Krefeld: Bezirksvertretung im Nordbezirk: Hitzige Debatte über Schroersdyk

Bürger sollen Umbaukosten tragen : Hitzige Debatte über Schroersdyk in Krefeld

Seit Tagen beschäftigt der Schroersdyk den Nordbezirk. Am Dienstagabend stand das Thema deshalb auch ganz oben auf der Tagesordnung der dortigen Bezirksvertretungssitzung. In der emotionalen Debatte warfen sich SPD und CDU-Verteter gegenseitig Populismus vor.

Die Kantine des Gartenbauvereins Rosengarten war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein großer Teil der Anwohner des Schroersdyk war gekommen, um seinem Unmut Luft zu machen oder Fragen zu stellen.

Das spiegelte sich auch in den Statements der Politiker wider. Diese vertraten sehr unterschiedliche Standpunkte. Während SPD-Vertreter Ralph-Harry Klaer Verständnis für die Sorgen der Anwohner zeigte und ihnen Hilfe anbot betonte er aber auch: „Die Straße muss gemacht werden. Wenn wir noch länger warten, wird es nur noch teurer. Wichtig ist vor allem, den Menschen klar zu sagen, was sie im Einzelnen zu zahlen haben.“ Ganz anders äußerte sich die CDU-Fraktion, die den Ausbau zumindest in der derzeitigen Form rundherum ablehnte. CDU-Vertreter Walter Fasbender trug die Historie des Falls vor und betonte dabei die Kostensteigerung für die Bürger, die sich mittlerweile auf 40 Prozent summiere. Gegenseitig warfen sich die Parteien Populismus vor, waren aber bemüht zu betonen, wann sie selbst etwas getan hätten, das Thema voran zu bringen.

Auch die Bürger kamen zu Wort. Dafür wurde die Sitzung eigens unterbrochen, um die Einwohnerfragestunde vor die Beschlussfassung zu stellen. Erwartungsgemäß bezogen sich die Fragen der Betroffenen vor allem auf den Status der Straße und die Behandlung der Giftstoffe. „Warum ist es eine Ersterschließung? Wir leben seit über 50 Jahren dort. Es gibt Kanal, Laternen und so weiter“, fragte Oliver Geertjens. Und Anja Raffay wollte wissen: „Die nun entdeckten Giftstoffe müssen doch irgendwo hergekommen sein. Von uns sind sie nicht. Warum sollen wir dafür zahlen? Warum wird nicht der Verursacher ausfindig gemacht?“

Martin Ulrich schließlich regte an, ob die Straße nicht auch günstiger zu bauen wäre. „In einer 30er-Straße kann man am Straßenrand parken. Wofür brauchen wir Parkbuchten? Und Krefelder Kissen sind auch unnötig, wenn wir Straße etwas verschränkt anlegen“, befand er. Damit lasse sich viel Geld sparen.

Norbert Hudde, der für den Fachbereich Stadt- und Verkehrsplanung vor Ort war, versprach zunächst, dass zeitnah jeder Bürger eine persönliche Kostenabschätzung bekäme. Ein Abspecken der Pläne wolle er prüfen lassen, äußerte sich aber zu den Verursachern der Giftstoffe gar nicht. Eine Ersterschließung sei die Straße per Definition des Gesetzes, da es beispielsweise keinen Bürgersteig gebe. Zu vielen anderen Fragen wusste er ohne Rückfrage zunächst keine Antwort zu geben. Glücklich waren die Anwohner mit diesen Aussagen nicht. Die hitzigen Diskussionen gingen auch nach der Sitzung auf der Straße noch weiter.

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