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Krefeld Bei Jugend forscht geht es um das Geheimnis der Biolimonaden

Vor dem Regionalwettbewerb Krefeld : Jugend forscht zum Geheimnis der Limo

Für den Regionalwettbewerb hat sich der 17-jährige Janis Schröther mit Limonaden befasst. Er wollte wissen, ob die Bio-Getränke besser sind als die aus herkömmlichen Märkten. Sein Ergebnis erstaunt.

In der kommenden Woche steht das Finale des Regionalwettbewerbs von „Jugend forscht“ an. Am Dienstag,  8. März,  werden 123 Jugendliche ihre Forschungsprojekte in einer Onlinepräsentation darstellen. Die Jury aus Repräsentanten von Schulen, Hochschulen und Wirtschaft wird dann eine Auswahl treffen. Die Sieger werden am Donnerstag bekanntgegeben. Aufgrund der Corona-Pandemie findet der Wettbewerb auch in diesem Jahr nicht in Präsenz statt.

Vorab präsentierte die Unternehmerschaft Niederrhein einige ausgewählte Projekte. „Diese sind aber eher nach regionalen Gesichtspunkten gewählt und lassen keinen Rückschluss auf eine Favoritenrolle zu“, betont der Projektpate Ralf Wimmer von der Unternehmerschaft.

Für das Krefelder Gymnasium am Moltkeplatz ist Janis Schröther dabei. Der Elftklässler untersuchte Biolimonaden. „Die Frage war, ob diese per se besser sind als herkömmliche Limonaden. Dafür habe ich einerseits den Geschmack, andererseits die Zusammensetzung und die Inhaltsstoffe untersucht“, erläutert der 17-Jährige. Sein Vorgehen bestand aus einer chemischen Untersuchung, aber auch aus einer Probandenstudie.

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„Ich habe zunächst sieben unterschiedliche Limonaden besorgt. Drei stammten aus einem Biomarkt, der Rest aus einem herkömmlichen Getränkemarkt. Die Auswahl war dabei eigentlich zufällig, es sind aber bekanntere Marken dabei“, erläutert er. Es folgte eine Begutachtung der Inhaltsstoffe. „Dafür habe ich einfach die Listen geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass Bio-Limonaden nicht weniger Zusatzstoffe haben müssen. Es gibt welche, die nur aus Wasser, Zucker, Zitronensaft und Kohlensäure bestehen. Andere haben aber über ein Dutzend enthaltene Substanzen – auch Stabilisatoren und so weiter“, sagt er.

Es folgte die eigene chemische Analyse. „Wichtig ist zum Beispiel auch der Säuregehalt. Dafür habe ich eine Titration vorgenommen. Dabei habe ich den Säuregehalt mit Natronlauge ausgeglichen und dann über ein Stoffmengenverhältnis den realen Säuregehalt ermittelt“, erläutert der Schüler. Danach folgte  eine Geschmacksprüfung. „Ich hatte 21 Probanden, darunter mich selbst, die in einer Blindverkostung den Geschmack in mehreren Kategorien bewertet haben. Zum Beispiel nach Süße, Säure oder wie herb es ist. Am Ende sollten alle Probanden noch ihren Favoriten, weiterhin blind, benennen“, erklärt er weiter.

Das Ergebnis zeigt eine große Vielfalt der Meinungen, aber auch einen vergleichsweise klaren Sieger. Doch bedeutet das, dass diese Limonade besser ist als andere? „Die Daten geben das in der Tat nicht her. Ich konnte im Zucker-zu-Säure-Verhältnis, in den Inhaltsstoffen oder im Geschmack keinen generellen Unterschied zwischen Bio- und herkömmlichen Limonaden entdecken. Gesünder sind sie jedenfalls nicht per se“, sagt der junge Forscher.

Das Projekt habe ihn in den gesamten Weihnachtsferien beschäftigt,  und dabei war auch die Familie eingespannt. „Ich habe die Titration am Tag vor den Ferien in der Schule gemacht. Das hat einen ganzen Tag gedauert. Der Rest hat dann meine Ferien belegt“, erzählt Janis Schröther.

Bei „Jugend forscht“ ist er bereits zum dritten Mal dabei. „Bei den ersten beiden Malen bin ich jeweils über den Regionalwettbewerb hinaus gekommen und habe beim Landeswettbewerb jeweils knapp Platz Zwei belegt. 2018 war ich darüber hinaus beim Bundesumweltpreis. Ich hatte damals untersucht, zu welchen Jahreszeiten und unter welchen Bedingungen Gewässer umkippen“, erzählt er.

Für seinen Schuldirektor Thomas Zöllner, der auch Leiter des Regionalwettbewerbs ist, ist der Wettbewerb naturgemäß wichtig. Eine besondere AG oder etwas in der Art gibt es aber am Moltke, anders als an anderen Schulen, nicht. „Es gibt da verschiedene Philosophien. Andere Schulen haben zehn, 20 Projekte. Wir sind mit weniger Projekten dabei, haben dafür aber mehr Kapazitäten, diese zu betreuen“, sagt er. Und auch wenn er als Leiter neutral sein muss: Ein bisschen wird er seinem Schützling sicher die Daumen drücken.