Krefeld-Bockum: Anwohnerin warnt vor Schüssen auf Katzen

Stadtviertel in Aufruhr: Macht in Krefeld jemand Jagd auf Katzen?

Eine besorgte Anwohnerin warnt in Krefeld-Bockum vor Schüssen auf Katzen. Der Polizei ist allerdings nur ein Fall bekannt. Im Netz zeigt sich: Die Nachbarschaft ist in Aufruhr.

Vergangene Woche tauchten in der Flensburger Zeile und im Oldenburger Weg Zettel auf, die vor Schüssen auf Tiere warnen. Viele Facebook-Nutzer haben ein Foto des Aushangs auf der Plattform geteilt, Stand Mittwochabend waren es mehr als 800. „Hier wird auf Tiere geschossen! Menschen sind in Gefahr“, steht auf den Zetteln, die an den Straßenlaternen kleben.

Drei Katzen sollen bislang verletzt worden sein, eine starb an einem Projektil. Das berichtet ein Nutzer, der angibt, mit der Frau gesprochen zu haben, die Ende Januar die Warnungen in Bockum verteilt hat. Eine Nutzerin kommentiert unter das Foto: „Karma wird ihn finden. Menschenmüll.“

Auch wir sprechen mit der Frau, die die Zettel aufgehängt hat. Nach eigenen Angaben setzt sie sich für den Tierschutz in Bockum ein. Ihren Namen und ihren genauen Wohnort will sie nicht nennen, zu groß ist die Angst, auch ihre beiden Katzen könnten sich eine Kugel einfangen, wenn ihre Identität bekannt wird. „Im Dezember wurde hier ganz in der Nähe im Körper einer Katze ein Projektil gefunden. Nach dem Vorfall habe ich dann die Warnungen geschrieben“, sagt die Frau. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Schützen führen, hat sie persönlich eine Belohnung von 300 Euro ausgesetzt.

Immer wieder sollen in der Gegend um Flensburger Zeile, Oldenburger Weg, Lübecker Weg und Helgoländer Steig Katzen verschwinden, sagt sie. Vor einigen Monaten soll ein Tier sogar plötzlich gestorben sein, nachdem es draußen unterwegs war. Die Ursache hätten die Halter nicht herausfinden können. Immer wieder berichten Anwohner auch von Schüssen, die sie in der Umgebung gehört haben.

Bestätigt sind die Fälle bislang nicht. Ob tatsächlich jemand in der Bockumer Nachbarschaft regelmäßig auf umherstreifende Katzen schießt, ist unklar. Die Polizei hat nur den Fall vom Dezember registriert. Damals hat ein Unbekannter im Lübecker Weg auf eine Katze geschossen, die einem Polizisten gehört und die bereits zwei Jahre zuvor von einem Projektil getroffen wurde. „Weitere Fälle sind uns in Bockum in jüngerer Vergangenheit nicht bekannt“, sagt eine Sprecherin der Polizei. Die Zahl der nicht-angezeigten Fälle könne aber natürlich höher liegen.

Es gibt allerdings einen Vorfall, der schon vier Jahre zurück liegt. 2015 hat jemand an der Ernst-Schröder-Straße, ganz in der Nähe der Bockumer Nachbarschaft, einer Katze mehrfach ins Auge geschossen, das Tier überlebte nur schwer verletzt. Im vergangenen Jahr konnte die Polizei außerdem einen Mann stellen, der an der Philadelphiastraße, also weitaus zentraler, mit einem Gewehr eine Katze verletzte. Oft bleiben die Täter aber unbekannt. Auf das grundlose Töten von Wirbeltieren stehen bis zu drei Jahren Haft.

Für die Frau aus Bockum, die nun die Hinweise verteilt hat, bleibt klar. Egal, wie viele Fälle es nun gibt: Sie bleibt wachsam. Ihre Katzen lässt sie nun bei Nacht im Haus.

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