Krefeld: Angeklagte gestehen Serie von Raubüberfällen

Jugendkammer : Angeklagte gestehen Serie von Raubüberfällen

Im Dezember und Januar überfiel das Trio Spielhallen, eine Tankstelle und einen Kiosk.

(BL) Drei junge Männer haben sich vor der Jugendkammer zu einer Serie von Raubüberfällen bekannt. Im Dezember und Januar überfielen sie Spielhallen, eine Tankstelle und einen Kiosk. Die Taten sollen zum Teil  spontan ausgeführt worden sein. Wer jeweils die Idee hatte, dazu gab es unterschiedliche Darstellungen. Es müssen noch weitere Zeugen gehört werden. Der erste Überfall auf die Spielhalle an der Krefelder Straße sei nicht geplant gewesen, sagte das Trio. Man sei abends gemeinsam im  Auto gefahren, habe etwas gegessen und sich kurzfristig zu der Tat entschlossen. Nach dem Überfall sei man auf den Parkplatz eines Schnellrestaurants gefahren und habe die Beute geteilt.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe sagte gestern, dass man nicht pauschal von einer Gruppendynamik sprechen könne. Das sei zu einfach. Es gebe sehr viele Facetten, zum Beispiel, dass man „das Gesicht nicht verlieren will“ und deshalb mitmacht, oder, dass man einfach nicht „nein“ sagen kann. Zwei der Angeklagten waren zur Tatzeit erst 20 Jahre alt. Laut Jugendgerichtshilfe soll einer von ihnen zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt werden. Er trat seit  vielen Jahren  immer wieder strafrechtlich in Erscheinung. Zur Tatzeit stand er unter Bewährung und wusste, dass ein weiters Verfahren ansteht. Von seinen Sozialstunden, die in einem anderen Verfahren verhängt wurde, habe er nur fünf abgeleistet. „Das ist erbärmlich wenig“, sagte der Vertreter der Jugendgerichtshilfe. Der Angeklagte habe schon einen Arrest verbüßt und ein soziales Training durchlaufen. Das habe nicht viel geholfen. „Wir sind mit den ambulanten Maßnahmen durch“, folgerte er.

Im Falle des zweiten 20-Jährigen empfahl der Experte dagegen, eine Jugendstrafe noch zur Bewährung zu verhängen, gekoppelt an einen sozialen Trainingskurs und ein Drogenscreening. Der Angeklagte zeige Einsicht und Reue. „Die U-Haft wird ihn von weiteren Straftaten abhalten“, hoffte er. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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