Krefeld: Bündnis über alle Parteien ruft zu Demonstration am 15. Dezember auf.

Parteienbündnis für Demokratie: Demo: Bündnis über alle Gräben hinweg

Es ist eine wohl einmalige Veranstaltung für Krefeld. Alle im Rat vertretenen Parteien, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und der DGB rufen zu einer Demonstration für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde am 15. Dezember auf.

Es ist eine für Krefeld wohl einmalige Veranstaltung, die am 15. Dezember auf dem Von-der-Leyen-Platz stattfinden wird: Alle im Rat vertretenen Parteien, die Kirchen und andere Religionsverbände, der DGB, Umwelt- und Wohlfahrtsverbände und einige weitere Organisationen rufen gemeinsam zu einer Demonstration auf. Ein solch breites politisches und gesellschaftliches Bündnis dürfte es in der Seidenstadt noch nie gegeben haben. Das Motto der Kundgebung ist dabei ein klares Bekenntnis für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde.

Dass die Begriffe so weit gefasst sind, ist dabei kein Zufall, denn jeder der Akteure zielt auf andere Aspekte ab und füllt die Begriffe mit seinem eigenen Spektrum an Inhalten, die sich aber eben darin gleichen, dass die Grundwerte dieses Landes erhalten werden. „Wir haben uns mit dieser Idee zusammengefunden und hatten sehr schnell einen Konsens. Wir wollten auch in Krefeld etwas tun und ein Zeichen setzen“, sagt die Koordinatorin der Veranstaltung, Stella Rütten von der SPD. UWG-Ratsherr Andreas Drabben ergänzt: „Dass alle im Rat vertretenen Parteien dabei sind, ist etwas Besonders, worauf wir stolz sein können.“

Joachim C. Heitmann, der Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Krefeld, fügt hinzu: „Wir haben sicher in der Sache harte Kämpfe ausgefochten und sind uns in vielen Dingen uneins. Aber der politische Umgang in Krefeld war und ist immer gut. Nach den Sitzungen können wir gut zusammen etwas trinken oder eine Suppe essen. Ich möchte, dass das so bleibt. Heutzutage verroht aber durch das Internet der politische Ton immer mehr. Da wollen wir gegensteuern.“

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Die Veranstaltung wird am 15. Dezember stattfinden und soll um 14 Uhr beginnen. „Wir wollen die Dauer auf rund drei Stunden beschränken“, stellt Rütten klar. Dabei soll es ein breites Programm an Reden und musikalischen Beiträgen geben. Der Clou: Die Redebeiträge werden sehr eng begrenzt. So sollen langatmige Wortmeldungen vermieden werden. Das musikalische Programm wird von vier unterschiedlichen Bands eingebracht. Trio Flieger, der türkische Liedermacher Safak Gündoglu und Kozmann werden ihre Werke darbieten. Und dann gibt es für Krefeld etwas Besonderes zu hören: Markus Schön, seit April diesen Jahres Beigeordneter der Stadt für für Bildung, Jugend, Sport, Migration und Integration, tritt mit seiner Band „Huber Schorsch und die kulturpolitischen Sprecher“ auf.

Dabei wollen die Organisatoren in jedem Falle das Thema, nicht ihre Parteien, in den Mittelpunkt rücken. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass jede Partei oder Organisation nur maximal eine Fahne oder Transparent mitbringen darf“, sagt Karsten Ludwig, Kreisvorsitzender der Grünen. Dabei hoffen die Veranstalter auf eine möglichst große Beteiligung. „Wenn der Platz voll ist, dann wäre das toll. Und selbst wenn Menschen nicht mehr drauf passen, dann ist der schlimmste Fall, dass sie am Samstagnachmittag vor Weihnachten in der Innenstadt sind und shoppen gehen. Dann hätte sogar der Einzelhandel etwas davon“, sagt Ludwig.

Angemeldet ist die Kundgebung zunächst für 1000 Teilnehmer. „Wenn wir mehr werden, was uns freuen würde, bräuchten wir nur mehr Ordner“, sagt Rütten, und der CDU-Landtagsabgeordnete Marc Blondin fügt hinzu: „Dann machen wir uns halt selbst die Ordner-Binde um den Arm und fertig.“ Das zeigt, wie ernst es den Verantwortlichen damit ist, dass sie eben keine Parteipolitik machen wollen, sondern in Sachen der demokratischen Grundwerte zusammenarbeiten. Darum verzichteten auch die Erstunterzeichner der Initiative auf die Nennung von Titeln und Positionen. „Das ist für mich ein ganz starkes Zeichen“, befindet Rütten. Und so wird am kommenden Samstag das wohl größte überparteiliche Bündnis in der Geschichte Krefelds für etwas aufstehen, was oft vielleicht schon als zu selbstverständlich angesehen wird: die vom Grundgesetz garantierten Werte.

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