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Krefeld: CDU fordert ein moderneres Müllsystem

Krefeld : CDU fordert ein moderneres Müllsystem

„Fakt ist, dass manche Vorschrift in der Satzung der Müllentsorgung nicht der Lebenswirklichkeit entspricht“, so Ratsherr Timo Kühn nach Gesprächen mit KBK und GSAK zur Abfallproblematik. Die Partei befragt nun die Bürger.

Die CDU will die Müllentsorgung in Krefeld komplett auf den Prüfstand stellen. Das ist ein Ergebnis von mehreren Gesprächen, die Ratsmitglieder der Fraktion mit Vertretern der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) und des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK) geführt haben. „Fakt ist, dass manche Vorschrift in der Satzung für die Müllentsorgung nicht mehr der Lebenswirklichkeit entspricht“, fasst Timo Kühn den Gesprächsinhalt zusammen. „Wichtig ist für uns, dass auch hier der Servicegedanke für Bürger und Gewerbe stärker in den Vordergrund gestellt wird“, ergänzt Parteikollegin Ingeborg Müllers. Die CDU startet nun eine Umfrage, an der sich Bürger und Betriebe beteiligen können. Ergebnisse sollen bis zum Ferienende gesammelt und in einer Ratsvorlage zusammengefasst werden.

Schnell noch den Müll rausstellen, bevor die Männer der Stadtreinigung gleich kommen – eigentlich genau richtig. Aber bloß nicht zu früh. Ab sieben Uhr dürfen die Tonnen in Krefeld auf den Gehweg. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. In der Regel werden die blauen, gelben, braunen oder grauen Behälter schon am Vorabend an die Straße gestellt. Ein nicht seltenes Problem in Krefeld: Die Eimer liegen am nächsten Morgen umgestürzt auf dem Bürgersteig. Das kann laut Kühn große Teile der Fußgängerzone verunstalten. Dabei gilt in der Innenstadt eigentlich ein „Vollservice“: Die GSAK rückt im großen Trupp samt Müllwagen an, die Vorhut wuchtet die Tonnen aus Kellern oder vom Grundstück an den Straßenrand, nach dem Leeren bringt die Nachhut sie zurück. Aber: Viele Anlieger wollen den Service nicht und lassen die Mitarbeiter der Stadttochter erst gar nicht ins Haus. Bezahlt werden muss die Leistung aber trotzdem. „Wir möchten einerseits, dass es beim Müll eine individuelle Kosten-Leistungs-Abrechnung gibt. Das heißt: Wer den Service in Anspruch nimmt, der bezahlt. Wer die Tonne selbst bewegt, der spart“, so Kühn. „Dieses Angebot sollten außerdem alle Krefelder auf Wunsch nutzen dürfen.“ Insgesamt sei bei der Entsorgung mehr Flexibilität gefragt.

Parallel hat die Stadt immer öfter Probleme mit illegal abgelagertem Müll unter anderem an Containern für Altglas. „Hier muss der Einsatz der Mülldetektive besser koordiniert und die Arbeitszeit hinterfragt werden“, so Müllers. Zusätzlich fordert die CDU einen zweiten Wertstoffhof für Krefeld. „Wir haben einen in Linn und der ist noch nicht einmal barrierefrei“, beschreibt Kühn die Situation. Hier müsse der Standort überprüft und gegebenenfalls modernisiert werden. Eine zweite Anlieferungsstelle für Bürger und Kleingewerbe sei im Bereich Hüls/Nordbezirk dringend erforderlich. Auch bei der Höhe der Preise für die private Anlieferung erwartet die CDU mehr Flexibilität. „Ziel muss es sein, dass das Abladen von ganzen Wagenladungen an Unrat zum Beispiel in Parks und Wäldern aufhört“, sagt Müllers.

Und schließlich bleiben die Hundekothaufen auf den Wegen der Stadt ein immerwährendes Problem. Eine Drohne, die die Stinkbomben einsammelt, gibt es noch nicht. Kühn: „Wir brauchen zumindest mehr Sammelstationen.“