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Krefeld: Aktion Schmetterlinge und Nachtfalter zählen

Naturschutzbund in Krefeld : Aktion Schmetterlinge und Nachtfalter zählen

Schmetterlinge gehören zu den beliebtesten Insekten. Ihr Farben- und Formenreichtum ist beeindruckend vielfältig – vom bunten, großen Segler bis zu kleinen, eher unscheinbaren Arten reicht das Spektrum. Doch es werden immer weniger – auch in Krefeld.

Der Schmetterling mit dem Namen der Kleine Fuchs ist in Krefeld am häufigsten vertreten. Das haben Zählungen der Bürger bei einer Aktion des Naturschutzbundes Krefeld und Viersen ergeben. Es folgt in der Liste der größten Populationen in der Seidenstadt der Kohlweißling, der Admiral gefolgt von Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Distelfalter, Bläuling und Großes Ochsenauge.

Ob sich in der Verbreitung etwas geändert hat, soll die neue Zählung, die vom heutigen Dienstag bis zum 15. Juli dauert, ergeben. Schmetterlinge und deren Lebensräume, so der Nabu, werde in Nordrhein-Westfalen immer seltener. Mit dem neuen Projekt „Mehr Platz für Falter – jetzt wird`s bunt!“ möchte der Natruschutzbund NRW auf den dramatischen Verlust der Insektenvielfalt am Beispiel der Schmetterlinge aufmerksam machen und gemeinsam mit Naturinteressierten etwas dagegen unternehmen.

Ein wichtiger Teil des Projektes ist die bereits seit 2015 landesweit stattfindende Schmetterlingszählaktion. „Anders als in den vergangenen Jahren werden dabei aber nicht nur Tagfalter erfasst, sondern auch Nachtfalter“, so Christian Chwallek, stellvertretender Nabu-Landesvorsitzender. „Denn von den rund 2500 Schmetterlingsarten in NRW zählen gerade einmal fünf Prozent zu den Tagfaltern“, so Chwallek weiter. Alle Schmetterlingsfreunde ruft der Nabu deshalb auf, vom 15. Juni bis 15. Juli im eigenen Garten, im Park um die Ecke, am Straßenrand oder an anderen Stellen, an denen Schmetterlinge auftauchen, Falter zu zählen.

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Die genaue Zählanleitung und Abbildungen der im Fokus stehenden zwölf Tag- und sechs Nachtfalterarten sind auf einer Zählhilfe vermerkt, die beim Nabu-Landesverband kostenfrei erhältlich ist. Flyer und Zählhilfe sind zudem unter www.platzfuerfalter.de abrufbar. Auch weitere Arten, die nicht auf dem Zählbogen abgebildet sind, dürfen angegeben werden – denn jede Meldung zähle, betont der Nabu. Zur Auswertung sollten die ausgefüllten Zählhilfen bis zum 22. Juli entweder per Post an die Landesgeschäftsstelle des Nabu NRW oder per E-Mail an Falter@Nabu-NRW.de geschickt werden.

Weiterer Baustein des Projektes: Kitas, Schulen und Gartenbesitzende werden aufgefordert ihre Gärten schmetterlingsfreundlich zu gestalten. Neu ist, auch Kirchen und Gemeinden werden nun angesprochen, Friedhöfe schmetterlingsfreundlich werden zu lassen. Für ihren Einsatz können die Teilnehmenden eine Auszeichnung erhalten. Insbesondere die für Schmetterlinge und weitere Insekten lebensfeindlichen Schottergärten hofft der Nabu zumindest teilweise so wieder in wertvolle Lebensräume für Schmetterlinge umwandeln zu können.

Unterstützung erhalten alle Interessierten durch das vielfältige Informationsmaterial, das im Rahmen des Projektes erstellt wird. Zudem werden in ganz Nordrhein-Westfalen Falterfreunde und -freundinnen ausgebildet, die dann vor Ort mit Rat und Tat bei der Gestaltung von schmetterlingsfreundlichen Gärten behilflich sein werden.

Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. Drei Partnerinstitutionen unterstützen das Projekt.

Info: www.platzfuerfalter.de.