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Krefeld: Bahnhofsmission bietet Heiligabend Gottesdienst mit Feier

Zum ersten Mal in Krefeld : Weihnachtsgottesdienst an Gleis 1

Zum ersten Mal bietet die Bahnhofsmission am Hauptbahnhof ein weihnachtliches Miteinander mit Gottesdienst an. An Heiligabend geht es gegen 11.30 Uhr los. Den Gottesdienst hält Superintendentin Barbara Schwahn.

Im Hauptbahnhof können sich Reisende und interessierte Krefelder an Heiligabend auf eine Premiere freuen. Zum ersten Mal wird das Team der Bahnhofsmission zu einem weihnachtlichen Miteinander mit Gottesdienst und Bescherung einladen.  Willkommen sind alle, die Zeit und Lust auf eine Veranstaltung haben, die den Ursprungsgedanken des heiligen Abends aufgreift und vertieft.

Die Idee zu diesem besonderen Gottesdienst hatte Barbara Schwahn, seit gut 100 Tagen nun die neue Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises. „Weihnachten ist nicht nur ein Fest in gut-bürgerlichen Kreisen, sondern gerade auch für die Menschen gedacht, die ein solches Setting nicht haben“, sagt Barbara Schwahn und erinnert an die Botschaft der Weihnachtsgeschichte, an das junge Paar, sie hochschwanger, das umherirrte auf der Suche nach einer Unterkunft. „Die Bahnhofsmission ist ein Ort für Menschen, die stranden. Sie finden hier ein Dach über den Kopf, eine Anlaufstelle, Gesprächspartner in Krisensituationen und eine helfende Hand“, sagt die Superintendentin.

Nach genau so einem Ort suchten auch Maria und Josef am Abend vor Christi Geburt und fanden Unterschlupf in einem Stall. Mit dem Gottesdienst möchte Barbara Schwahn daran erinnern und die Botschaft vermitteln, dass Gott alle Menschen wertschätzt, egal wie reich oder arm sie sind. „Ich hoffe auch auf eine gewisse Außenwirkung, die die Bahnhofsmission und ihre Arbeit bekannter macht“, erklärt die Initiatorin, die den Gottesdienst selber halten wird. Sie hofft deshalb auf gutes Wetter, so dass die Veranstaltung im Freien stattfinden kann, bis auf die anderen Gleise ausstrahlt und Reisende anlockt.

Die Bahnhofsmission öffnet an diesem Tag um zehn Uhr. Zehn ehrenamtliche Helfer werden vor Ort sein, um das gemeinsame Fest auf Gleis 1 vorzubereiten, den Aufenthaltsraum zu schmücken sowie Mikrofon und Lautsprecher in Stellung zu bringen. Sophie Bollmann, Koordinatorin der Bahnhofsmission, wird dabei sein. „Gegen 11.30 Uhr beginnt das Fest. Es wird belegte Brötchen, Suppe und heiße Getränke geben. Außerdem haben wir für alle Gäste ein kleines Präsent“, sagt sie.  Die Suppe wurde gespendet, ebenso wie die Strick-Handschuhe, die über eine besondere Ausstattung verfügen. Sie sind Bluetooth-fähig, haben ein eingebautes Mikro und einen Lautsprecher, so dass man mit gespreiztem Daumen und kleinem Finger mit dem Handschuh telefonieren kann. Allerdings dürfte nicht jeder Beschenkte über das notwendige Smartphone verfügen, um die moderne Technik nutzen zu können. „Uns war wichtig, dass die Handschuhe warm sind. Da sie gespendet wurden, hatten wir keinen Einfluss auf die weitere Ausstattung“, erklärt Ludger Firneburg, Geschäftsführer der Diakonie Krefeld, Kreis Viersen, zu deren Angebot die Mission gehört. Auch die Verpackung der Handschuhe ist hochwertig und schließt mit einem Magneten. Dazu gibt es dann noch ein paar Süßigkeiten.

Neben kleinen Präsenten will das Team der Bahnhofsmission aber vor allem eins schenken: Geborgenheit. So wird es auch ein musikalisches Rahmenprogramm geben. Die Blasinstrumente werden gespielt von Jonathan, Mathis und Cohn, alle drei Schüler der Krefelder Waldorfschule, die sich bereit erklärten, die Veranstaltung zu unterstützen.

Das Friedenslicht aus Bethlehem hat den Weg zur Bahnhofsmission bereits gefunden. Bettina Furchheim hat es mitgebracht. Die Pressereferentin des Kirchenkreises erzählt: „Es ist mit den Pfadfindern über Wien und Köln nach Krefeld gekommen.“

Rund 100 Gäste werden an Heiligabend erwartet. Zwischen 60 und 100 sind es auch sonst am Tag. Insgesamt kam es 2019 zu 18.000 Kontakten, davon 340 zu Reisenden. Gut 30 Personen zählen zu den Stammgästen, die regelmäßig die Bahnhofsmission besuchen.