Krefeld: Barrierefreier Ausbau des Fischelner Rathauses

Baubeginn in Sicht : Fischelner Rathaus wird barrierefrei

Dafür haben die Fischelner lange gekämpft: Das Rathaus wird barrierefrei ausgebaut. Baustart soll Anfang 2019 sein.

Licht im Tunnel einer jahrelangen Hängepartie um den barrierefreien Ausbau des Fischelner Rathauses: Der Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, Rachid Jaghou, hat jetzt beim Ortstermin zugesichert, dass die Baumaßnahme Anfang 2019 beginnen soll. Der Bauantrag sei bereits eingereicht worden.

Über diese Nachricht freuen sich — stellvertretend für die Fischelner Bürger — Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm und die Mitglieder des „Aktionsbündnis für einen barrierefreien Zugang zum Bürgerbüro Fischeln“, die sich seit unzähligen Jahren für dieses Anliegen einsetzen. Zuletzt hatten sich Sprecherin Wiebke Billecke und Manfred Adam Sorgen gemacht, ob die notwendigen Mittel überhaupt im städtischen Haushalt eingestellt waren. Diese Bedenken konnte Jaghou nun ausräumen. „Damit dürfen sich die Fischelner nach einer etwas aufwändigeren Planung nun freuen, neben dem Bürgerbüro einen vollständig barrierefreien Zugang, auch zum Ratssaal, zu erhalten“ sagt Manfred Adam mit einer kleine Spitze gegen den sich lang hinziehenden Planungsprozess.

Die oberen Etagen des Rathauses stehen weitestgehend leer. Früher hatte der Bürgermeister dort seine Wohnung. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Denn bereits im Frühjahr 2017 hatte die Politik, wie seinerzeit berichtet, zugesagt, die Verwaltung werde „zügig“ eine Vorlage erstellen, so dass der Prozess ins Rollen kommen und der Bau des Aufzugs 2018 realisiert werden könne. Nun hat es länger gedauert. Der mit der Planung beauftragte Architekt hat die ursprüngliche Idee, den Aufzug außen am Gebäude zu platzieren, verworfen. Stattdessen wird der Aufzug nun im Gebäude eingebaut. Der barrierefreie Zugang erfolgt dann über die Rückseite des Gebäudes, dort, wo sich heute die Zugänge zu den Archiven im Keller befinden. Über eine Rampe können Gehbehinderte künftig in das Untergeschoss des Rathauses gelangen und von dort mit dem neuen Aufzug alle Etagen des Gebäudes erreichen.

Brandschutzmaßnahmen sind ebenfalls vorgesehen. Der Leiter des Bürgerbüros, Bernd Weinberg, hat vorgeschlagen, im Bereich des Rathausgartens zwei Behindertenparkplätze einzurichten. Auch diese Idee soll umgesetzt werden. Als dritte Maßnahme Richtung Barrierefreiheit werden behindertengerechte Toiletten eingebaut. In jedem Fall sind nach dem Umbau erstmals die Sitzungen der Bezirksvertretung auch für die Bürger zugänglich, denen der Weg ins erste Obergeschoss per Treppe verschlossen war. Der Aufzug führt noch weiter nach oben, so das sämtliche Etagen des Rathauses einen barrierefreien Zugang haben.

Was aus dem geforderten Nutzungskonzept für das in weiten teilen leer stehende Gebäude wird, bleibt auch nach Anfrage unklar. „Eine Anpassung der Nutzung ist vorgesehen“, schreibt ein Stadtsprecher knapp.

Derzeit sind weder das Bürgerbüro, noch Polizeidienststelle, noch Ratsaal, in dem die Bezirksvertretung tagt, für Menschen mit Gehbehinderungen zu erreichen. Um Dienste des Bürgerbüros in Anspruch zu nehmen, gibt es einen „Freiluft-Bürgerservice“: Betroffene melden sich über eine Klingel im Bürgerbüro. Wer es mit Hilfestellung der städtischen Mitarbeiter dennoch nicht ins Gebäude schafft, wird an der frischen Luft beraten.