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Krefeld: Agentur für Arbeit meldet: so wenig Arbeitslose wie zuletzt 1992

Agentur für Arbeit : Rekord: So wenig Arbeitslose wie zuletzt 1992

132.000 Vollzeitbeschäftigte und 48.000 Arbeitnehmer in Teilzeit – Minijobber nicht mitgezählt – verbuchte die Krefelder Agentur für Arbeit im vergangenen Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen lag zum Stichtag auf einem Rekordminus.  Der Ausblick  auf 2019 ist optimistisch. Auch 200 Krefelder Langzeitarbeitslose dürfen hoffen.

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Arbeitsagentur Krefeld war im vergangenen Jahr so gering wie seit 1992 nicht mehr. Zum Stichtag 31. Dezember standen 20.606 Personen zu Buche. Vor 26 Jahren waren es 19.073. Über diese Entwicklung informierten am Freitag Bettina Rademacher-Bensing (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld) sowie als Vertreter des Verwaltungsausschusses Ralf Sibben (Unternehmerschaft Niederrhein) und Klaus Churt (Deutscher Gewerkschaftsbund Region Düsseldorf) bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

„Mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes in Krefeld und im Kreis Viersen sind wir zufrieden. Die Entwicklung war positiv“, zeigt sich Bettina Rademacher-Bensing erfreut. „Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit gegenüber November nochmals leicht gesunken. Aktuell sind es 5,5 Prozent (1199 Personen) weniger als vor einem Jahr. Was mich besonders freut: Die Beschäftigung im Agenturbezirk liegt auf Rekordniveau. Hier sind 183.853 Menschen in Lohn und Brot, eine Steigerung von 3467 Personen gegenüber dem Vorjahr“, konstatiert Rademacher-Bensing.

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Der Arbeitsmarkt war auch im Jahr 2018 von einer hohen Dynamik geprägt. So mussten sich von Januar bis Dezember 48.936 Männer und Frauen arbeitslos melden, demgegenüber konnten aber auch 50.001 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

„Aufgrund der überwiegend positiven Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2019 bin ich verhalten optimistisch, dass sich die gute Entwicklung des vergangenen Jahres auch in der ersten Hälfte 2019  fortsetzt“, blickt Rademacher-Bensing zuversichtlich nach vorne.

Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Krefeld 9,7 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als vor zwölf Monaten. Krefeld hat nach wie vor mit den Folgen des vor rund 40 Jahren begonnenen Strukturwandels zu kämpfen. So kommen die heutigen Top-Branchen allesamt aus dem Dienstleistungssektor. Im Gesundheitswesen sind rund 15.000 Menschen, im Einzelhandel 14.000 und im Großhandel ebenfalls 14.000 Personen beschäftigt. Das produzierende Gewerbe rangiert auf den Plätzen fünf und sieben. In der  chemischen Industrie verdienen 8300 Arbeitnehmer ihr Geld und in der Lebensmittel- und Tierfutterherstellung sind es noch einmal weniger.

Der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen ist in Krefeld seit langem ein Problem. Mit dem „Teilhabechancengesetz“ eröffnet die Bundesregierung die Türen für einen „zweiten Arbeitsmarkt“. Die Agentur für Arbeit erwartet für die Stadt Krefeld Zuschüsse, um 200 Stellen für einen Maximalzeitraum von fünf Jahren ganz beziehungsweise überwiegend auf Tariflohnniveau zu finanzieren. In den ersten beiden Jahren übernimmt die Arbeitsagentur 100 Prozent der Lohnkosten. Im ersten Quartal dieses Jahres soll eine Gruppe aus  30 bislang langzeitarbeitslosen  Männern und Frauen in den Arbeitsprozess zurückfinden. Neben der Stadtverwaltung Krefeld, die Stellen in der Grünpflege, in Kindertagesstätten und an Schulen schafft, sind es die Wohlfahrtsverbände und einige Unternehmen, die sich beteiligen.

 Außer den Langzeitarbeitslosen sind es speziell behinderte und ältere Arbeitnehmer ab 55 Jahren, die nicht in ausreichendem Maße von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren konnten. Positiver sieht es für die jüngere Generation aus. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit unter 25 Jahren konnte im Vergleich gegenüber dem Vorjahr um 50 Personen gesenkt werden. Sie liegt aktuell bei 1499, das entspricht einer Quote von 5,2 Prozent.

„Mich freut die stabile Entwicklung bei den jüngeren Menschen. Jedoch fehlen weiterhin Ausbildungsstellen in Krefeld. Hier muss sicher noch mehr passieren. Auch gilt es, die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen stärker in den Fokus zu nehmen“, so Klaus Churt. „Qualifikation ist der Schlüssel, Menschen dauerhaft - zumal in einer sich weiter wandelnden Arbeitswelt - in Beschäftigung zu bringen.“