Krefeld: Berufsmesse zum Thema Pflege

Berufsmesse in Krefeld : Info-Tag in der Mediothek wirbt um Pflegekräfte

Praktiker informieren am 11. Februar über Möglichkeiten ihres Berufsfeldes, die in der Öffentlichkeit oft unterschätzt werden.

Mit einem Info-Tag  möchte ein Bündnis aus Pflegeeinrichtungen aus Krefeld und dem Kreis Viersen, Bildungsinstitutionen, Wirtschaftsförderung und Arbeitsagentur für die Pflege werben. Dazu laden Praktiker am Montag, 11. Februar, von 12 bis 17 Uhr in die Krefelder Mediothek und stellen dort Ausbildungsberufe vor. „Von 184.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind gut 10.000 im Pflegebereich tätig. Der demografische Wandel wird weiterhin  einen deutlichen Mehrbedarf an Fachkräften fordern“, sagt Thomas Becker von der Arbeitsagentur. Eckart Preen von der städtischen Wirtschaftsförderung freut sich, mit dieser Veranstaltung unter anderem Vorurteile gegenüber den Pflegeberufen abbauen zu können und über die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten aufklären zu können.

Die Karrierelaufbahnen innerhalb der Gesundheits-, Kranken-, Heilerziehungs und Altenpflege sind sehr vielfältig angelegt. Sie bieten Schulabgängern, Pflegehelfern, Quer- und Wiedereinsteigern wie auch zielstrebigen Migranten eine gute Perspektive. Wer die Fachhochschulreife erworben hat, kann über den dualen Studiengang Pflege, den die Hochschule Niederrhein seit dem Wintersemester 2017/18 anbietet, Führungspositionen anstreben. Wer sich noch vor dem Info-Tag informieren möchte, kann dies über die Internetseite www.karrierewelt-pflege.de tun.

Domenico Ingrassia ist begeistert von seiner Berufswahl: „Empathie kann man nicht lernen, die muss man mitbringen.“ Der 40-Jährige wurde in Sizilien geboren. 20 Jahre arbeitete er als Kellner, ehe er sich für den Beruf des Pflegers entschied. Sein Ziel einer Fachbereichsleitung will er über Fort- und Weiterbildungen erreichen. Ingrassia wird am Info-Tag beraten. „Wir wollen keine Personaler, die alles in prächtigen Farben schildern“, sagt Projektleiterin Andrea Lameck. „An diesem Tage sollen Praktiker ein unverblümtes Bild zeichnen. Pflege ist besser als ihr Ruf.“ Nur 23 Prozent der Pflegekräfte sind männlich. An der Bezahlung liegt es nicht, sie ist mit dem Handwerk vergleichbar. Die Ausbildungsvergütung steigt von 1050 Euro auf 1300 Euro, das Anfangsgehalt liegt bei 2700 Euro plus Zuschläge bei Vollzeit, hinzu kommt bei vielen Trägern noch eine Zusatz-Rentenversicherung.

Neben einer Ausstellung im Atrium der Mediothek bietet der Info-Tag neben der Rap-Gruppe „Schere, Stein, Papier“ Talkrunden zu den Themen Azubi-Talk, Heimerziehungspflege und Quereinsteiger. Letzteren bietet die Arbeitsagentur noch eine individuelle Beratung.

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