Krefeld: Bad in Bockum bleibt zu

Erneute Schäden im Schwimmbad : Leittechnik defekt - Bad in Bockum bleibt zu

Notwendige Ersatzteile sind nicht sofort verfügbar. Nach Aussage der Stadtverwaltung greifen aktuell keine Notfallpläne für Schulen und Vereine. Bis Mitte 2020 soll ein fertiges Bäderkonzept für Krefeld vorlegt werden.

Das Badezentrum Bockum bleibt weiterhin geschlossen. „Die sogenannte Bäderleittechnik, mit welcher unter anderem Klima, Heizung und Wasseraufbereitung des Bades zentral gesteuert werden, ist ausgefallen“, erklärt Stadtsprecher Manuel Kölker auf Anfrage unserer Redaktion. „Über eine mögliche Wiedereröffnung des Badezentrums können erst nach genauer Bestimmung des Schadenbildes, beziehungsweise der Festlegung der notwendigen Reparaturmaßnahmen seriöse Aussagen getroffen werden.“ Zurzeit geht die Sportverwaltung allerdings nicht von einer längerfristigen Schließung aus. Daher greifen aktuell keine Notfallpläne für Schulen und Vereine. Über die Kosten für Stadt können erst nach „Festlegung der notwendigen Reparaturmaßnahmen seriöse Aussagen“ getroffen werden.

Im Moment bestimmt der Technische Dienst der Sportverwaltung zusammen mit zwei externen Fachfirmen das genaue Schadenbild. „Erst dann können zielgerichtete Maßnahmen wie zum Beispiel der Austausch einzelner Steuerelemente zur Behebung eingeleitet und deren Dauer näher bestimmt werden“, so Kölker. „Das hohe Alter der vorhandenen technischen Einrichtungen erschwert diesen Prozess, da nicht für alle benötigten Komponenten notwendige Ersatzteile sofort verfügbar sind.“

Fakt ist: In der jetzigen Form steht das Bad vor dem Aus. Bis Mitte 2020 will die Verwaltung entscheidungsreife Pläne für die Zukunft des Badezentrums in Bockum sowie ein fertiges Bäderkonzept für Krefeld vorlegen.  „Es ist nicht nur fünf vor zwölf, es ist bereits fünf nach zwölf“, umschreibt Matthias Pasch, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Sport, den aktuellen Zustand der mehr als 50 Jahre alten Einrichtung. Und die Mängelliste, die Gutachter Kurt Pelzer, Experte der deutschen Gesellschaft für das Badewesen, den Politikern von Bau- und Sportausschuss sowie der Bezirksvertretung Ost vorgelegte, ist lang. „Ein ganz wesentlicher Faktor ist, dass im Bockumer Bad die Rettungswege nicht stimmen. Das gilt sowohl für die Länge als auch für die Breite. Der Brandschutz ist teilweise mangelhaft“, so der Fachmann. Auf 147 Seiten haben sich Pelzer und sein Team mit dem maroden Bad befasst. Sein Ergebnis: „Vom kaufmännischen Standpunkt ist das Bad ein wirtschaftlicher Totalschaden.“ Bis Mitte 2020 will die Verwaltung entscheidungsreife Pläne für dessen Zukunft und ein fertiges Bäderkonzept für Krefeld vorlegen.

Laut der Machbarkeitsstudie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen liegen die Kosten in Bockum sowohl für die Sanierung des Schwimmbads als auch für mögliche Neubauten deutlich im zweistelligen Millionenbereich. Die Kosten eines neuen Frei- und Hallenbadkomplex werden auf 60,9 Millionen Euro beziffert.

Das mehr als 50 Jahre alte Hallenbad Bockum war – nach mehrfachem Legionellenbefall in den Frischwasserleitungen – erst in der letzten August-Woche wieder geöffnet worden. Regelmäßig gab es in der Vergangenheit in dem kilometerlangen Netz Probleme. Die Verwaltung ließ in jüngster Zeit Leitungen reduzieren und isolieren. Aktueller Zwischenbericht: Im Moment sind die Werte wieder unter den kritischen Grenzen.