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Krefeld: Beschäftigungstipps für Kinder gegen Langeweile in Corona-Krise

Kampf gegen die Langeweile : Beschäftigungstipps für Kinder

Vorschläge für die Leser mit Kindern: Mit Spaß und Kreativität gegen die Langeweile zu Hause

Von Bettina van Mierlo

Irgendwann ist selbst Fernsehen oder das neue Computerspiel nicht mehr spannend – und so ganz gesund ist es ja auch nicht, stundenlang vor dem einen oder anderen zu verbringen. Jetzt ist die Zeit, sich an Unterhaltungs- und Spielmöglichkeiten mit einfachen Mitteln zu erinnern. Das bringt Spaß und ist kreativ.

Mit der guten alten Spielesammlung oder einem Knobelbecher können sich zwei oder mehr Spieler einstimmen in die „Spielzeit“. Übrigens hilft ein strukturierter Tagesablauf Eltern oder Betreuungspersonen und Kindern. Wer nur so in den Tag hinein lebt, langweilt sich schneller, verbringt seine Zeit nicht wirklich nutzbringend und kann sich möglicherweise früher oder später gar nicht mehr aufraffen, überhaupt etwas mit seiner Freizeit anzufangen. „Altmodische“ Spiele – also Spiele aus Zeiten ohne Computer, Handy oder Spielekonsole, bieten oftmals einen wertvollen Bonus, sei es das Fördern von Kreativität, motorischen Fähigkeiten, Sprache oder Vorstellungsvermögen.

Aus Steinen kann man lustige Figürchen basteln. Foto: Bettina van Mierlo

Zunächst einmal gibt es ganz einfache Ideen, die ohne jegliches Material auskommen. Das erfordert keinerlei Vorbereitung und kann immer mal zwischendurch gespielt werden.

Vorschläge ohne Vorbereitung

Untersuchungen haben ergeben, dass nahezu alle Kinder es lieben, wenn ihnen vorgelesen wird. Sie genießen nicht nur die Aufmerksamkeit, die ihnen dadurch geschenkt wird, es werden außerdem nahezu nebenbei Sprachentwicklung und Fantasie gefördert. Gleichzeitig malen manche Kinder gerne, wenn ihnen vorgelesen wird, ein Mandala zum Beispiel oder eine Szene aus der Geschichte, der sie gerade lauschen.

Bei der Buchstabenkette wird mit dem letzten Buchstaben eines Wortes ein neues Wort derselben Kategorie genannt, zum Beispiel zum Oberbegriff Tiere: der erste Spieler sagt „Elefant“, der zweite nennt ein Tier, das mit dem letzten Buchstaben beginnt, also beispielsweise Tiger, dann Reh und so weiter. Bei älteren Kindern geht das auch mit Stars und Schauspielern, Filmserien oder  Liedtiteln.

Beim Teekesselchen geht es darum, ein Wort zu finden, welches zwei Bedeutungen hat; der Mitspieler muss erraten, wie das Wort lautet. Das bekannteste Beispiel ist „Hahn“: Mein Teekesselchen steht früh auf. Mein Teekesselchen ist nützlich. Nach diesem Muster werden weitere Tipps gegeben, bis der Mitspieler erraten hat, welches Wort gemeint ist; dann ist er an der Reihe.

Mit der Hand oder Gegenständen lassen sich lustige Bilder vor einer Lampe als Schatten an die Wand werfen. Wer das lustigste Schattenbild kreiert hat, hat gewonnen.

„Ich sehe was, was du nicht siehst“ vertreibt auch die Langeweile und schult ganz nebenbei die Beobachtungsgabe.

Das etwas altmodische Stadt, Land, Fluss-Spiel lässt sich aufpeppen, indem anstatt nach einem Fluss mit passendem Anfangsbuchstaben nach einem Star oder einem Essen gesucht werden muss.

Mit einfachen Mitteln

Mit Stöckchen oder Strohhalmen lässt sich in einem Schuhkartondeckel eine Murmelbahn basteln oder aus verschieden großen Kartons, Stühlen, Decken und allem, was das Zimmer hergibt, ein Häuschen bauen. Für „Schiffe versenken“ und das Basteln von Papierfliegern oder –schiffchen reicht schon Papier. Wer aus Zitronensaft und Wasser eine unsichtbare „Tinte“ herstellt, kann geheime Nachrichten schreiben; aus Zeitungspapier, Zeitschriften, Prospekten oder Katalogen kann man geheimnisvolle Briefe schreiben, indem einzelne Wörter oder auch nur Buchstaben ausgeschnitten und aufgeklebt werden, oder aus vielen bunten ausgeschnittenen Bildern entstehen bunte Collagen, zum Beispiel zum Thema Hund, Pferd oder Ritter.

Vielleicht wird das ein oder andere Kunstwerk oder ein liebes Briefchen sogar mittels der schon länger nicht mehr für diese Zwecke genutzten Post an einen netten Menschen geschickt, der gerade seine Wohnung nicht verlassen darf?

Aus verschieden großen Steinen kann man mittels Klebstoff nette Steinmännchen basteln. Gänseblümchen oder andere kleinblütige Blumen schmücken, zum Kranz gesteckt, die Haare. Und wer schon gerade draußen oder im Garten ist: jetzt gesammelte Pflanzen oder Blumen werden in einem dicken Buch gepresst, um einige Tage später schöne Karten, zum Beispiel zu Ostern, damit zu bekleben.

Einen verblüffenden dreidimensionalen Effekt ergibt eine gemalte 3-D Hand. Dazu zeichnet man seinen Handumriss auf ein Blatt Papier, danach werden Linien über das ganze Blatt gezeichnet, aber an der Stelle, wo die Hand ist, wird ein kleiner Bogen gemalt, so als sei wirklich eine echte Hand unter dem Blatt. Mit verschiedenfarbigen Farben ergibt das ein richtiges Kunstwerk.

Mit etwas mehr Vorbereitung

Zum Herstellen von Ketten oder Armbändern ist es nötig, sich vorher mit verschiedenen Materialien einzudecken. Das Auffädeln von Holzkugeln gelingt auch jüngeren Kindern; kleine Perlen erfordern besser entwickelte motorische Fähigkeiten und auch mehr Geduld. Gerade Großeltern freuen sich bestimmt anlässlich ihres nächsten Geburtstages über so ein selbstgemachtes Schmuckstück.

Damit die Bastelbegeisterung auch beim nächsten Mal wieder groß ist, ist es hilfreich, eine kleine Belohnung als Preis parat zu haben, zum Beispiel ein Bastelheft, eine Süßigkeit oder gemeinsam das Lieblingsessen zu Mittag zu kochen.

Wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß beim Ausprobieren des ein oder anderen Vorschlags!