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Krefeld: An der Rhine Side gibt es jetzt auch Beachvolleyball

Rhine Side Gallery in Krefeld : Sport, Kultur und Kino am Rheinufer

Biergarten, Fitnessbar, Kunstgalerie – aus der „Rhine-Side“ wird „Werft 765“. Ab dem 3. Juli kann man dort auch Volleyball spielen. Und in den Sommerferien soll es noch ein Freiluft-Programmkino geben.

Über Jahre hinweg hat sich das Deichgelände vor der Uerdinger Altstadt als ungeordneter Trink- und Partybereich für Jugendliche hervorgetan. Besonders der dem Deich vorgelagerte Werft vermittelte einen stark vernachlässigten Eindruck. In den nun anstehenden Stadtumbau des Uerdinger Kernbereichs wird auch die Rheinfront einbezogen. „Der Werft wird zu einem Ort mit gesteigerter Aufenthaltsqualität entwickelt, an dem Kunst und Street-Art, Kultur und Sport vorherrschen sollen“, freut sich Uwe Rutkowski vom Uerdinger Kaufmannsbund. „Eine Partymeile wollen wir hier nicht.“

Rutkowski weiß, worüber er spricht. Seit fünf Jahren organisiert der Kaufmannsbund in Zusammenarbeit mit dem Krefelder Stadtmarketing die „Rhine Side“. In diesem Jahr wird das Angebot, das sich nun „Werft 765 – Die Krefelder Rhine Side“ nennt, nach und nach unter anderem um zwei Beach-Volleyballfelder, eine Fitnessbar mit Liegestühlen, sechs Tischtennisplatten, Spielfelder für Schach und Boule, einen Matsch-Spielplatz für die Kleinen und kreativ gestaltete Pflanzkübel erweitert, angeboten von verschiedenen Vereinen wie TTC Blau-Weiß Krefeld, Sportclub Bayer 05 Uerdingen und Stadtsportbund.

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Auf einer im mittleren Werft errichteten Bühne sollen zudem künstlerische Darbietungen stattfinden. „Wir haben uns mit dem Fachbereich Stadtplanung verzahnt“, erklärt Claire Neidhardt, Leiterin des Stadtmarketings. „Wir probieren aus, welche Nutzung hier denkbar ist. Vorschläge nehmen wir jederzeit gerne entgegen.“ Die Ergebnisse fließen in den Gestaltungswettbewerb ein, der für diesen Teil des Uerdinger Stadtumbaus ausgeschrieben wird.

Einer der Höhepunkte des Programmangebotes soll ein Freiluftkino sein, das nicht nur den Blick auf die Leinwand, sondern auch direkt auf den Rhein bietet. Karsten Bourdoux, der den Primus-Palast in der Lewerentzstraße betreibt, Kinobegeisterten besser als Casablanca bekannt, wird das Open-Air-Kino in den Sommerferien am Rhein organisieren. Pandemiebedingt musste er warten, bis sich die Filmverleiher mit den Bundesländern auf einen gemeinsamen Öffnungstermin (1. Juli) für alle deutschen Kinos geeinigt hatten.

Bourdouxs Großvater hatte das Kino in der Innenstadt 1926 in den umgebauten Hallen einer alten Ölmühle eröffnet.  Auf glanzvolle Filmpremieren folgten die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, der Wiederaufbau, Umbenennungen in „Lux-Theater“ und Casablanca“, Finanzprobleme und der Wiederaufstieg als Programmkino mit einer treuen Schar begeisterter Krefelder Cineasten. Der 51-jährige erfahrene Eventmanager Bourdoux hat an den Gründungsnamen des Kinos „Primus-Palast“ angeknüpft.

Der Kinobegeisterte wird das „Primus-Kino“, wenn es nach den Pandemie-Beschränkungen wieder öffnet, weiter als Programmkino führen. Diese sind klein, individuell und reich an Atmosphäre. Bourdoux, der an vielen Kino-Projekten mitgewirkt hat von Düsseldorf über das Schlachthof-Kino bis zum Open-Air-Kino auf der Krefelder Rennbahn, ist überzeugt, dass sein Gegenentwurf zu den Multiplex-Großkinos gute Marktchancen hat, wenn er eine attraktive Mischung aus gängigen Blockbustern und Filmen abseits des Hollywood-Mainstreams bietet. „In Krefgeld gibt es ein solides Art-Home-Publikum“, sagt Bourdoux. Seine Erfahrung wird er auch in dem Uerdinger Freiluft-Kino auf dem Areal „Werft 765“ einbringen. Die Vorstellung ist auf den Beach-Volleyball-Plätzen vorgesehen, die am Abend umgeräumt und mit einer aufblasbaren Leinwand versehen werden.

Um die lärmgeplagten Deichanwohner zu schonen, ist das Kino als „Silent–Veranstaltung“ geplant. An die Besucher werden desinfizierte Kopfhörer ausgeliehen, die nach der Vorstellung wieder eingesammelt werden.

Das Sicherheitskonzept auf dem neu gestalteten Areal ist bisher aufgegangen. Neben einer umfassenden Videoüberwachung hat das Krefelder Stadtmarketing den erfahrenen Wachdienst „BauWatch“ verpflichtet, der das Gelände nachts überwacht. Auch der Kommunale Ordnungsdienst ist „sensibilisiert“, wie es Stadtmarketing-Chefin Neidhardt ausdrückt. Für Uwe Rutkowski haben sich die Uerdinger bisher von ihrer besten Seite gezeigt: Sie helfen nach Kräften mit. Die an der Rheinfront aufgestellten Pflanzkübel blieben bisher unangetastet, und es fanden sich genügend Paten für die Pflege der Pflanzen. Der Chef des Kaufmannsbundes beobachtete, dass die Uerdinger sehr aufpassen, dass die angenehm-friedliche Stimmung auf dem Gelände nicht gestört wird. Ein Zeichen, wie wertvoll das Projekt „Werft 765“ für die Rheinstadt ist.