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Krefeld: Brand im Affenhaus - Staatswaltschaft forderte 20.000 Geldstrafe

Beschuldigte Frauen lehnen Strafbefehl ab : 20.000 Euro Strafe nach Brand im Krefelder Zoo gefordert

Die drei Frauen, die für den Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo verantwortlich sein sollen, sollten jeweils 180 Tagessätze gemäß ihres Einkommens zahlen. Zwei von ihnen 9000, eine 1800 Euro. Doch sie haben den Strafbefehl abgelehnt.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat erstmals die Höhe der geforderten Geldstrafe gegen die drei Frauen benannt, die beschuldigt werden, die für verheerenden Brand im Krefelder Affenhaus verantwortlich gewesen zu sein. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, lag die Gesamtforderung bei rund 20.000 Euro. Diesen Strafbefehl hatten die Frauen jedoch abgelehnt; jetzt wird es voraussichtlich zu einem Gerichtsprozess kommen. En Datum steht aber noch nicht fest.

Die Geldstrafe wäre unter den drei Frauen aufgeteilt worden. Gegen die 34 und die 37 Jahre alten Frauen waren Strafbefehle in Höhe von je 9000 Euro wegen fahrlässiger Brandstiftung verhängt worden. Eine 59-jährige Beschuldigte sollte aus gleichem Grund 1800 Euro zahlen. Alle drei Frauen sollten jeweils 180 Tagessätze zahlen. Die unterschiedliche Höhe der Beträge spiegelt demnach lediglich unterschiedliche Einkommensverhältnisse wider und nicht den Grad des Verschuldens.

Mit dem Strafbefehl wäre das Verfahren gegen die drei abgeschlossen gewesen. Bei einem Strafbefehl setzt das zuständige Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Strafe fest, ohne dass es eine Verhandlung gegeben hat. Per Strafbefehl können nur Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr auf Bewährung verhängt werden.

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Den Frauen wird vorgeworfen, in der Neujahrsnacht sogenannte Himmelslaternen steigen gelassen zu haben. Diese sollen den Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos ausgelöst haben. Laut den Ermittlungen war am Affenhaus baurechtlich alles in Ordnung gewesen. Konkret ging es dabei um Kunststoffscheiben, die nach einem Unwetter vor einigen Jahren eingebaut worden waren. Es stand die Frage im Raum, ob diese Scheiben vielleicht unerlaubterweise verwendet wurden - und das Feuer begünstigt haben könnten.

Bei dem Feuer starben rund 50 Tiere, darunter acht Menschenaffen. Ein schwer verletzter Gorilla musste von einem Polizisten erschossen werden. Der Brand hatte für große Anteilnahme nicht nur unter der Krefelder Bevölkerung ausgelöst. Zahlreiche Menschen hatten vor dem Zoo Gedenkkerzen aufgestellt. Selbst in den Niederlanden hatte ein Mädchen aus der Region um Krefelds Partnerstadt Venlo gemeinsam mit ihren Eltern zu einer Spendenaktion aufgerufen und Geld für den Wiederaufbau des Affenhauses gesammelt.

Das völlig zerstörte Affenhaus wurde abgerissen. Der Schaden liegt in Millionenhöhe. Inzwischen wird in Krefeld ein neues „Artenschutzzentrum Affenpark“ geplant, für das der Zoo um eine Fläche von 4000 Quadratmetern vergrößert werden soll. Die Gorilla-Anlage neben dem Affenhaus ist schon länger wieder geöffnet. In dem Bereich leben auch zwei Schimpansen, die das Feuer verletzt überlebt hatten: das Männchen Limbo und das Weibchen Bally. Ihnen geht es inzwischen wieder gut, den Zoo werden sie aber voraussichtlich bis zum Ende des Jahres trotzdem verlassen müssen. Zentraler Grund ist, dass Schimpansen in Gruppen leben. Das sei im Zoo in der Seidenstadt zur Zeit nicht möglich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brand zerstört Affenhaus im Krefelder Zoo