Krefeld: Balett-Abend in der Fabrik Heeder

Premiere am 27. Januar : Ballett-Abend in der Fabrik Heeder

Spitzentanz, Tango oder Kinderspiel: Die Fabrik Heeder wird zum Tanzlabor für junge Nachwuchs-Choreographen.  Am kommenden Sonntag, 27. Januar, steht nun die Premiere an der Virchowstraße an.


Im Rahmen der Choreografie-Werkstatt der Fabirk Heeder haben neun Tänzer des Ballett-Ensembles Krefeld Mönchengladbach an dem Projekt Tanzlabor für junge Nachwuchs-Choreographen teilgenommen. Ballettdirektor Robert North und Sheri Cook begleiten das Projekt als Mentoren. Herausgekommen sind acht abwechslungsreiche mini-Inszenierungen. Von Vivaldi über Piazolla, von Spitzentanz bis Tango ist alles dabei. Restkarten für die Premiere sind noch erhältlich.

Die Studiobühne I verwandelt sich am Sonntag, 27. Januar, um 20 Uhr in ein Tanzlabor: Neun Tänzer des Ballettensembles werden erstmals hinter der Bühne stehen, während ihre Kollegen auf der Bühne umsetzen, was sie seit dem vergangenen Sommer gemeinsam erarbeitet haben. „Die Fabrik Heeder ist der ideale Ort für dieses wunderbare Format, selten ist der Zuschauer so nah an den Tänzern“, sagt Sprecherin  Sabine Mund. Mund weiß um das besondere Publikum, das den Tanz hier sehr schätzt. Regelmäßige Tanzreihen wie First and Further Steps, Festivals wie Move! und die biennale Tanzmesse NRW verwandeln die Fabrik Heeder seit Jahrzehnten in einen Tanzort mit Laborcharakter.

Es wurde Zeit für eine Fortsetzung der 2008 gestarteten Choreografie-Werkstatt, denn auch die Schritte vom Tänzer zum Choreographen wollen gelernt werden. „Wir haben sie wie Gastchoreographen behandelt. Die einzige Vorgabe, die die Tänzer bei der Entwicklung ihres Stückes hatten, war die Begrenzung auf eine Dauer von zehn Minuten. Bei der Auswahl der Musik, des Themas, Licht und Kostüme, waren sie völlig frei“, erklärt Sheri Cook, Ballettmeisterin, sie hat das Projekt gemeinsam mit Robert North begleitet.

Herausgekommen sind acht sehr unterschiedliche Stücke, die sich als Bausteine zu einem rund zweistündigen Tanzabend mit Pause zusammenfügen. „Alle haben sehr hart für diesen Abend gearbeitet und ihre Stücke mit sehr viel Sorgfalt und Liebe entwickelt“, betont North, der sichtlich begeistert vom Resultat seines Ensembles ist.

 Die ersten Schritte als Choreograph führen die Tänzer oftmals in ihre Heimatländer, bemerkt Ballettdramaurgin Regina Härtling. Victoria Hay ist Norwegerin und baut in ihrem Stück „You and I“ traditionelle Musik aus ihrem Heimatland ein. Auch Amelia Seth nimmt Bezug auf ihr Herkunftsland. Die Australierin startet mit dem beliebten Kinderspiel „Simon says“ und lässt die Tänzer zu Wort kommen, „daraus entwickelt sich eine umfängliche Choreographie“ verrät Härtling.

Die Rolle des Choreographen, so Seth, bringe viele Herausforderungen mit sich, doch für die Australierin war es vor allem der Blickwechsel: „Auf der anderen Seite des Schöpfungsprozesses zu stehen und Dinge aus einer  anderen Perspektive zu sehen, hat mich viel gelernt.“

Takashi Kondo zieht es nach Südamerika. „Milonga“ zeigt ein Stück über die Facetten des argentinischen Tangos. Zur legendären Musik von Piazolla stellt er gleich sieben Tänzerinnen und sechs Tänzer auf die Bühne. Humorvoll und poetisch geht es im Stück von Radoslaw Rusiecki und Francesco Rovea zu. „Hier steht der Kampf der Geschlechter im Vordergrund“, so North.

Mit Temperament und Leidenschaft führt Marco A. Carlucci die Zuschauer in „Pizzica“ (von „pizzicare“, dt. stechen oder beißen) in die Welt des süditalienischen Volkstanzes Tarantella ein. Dass sich die jungen Choreographen dabei so intensiv mit der Musikalität ihrer Stücke auseinandergesetzt haben, freut Robert North besonders. „Allen Stücken gelingt es, mittels Tanz, Theatralität und Tiefgang vom Leben zu erzählen, darum geht es bei der Arbeit eines Choreographen“, sagt North und verspricht einen inspirierenden Abend.

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