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Krefeld: Bei einer Radtour weist die Polizei Senioren auf Gefahren hin

Verkehr in Krefeld : Polizei zeigt Senioren Gefahrenstellen

Mit 19 Senioren war die Krefelder Polizei jetzt per Fahrrad unterwegs. Nach einer pandemiebedingten Pause hat das Seniorenpräventionsprogramm „Auf die Rente, fertig, los!“ wieder Fahrt aufgenommen.

Es sind die Klassiker, die immer wieder zu Unfällen mit Radfahrern führen. Der Tote Winkel beim Lkw, das Einfahren in Kreisverkehre, Fehler beim Abbiegen oder die sich plötzlich öffnende Autotür, die für einen Sturz sorgt – wer als Radfahrer unterwegs ist, kann viele Situationen erleben, in denen es gefährlich werden könnte. Gefahren erkennen und dementsprechend damit umgehen können, lautet deswegen die Devise.

Genau darauf setzt das Seniorenpräventionsprogramm „Auf die Rente, fertig, los!“ der Krefelder Polizei. Seit 2014 zum Angebot der Polizei gehörend, ging es jetzt nach einem Jahr Pause, bedingt durch die Pandemie, wieder mit einer geführten Fahrradtour los. Vier Beamte der Direktion Verkehr begleiteten eine Radgruppe des Vereins „Sport für aktive Bürger Krefeld“. „Wir haben zwar keine Unfallschwerpunkte als solche in Krefeld, auf die explizit hingewiesen werden müsste, aber nichtsdestotrotz ist es wichtig, radfahrende Senioren für generelle Gefahrenstellen in der Stadt zu sensibilisieren. Wir machen das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe. Wir geben Tipps für eine sichere Fahrt“, erklärte Polizeihauptkommissarin Manuela Letzelter.

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Doch bevor die Fahrt startete, war Manuel Többen im Einsatz. Er kontrollierte jedes Zweirad, wobei es sich nahezu allesamt um Pedelecs handelte. Bremsen, Licht, Reflektoren, Klingel, alles wurde von Többen überprüft, und die Räder wurden dementsprechend mit einem Aufkleber versehen. Denn verkehrssichere Räder sind mit einer der wichtigsten Punkte für eine sichere Fahrt. „Dazu empfehlen wir immer das Tragen eines Helms. Ein Helm kann schwerste Kopfverletzungen verhindern“, betonte Letzelter. Eine Schärpe für die gute Sichtbarkeit sei zwar ebenso kein Muss, biete aber zusätzliche Sicherheit. Daher gab es von der Polizei für jeden Teilnehmer eine solche Schärpe als Geschenk.

„Wir nutzen das Angebot nunmehr zum dritten Mal. Das Üben bestimmter Verkehrssituationen zusammen mit der Polizei macht einfach sicherer. Man wird auf Gefahrenpunkte hingewiesen und geht entsprechend anders mit Situationen um“, sagt Roswitha Köpke, die die Fahrradgruppe von „Sport für aktive Bürger Krefeld“ leitet und generell einmal in der Woche eine geführte Tour für die Vereinsmitglieder anbietet. Sie selber hat gehörigen Respekt vor dem Toten Winkel. „Selbst wenn ich Vorfahrt habe, nutzte ich diese nicht aus, weil ich weiß, dass mich der Lkw-Fahrer möglicherweise nicht sieht. Das ist eine typische Situation, auf die die Polizei auch immer wieder hinweist. Aber man muss es wissen, um als Radfahrer lebenserhaltend reagieren zu können“, sagt Köpke. Etwas, dass die Polizei bei ihren Touren klar macht.

Dann geht es los. Über die Mariannenstraße steuert die Gruppe die Schwertstraße an, um danach an der Viktoriastraße den ersten Halt zu machen. Den dortigen Kreisverkehr nutzen die Beamten für erste Erklärungen in Sachen sicheres Verhalten im Kreisverkehr. Wichtig ist unter anderem der Augenkontakt mit einem Autofahrer. Denn so kann sich der Radfahrer sicher sein, gesehen worden zu sein. Auch sollten Senioren auf den Pedelecs bedenken, dass der Autofahrer ihre Geschwindigkeit aufgrund des elektrisch unterstützten Radelns oft unterschätzt. „Der Autofahrer denkt, da kommt ein langsam radelnder Senior, aber dann ist er aufgrund der Tretunterstützung schon da, und es kommt zu einem Unfall“, sagt Letzelter.

Immer wieder kommt es auf der rund zweistündigen Tour zu Stopps mit Erklärungen. Aufmerksam hören die Senioren, die vieles in Punkto sicheres Radeln in Krefeld mitnehmen können, zu. In einem sind sich alle einig. Krefeld ist keine fahrradfreundliche Stadt. Das liegt vor allem an den unzureichenden und schlechten Radwegen. „Da ist Nachholbedarf betreffend Neuanlagen und Sanierungen dringend gegeben“, bemerkt Hildegard Schmitz.