Krefeld: Baufirmen brachten Staat um 1,8 Millionen Euro

Nicht gezahlte Steuern und Sozialabgaben : Zoll: Baufirmen brachten Staat um 1,8 Millionen Euro

Die IG Bau legt die Bilanz für das erste Halbjahr 2018 vor. Mehr Kontrollen auf Baustellen in Krefeld gefordert.

(jon) Es geht um Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei: Beamte des Zolls sollen die 126 Bauunternehmen in Krefeld noch häufiger auf illegale Machenschaften überprüfen. Das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Danach deckten Kontrolleure bei Firmen im Bereich des Hauptzollamts Krefeld in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Schaden von 4,5 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Ein Großteil des Betrugs betraf das Baugewerbe: Allein in der Baubranche entgingen dem Staat 1,8 Millionen Euro.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Für Doris Jetten von der IG BAU Düsseldorf steht fest: „Die Bauwirtschaft bleibt im Branchenvergleich ein Hotspot krimineller Energie.“ Insbesondere Beschäftigte aus Osteuropa würden häufig um den Lohn gebracht, der ihnen zustehe. Am Ende komme das den Steuerzahler teuer zu stehen. „Bei Schwarzarbeit und Mindestlohnverstößen geht dem Staat richtig Geld verloren: Steuern und Sozialabgaben – also Beiträge, die der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fehlen“, macht Jetten deutlich. Schwarze Schafe gebe es immer wieder. Die Zöllner müssten daher auch Baustellen in Krefeld stärker in den Blick nehmen, erklärte  die Gewerkschafterin.

Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Zuletzt hatte die Einheit lediglich rund 7200 Mitarbeiter. Nach Angaben des Finanzministeriums kontrollierte das Hauptzollamt Krefeld in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich im ersten Halbjahr insgesamt 402 Arbeitgeber – fünf Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter ihnen waren 118 Baufirmen. In deren Branche verhängten die Zöllner Bußgelder in Höhe von 15.000 Euro und leiteten drei Ermittlungsverfahren ein.

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