Der Grenzwert liegt bei 50. Vor allem ländliche Gemeinden haben hier unter Umständen große Probleme“, sagt der Laborleiter. Auch bei anderen Substanzen liegt das Krefelder Wasser weit im grünen Bereich. Damit ist es keineswegs von minderer Qualität als Markenwasser in Flaschen. Oft ist es sogar besser.

Problematisch wird es bei Mineralwasser vor allem, wenn eine einmal geöffnete Wasserflasche lange in der Sonne liegt. Dann können sich Mikroorganismen vermehren und das kann schädlich sein. Entsprechend sagt Schlichting: „Ich trinke zu Hause auch Leitungswasser.“

Was war nun mit unserer Probe? Sie stammt aus einem rund 100 Jahre alten Haus mit Jahrzehnte alten Leitungen. Gibt es Verunreinigungen? Der Experte verneint. „Alle Stoffe sind weit unter den Grenzwerten. Das Wasser hat eine sehr gute Qualität“, lautet das Urteil des Fachmannes nach etwa einer Stunde.

Die Kosten für eine Untersuchung mit genormter Probenentnahme vor Ort hängen von der Anzahl der untersuchten Parameter ab, liegen aber normalerweise weit unter 100 Euro. Die Investition rechnet sich schnell, wenn in der Folge die Umstellung von abgefülltem auf Leitungswasser erfolgt: Ein Kubikmeter, also 1000 Liter, Trinkwasser kostet derzeit gut 1,30 Euro. Ein Liter Wasser in Flaschen kostet meist ähnlich viel. Der Umstieg spart also schnell sehr viel Geld.

Und auch beim Thema Müllvermeidung ist es ein wichtiger Schritt. Wasserflaschen machen am Kunststoffmüll einen großen Anteil aus. Der Schritt zum Leitungswasser hat Vorteile. Und mit entsprechenden Geräten ist auch der Zusatz von Kohlensäure leicht möglich.