Krefeld: Bis jetzt keine verkehrssichernden Maßnahmen in Holterhöfe

Umbau Anrather Straße: Holterhöfe wartet weiter auf verkehrssichernde Maßnahmen

Bürger aus Holterhöfe sind erbost über die Untätigkeit des Tiefbauamts. Ein Ortstermin mit der Verwaltung hat nichts gebracht — außer Versprechungen, die nicht eingelöst wurden.

Anwohner von Holterhöfe warten weiter darauf, dass das Tiefbauamt seine Zusage einlöst und Verkehrssicherungsmaßnahmen anordnet. Beim Ortstermin am 12. Juli war vom Fachbereich zugesichert worden, innerhalb von zwei Wochen tätig werden zu wollen und als Sofortmaßnahme Tempo 30-Schilder auf der Straße „Am Rotdorn“ aufzustellen sowie die Hecken dort zurückzuschneiden. Geschehen ist, zum Ärger von Birgit Hentschel vom Bürgerverein, bislang nichts.

Hintergrund: Mit dem nun vollendeten Umbau der Anrather Straße durch Straßen NRW ergibt sich für das Wohngebiet Holterhöfe eine veränderte Verkehrssituation. Zwei Zufahrtsstraßen sind ersatzlos abgebunden worden. Die beiden verbleibenden sind nicht dafür zugeschnitten, den gesamten Verkehr aufzunehmen. Insbesondere die Straße Am Rotdorn ist, wie ausführlich berichtet, stark sanierungsbedürftig. Derzeit stößt die nagelneue und modern ausgebaute Anrather Straße unvermittelt auf die winzige Straße mit geringem Querschnitt, bröseligem Straßenbelag und überwuchernden Hecken. Monika Sellke vom Fachbereich Tiefbau hatte beim Ortstermin sofort erkannt, dass schnell Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Denn die Tempo 30-Beschilderung wurde im Zuge der Baumaßnahme entfernt. Außerdem hatte Sellke festgestellt, dass ein sofortiger Grünschnitt angzeigt sei.

Die neu ausgebaute Anrather Straße bei
Neu trifft auf alt: Die ausgebaute Anrather Straße geht in die schmale Zufahrtsstraße „Am Rotdorn“ über. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Birgit Hentschel hat mittlerweile Zweifel, welchen Wert Zusagen der Verwaltungsmitarbeiter überhaupt haben. „Die zwei Wochen sind um, ohne dass sich auch nur irgendwas getan hat“, kritisiert sie. „Und eine Anfrage zur Situation am Josef-Schümmer Weg vom Januar ist bis heute nicht nur unbeantwortet und vor allem auch unbearbeitet geblieben.“

Kuriose Situation „An der Pappel“: Die
Kuriose Situation „An der Pappel“: Die Anwohner können ihre Häuser wegen der vergessenen Einbahnstraßenschilder legal eigentlich gar nicht anfahren. Foto: Puvogel
  • Blick in die Straße Am Rotdorn
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Hentschel konkretisiert die Forderungen der Anwohner. Neben den genannten Problemen des Rotdorns, wo obendrein sogar das ganz normale Straßennamenschild noch fehlt, müsse die gesamte Beschilderung im Ort aktualisiert werden. „Wir werden mindestens fünfmal am Tag gefragt, wie man zu den Straßen „An der Pappel“ und „Zu den Tannen“ kommt, seit diese abgebunden worden sind. Dann fehlt das Ortseingangsschild an der Anrather Straße.“ Hentschel berichtet, dass Autofahrer An der Pappel immer noch verkehrswidrig durch die abgebundene Straße fahren, Fuß- und Radweg werden weiterhin von Pkw befahren. An der Pappel gibt es weiterhin die kuriose Situation, dass Anwohner ihre Häuser nicht legal erreichen können, weil die Straße auf der einen Seite abgebunden wurde, die Einbahnstraßenschilder auf der anderen Seite aber immer noch stehen. Mehr als ein Jahr dauert dieser Zustand schon an, auch unsere Redaktion hatte vor Monaten bereits die Information von der Verwaltung bekommen, die Schilder würden „kurzfristig“ abgebaut. Geschehen ist nichts.

Anwohnerin Brigittte Sasserath weißt darauf hin, dass vor dem Umbau auf der Anrather Straße, die die Optik einer Bundesstraße hat, innerhalb Holterhöfe Schilder mit 50 km und Überholverbot standen, beides fehle jetzt. „Auch ein versprochenes Tempo 70-Schild hinter dem Ortsausgangsschild Richtung Anrath ist nicht vorhanden, so dass die Autofahrer bereits weit in der geschlossenen Ortschaft Gas geben“, kritisiert sie Richtung StraßenNRW.

Mit Beginn des Schuljahres wird die Situation Am Rotdorn besonders brenzlig: Dann wird die schmale Straße ohne Fußweg wieder zum Schulweg für die Kinder des Quartiers. Ein Schulweg, den sie sie nun mit dem Berufsverkehr aus Holterhöfe zwischen wild wucherndem Grün und der fehlenden Tempo 30 Beschilderung teilen müssen.