Krefeld: Bayer-Schwimmerinnen bekommen Stipendium an US-Uni Greenbay

SV Bayer 08 in Krefeld : Bayer-Leistungsschwimmerinnen bekommen Uni-Stipendium in USA

Emilie Boll und Paula Schulte fliegen am Sonntag gemeinsam nach Green Bay in Wisconsin. Dort werden sie studieren und bekommen die Möglichkeit, auf hohem Niveau zu trainieren.

Für zwei Schwimmerinnen des SV Bayer Uerdingen 08 beginnt morgen ein großes Abenteuer: Emilie Boll und Paula Schulte fliegen gemeinsam in die USA und werden vier Jahre lang in Green Bay, Wisconsin, leben, studieren und trainieren. Die beiden Leistungssportlerinnen haben es geschafft, aufgrund ihrer schnellen Zeiten in der Paradedisziplin Brustschwimmen ein Stipendium für die Universität am Lake Michigan zu ergattern.

Beide sind voller Vorfreude auf das, was kommt. Das Studium mit Schwimm-Stipendium in den USA ermöglicht ihnen, was in Deutschland nicht so ohne weiteres möglich gewesen wäre. Nämlich auf hohem Niveau leistungsorientiert zu trainieren und gleichzeitig zu studieren. „In den USA sind die Trainingspläne genau auf das Studium abgestimmt“, sagt Emilie. Das Trainingspensum werde sich deutlich erhöhen: „Wir werden allein vier mal pro Woche morgens und sechs mal abends im Wasser sein.“ Beide hoffen, zunächst ihr Leistungsniveau halten zu können. „Und dann gucken, was noch möglich ist und vielleicht die Zeiten zu verbessern“, sagt Paula.

Bereits eineinhalb Jahre ist es her, dass die beiden Schwimmerinnen über eine auf die Vermittlung von Leistungssportlern spezialisierte Agentur in den Bewerbungsprozess für ein US-Stipendium eingestiegen sind. „Die Agenturen legen zum Beispiel bei Deutschen Meisterschaften ihre Flyer aus, so sind wir auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden“, erzählt Emilie. Von Anfang an war für die Freundinnen klar: Wenn USA, dann nur gemeinsam.

Für die Bewerbung mussten Emilie und Paula jeweils ein umfangreiches Profil erstellen lassen. Dazu gehörten Videos, die sie bei der Ausübung ihrer Sportart im Training und Wettkampf zeigen sowie Informationen zu ihrem sportlichen und schulischen Werdegang. Grundlage für die sportliche Einschätzung waren die geschwommenen Zeiten auf der Lang- und Kurzbahn.

Die beiden jungen Frauen schwimmen in der ersten Mannschaft des Schwimmvereins Bayer 08. „Wir haben 2016 mit Klaas Fokken einen hauptamtlichen Trainer für den Leistungsbereich eingestellt, der mit seiner Expertise unsere Talente nach vorn gebracht hat“, berichtet Katja Spielmann, Referentin für die Schwimmausbildung des Vereins. Davon hätten auch die beiden Brustschwimmerinnen profitiert und ihre individuellen Leistungen stark verbessert. Emilie Boll hat bei der jüngsten Deutschen Meisterschaft in ihrer Paradedisziplin 50 Meter Brust als Zweite angeschlagen und holte über 100 Meter Brust überraschend die Bronzemedaille.

Dafür, dass die beiden Bayer-Schwimmerinen sich für das Angebot der „University of Wisconsin at Green Bay“ entschieden haben, sei ein Skype-Telefonat mit dem zukünftigen Trainer ausschlaggebend gewesen, berichten die 17 und 18 Jahre alten frisch gebackenen Abiturientinnen. Der zukünftige Schwimm-Coach sei „mega sympathisch“ gewesen, erzählen sie übereinstimmend. Und das Geld habe auch gestimmt: Emilie und Paula bekommen im Rahmen ihres Stipendiums die Studiengebühren erlassen, müssen jedoch für den Lebensunterhalt selber aufkommen. „Es gab auch Angebote von anderen Unis“, erzählt Paula, manche davon auch nur für eine der beiden Sportlerinnen. Aber für die beiden Freundinnen stand ja fest, dass sie nur zusammen gehen wollten. Auf dem Green Bay-Campus werden die Bayer-Sportlerinnen sich ein Zimmer im Wohnheim teilen. Zwei Studenten in einem Zimmer, das ist beim „On-Campus-Living“, beim Wohnen auf dem Universitäts-Gelände, bei US-Unis üblich. Das erste Studienjahr wird der Orientierung dienen, erst später müssen die jungen Frauen sich entscheiden, welches Hauptfach sie wählen möchten. Emilie denkt an Psychologie, Paula an BWL.

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