Krefeld: AfD-Politiker Guido Krebber erklärt sein "aufräumen"-Zitat

Nach Neujahrsempfang in Krefeld: AfD-Politiker erklärt sein "aufräumen"-Zitat

Die Formulierung soll jetzt sogar vom NRW-Innenminister geprüft werden: Der Krefelder AfD-Politiker Guido Krebber hatte beim Neujahrsempfang der Partei in Krefeld gesagt, wenn die AfD erst einmal die Mehrheit habe, werde "endlich aufgeräumt in diesem Land".

Der drohende Unterton hatte für scharfe Reaktionen gesorgt; die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann will NRW-Innenminister Reul (CDU) auffordern zu prüfen, ob sich der Satz mit Krebbers Diensteid als Polizist verträgt. Krebber fühlt sich missverstanden. "Konkret androhen wollte ich damit nichts", betonte er jetzt, "von einer Drohung kann keine Rede sein".

Er habe politische Reformen, Gesetzesentwürfe und Eingaben gegen politische Fehlentwicklungen im Sinn gehabt. Zudem betonte Krebber den Kontext. "Das war ein Neujahrsempfang, der dem Charakter nach mit einem Politischen Aschermittwoch zu vergleichen ist. Natürlich geht es dabei auch um Polarisierung. Aber konkret androhen wollte ich mit der Formulierung nichts."

Burkhard Schröder (60), Vorsitzender der Krefelder AfD, ergänzte, dass es beim Politischen Aschermittwoch der CSU "deftiger" zugehe. Er ärgere sich darüber, dass solche Formulierungen bei der AfD auf die Goldwaage gelegt würden; "andere Politiker machen das auch". Krebber sagte, seine Sprache sei vielleicht durch den Ruhrpottslang geprägt; "da habe ich vielleicht manchmal eine harte Ausdrucksweise"; er sei aber Demokrat durch und durch und teile keine "ultrarechten Positionen".

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Die AfD sei eine demokratische Partei, die Krebber als konservativ beschreibt. "Wenn es linke Parteien gibt, muss es auch konservative Parteien geben." Auch Schröder will nicht in die rechtsextreme Ecke gestellt werden. "Ich war CDU-Mitglied und bin wegen Angela Merkel dort ausgetreten. Ohne Merkel würde es uns nicht geben." Beide sind überzeugt, dass sich der Stil der Äußerungen auch bei der AfD abschleifen werde, so wie er sich bei den Grünen und der Partei Die Linke abgeschliffen habe.

Krebber, der stellvertretender AfD-Vorsitzender in Krefeld und Vize-Vorsitzender im AfD-Bezirksverband Düsseldorf ist, sieht einer Überprüfung seiner Formulierung durch den Innenminister gelassen entgegen: "Ich wüsste nicht, was ich mir dienstrechtlich vorzuwerfen hätte." Die SPD bausche das Thema auf, weil sie viele Wähler an die AfD verloren habe. So habe die AfD bei der Bundestagswahl im Ruhrgebiet in SPD-Hochburgen teils 20 Prozent geholt.

(vo)