Krefeld: Anlieger am Uerdinger Rheindeich verärgert über Lärm

Aus den Stadtteilen : Anlieger am Rheindeich fühlen sich allein gelassen

Die Kritik: In den späten Abendstunden würde zu selten kontrolliert. Der KOD sei nicht erreichbar.

(oes) Nicht zum ersten Mal wies die Sitzung der Bezirksvertretung (BZV) Uerdingen den Tagesordnungspunkt „Lärmbelästigung der Anlieger am Rheindeich im Bereich Kronen- und Burgstraße“ aus. Diesmal hatte die SPD eine Anfrage, die Bezirksvertreter Burkhard Frohnert als ebenfalls Betroffener im Namen der Interessengemeinschaft Burgstraße vortrug: Danach kam es zwischen Ende April 2018 und Ende März 2019 in rund 30 Fällen zu massiven Ruhestörungen am Rheindeich und dem Werft, die sich in zahlreichen Fällen bis in die frühen Morgenstunden hinzogen und die Anwohner nicht zur Ruhe kommen ließen, da sich deren Schlafzimmer meist gegen den Deich ausgerichtet sind.

Ein mutiges Anliegerehepaar wollte dies nicht so ohne weiteres hinnehmen und rückte wiederholt nachts zu den Feiernden aus, um sie zur Rede zu stellen. Trotz ihres couragierten Auftretens erreichten die beiden aber nicht viel. Frohnerts Darstellung hinsichtlich eines Eingreifens von Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) und Polizei ließ die Uerdinger Bezirksvertreter einigermaßen ratlos zurück. In den späten Abend- und Nachtstunden war der KOD telefonisch nicht erreichbar, und auf Anrufe bei der Polizei erfuhren die Anwohner, dass Ruhestörung nicht in deren Zuständigkeitsbereich falle.

Die Bürger in dem betroffenen Bereich fühlen sich mit ihrem Problem allein gelassen. Daran ändern auch die vier bestätigten Einsätze von Ordnungshütern nichts. Die Stadt bereitet derzeit eine Verschärfung der Sanktionen bei ruhestörendem Lärm vor, auch kontrolliert der KOD tagsüber den Rheindeich intensiv, doch kommt man so den nächtlichen Ruhestörungen nicht bei.

Bezirksvertreter Elmar Jakubowski (CDU) forderte eine intensivere polizeiliche Präsenz in Uerdingen ein. Seinerzeit sei die Polizeiwache von der Alten Krefelder Straße zur Arndtstraße verlegt worden. Damit sei sie aber nicht aufgelöst worden. Seiner Meinung nach sei die Polizei im Regelfall nach 24 Uhr auch für Störungen der Nachtruhe der Anwohner zuständig.

Zu ihrer nächsten Sitzung wird die BZV Vertreter von KOD und Polizei einladen, um deren Meinung zu hören.

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