1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: „Darum arbeiten wir gerne in der Pflege“

Azubis in Krefeld : „Darum arbeiten wir gerne in der Pflege“

Vier Auszubildende sprechen über ihre Tätigkeit in der Pflege.

Eva Kirchner, 19 Jahre „Ich bin nach den ersten Monaten absolut überzeugt, den für mich richtigen Beruf gefunden zu haben. Ich würde ihn jetzt nicht zwingend jedem empfehlen, denn man muss schon der Typ dafür sein. Aber viele haben ein falsches Bild und denken, wir würden nur anderen den Hintern abwischen. Dabei sind die Aufgaben sehr komplex und wir bekommen viele Kompetenzen.

Ich gehe im Moment davon aus, dass ich nach der Ausbildung noch weitere Qualifikationen anhängen werde. Derzeit favorisiere ich ein Studium, möglicherweise als Hebamme. Aber das kann sich im Laufe der Ausbildung auch noch ändern.“

Die Abiturientin mag vor allem den Umgang mit den Menschen: „Klar gibt es immer mal jemanden, der sich nicht ausreichend beachtet fühlt oder so etwas. Aber die meisten Patienten sind wirklich dankbar, dass wir für sie da sind. Das ist etwas, das mir viel bedeutet. In jedem Fall bekommen wir viele Einblicke in sehr viele Bereiche und können entscheiden, ob wir nachher einfach arbeiten oder uns fortbilden. Auch ein Medizinstudium im Anschluss schließe ich für mich nicht aus. Dann kenne ich aber alles von der Pike auf.“

  • Mission Ausbildung erfolgreich abgeschlossen: Die Altenpflege-Absolventinnen
    Ausbildung erfolgreich bestanden : Caritas gratuliert zum Examen
  • In einer Intensivstation wird ein Covid-Patient
    Düsseldorfer Intensivmediziner erzählt : „Seit Monaten über der Belastungsgrenze“
  • Pflegerin Aljona Scherer misst bei Gisela
    Ambulante Pflege in Düsseldorf : Ein bisschen Nähe in der Pandemie

Moritz Höfels, 21 Jahre Ich habe vor der Lehre ein freiwilliges soziales Jahr absolviert und sogar noch auf zwei Jahre verlängert, weil mir die Arbeit so gut gefallen hat. In dieser Zeit habe ich einfach gemerkt, dass Pflege für mich das Richtige ist. Ich ziehe tiefe Befriedigung daraus, anderen Menschen zu helfen und das Gefühl, wenn jemand ins Krankenhaus kommt und in einem sehr schlechten Zustand ist, dann aber einige Tage später auch durch meine Arbeit wieder sehr viel fitter und aktiver ist, ist einfach unbeschreiblich. Es ist schade, dass Außenstehende den Beruf so kritisch sehen. Auch in meinem Umfeld  verstehen viele nicht, warum ich es mache. Von einigen werde ich auch ‚Krankenschwester’ genannt. Ich denke, diese Leute wissen überhaupt nicht, was wirklich dahinter steht. Ich bin allerdings froh, noch als letzte Gruppe im alten Ausbildungskonzept zu lernen, denn ich glaube, wir sind dann doch etwas spezialisierter und ich sehe meine Zukunft ganz klar in der Krankenpflege. Die neue Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. -frau ist doch sehr viel genereller angelegt. Für mich kann ich nach heutigen Stand wirklich sagen, dass ich in der Pflege meinen Traumjob gefunden habe.“

Johanna Lettmann, 20 Jahre „Ich sehe im Pflegeberuf einen sehr guten und vor allem zukunftssicheren Job. Ich bin froh, noch im alten Ausbildungskonzept zu lernen, denn ich habe mich sehr bewusst für die Gesundheits- und Krankenpflege entschieden. Beispielsweise die Kinderpflege wäre glaube ich nichts für mich. Ich täte mich schwer damit, jeden Tag mit Kindern zu tun zu haben, die krank sind oder möglicherweise sterben werden. Vor allem, wenn ich dann selbst einmal Kinder habe. Ich denke, der Beruf ist toll, aber nicht für jeden geeignet. Jeder weiß, wie es im Krankenhaus aussieht. Ich glaube, jeder Mensch war schon einmal im Krankenhaus und weiß, was dort passiert. Wenn ich mich jetzt vor allen Arten von Körperausscheidungen ekeln würde, dann wäre der Job natürlich eher nicht geeignet. Klar gibt es auch mal Situationen, die frustrieren, wo dann ein Notfall rein kommt und ich einem Patienten nicht die Aufmerksamkeit geben kann, die eigentlich nötig wäre. Aber das verstehen die Leute dann in aller Regel auch. Ich denke schon, dass ich mich noch weiter bilden werde, aber der Beruf macht mir wirklich großen Spaß und ist das Richtige für mich.“

Antonia Conrad, 19 Jahre „Ich mag vor allem das breite Spektrum der Mitauszubildenden. Wir haben wirklich alles dabei. Abiturienten, Berufsschule, Realschulabschluss und so weiter. In unserem Lehrjahr ist eine Mitauszubildende, die Jahrelang als Einzelhandelskauffrau gearbeitet hat und sich jetzt, mit Ende 40, noch einmal entschieden hat, etwas ganz Neues zu machen. Das nötigt mir totalen Respekt ab. Die Ausbildung soll für mich nicht das Ende der Fahnenstange sein. Ich hätte vermutlich schon mit einem Ausbildungsbegleitenden Studium angefangen. Leider wurde das zum Zeitpunkt, als ich das alles entschieden habe, an der Hochschule Niederrhein noch nicht angeboten und ständig nach Köln zu fahren wäre mir zu anstrengend gewesen. Ich gehe aber schon davon aus, dass ich nach der Lehre noch ein Studium dran hänge. Ich denke, wir haben hier wirklich gute Bedingungen. Ein Azubigehalt wie wir bekommen ganz viele meine Freunde in anderen Branchen nicht. Und speziell wenn man dann noch Zusatzqualifikationen erwirbt ist auch der Verdienst später besser, als er immer dargestellt wird. Insgesamt sehe ich in meinem Beruf sehr gute Zukunftsaussichten.“