Krefeld: 45.000 Besucher beim Linner Flachsmarkt

Krefeld-Linn : 45.000 Besucher flanieren über den Flachsmarkt

In der Vergangenheit wurde auf dem Flachsmarkt Flachs gegen Alltagsgegenstände getauscht. Heute steht der Markt für Brauchtumspflege und jede Menge Spaß. In diesem Jahr freuten sich die Linner Landsknechte über die Wahlefeld-Plakette. NRW-Minister Laumann eröffnete das Fest.

Die Bedingungen hätten nicht besser sein können. Die Sonne schien fast das gesamte Wochenende lang, dennoch hielt sich die Hitze bei rund 25 Grad in Grenzen. Entsprechend groß war der Publikumszuspruch beim 43. Linner Flachsmarkt. Dabei allerdings gilt diese Zahl nur für die Märkte der Neuzeit, denn in der Vergangenheit bis ins Jahr 1903 fand das historische Vorbild des heutigen Marktes für rund sieben Jahrhunderte zumeist mehrmals jährlich an gleicher Stelle statt.

Heute steht aber nicht der Verkauf von Flachs gegen Alltagsgegenstände, sondern Spaß, Unterhaltung und nicht zuletzt Brauchtumspflege im Vordergrund. Für diese steht wie kaum eine andere Gruppe die Gemeinschaft der Linner Landsknechte. Sie sind ein Freundeskreis, der unter anderem Mitglied im Schützenverein ist und auch schon mehrfach den Linner Schützenkönig stellte. Als Aktive beteiligen sie sich an zahlreichen Veranstaltungen im Burgstädtchen. Aus diesem Grunde wurde die Gruppe in den historischen Gewändern Samstagmorgen von NRW-Minister Karl-Josef Laumann, Schirmherr der Veranstaltung, mit der Leopold-Wahlefeld-Plakette geehrt. Damit würdigten die Organisatoren des Flachsmarktes die Verdienste der Gesellen um Heimat und Brauchtum.

Rittler, Gaukler, Barden

Aber nicht nur die Landsknechte, viele Gruppen und Aussteller des Flachsmarktes machten sich auch in diesem Jahr wieder um die Bewahrung des Vergangenen verdient. Egal, ob Ritter, Gaukler, Barden oder Handwerker, sie alle ließen Geschichte lebendig werden und boten Einblick in eine Vielzahl von Berufen. Auch für Kinder gab es wieder viel zu tun. Mit mittelalterlichen Werkzeugen konnten sie töpfern, schnitzen, drehen oder flechten. Natürlich durfte auch eine Show mit Greifvögeln nicht fehlen, mit denen sich die Zuschauer, egal ob jung oder alt, auch fotografieren lassen konnten. Neben Steppenadler und Harris Hawk gab es aber auch eine Vogelspinne.

Rund 45.000 Besucher, schätzt Alexander Raitz von Frentz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt, kamen am Pfingstwochenende nach Linn. "Eine Resonanz wie diese ist für uns ein schöner Beleg dafür, dass der Flachsmarkt auch in der 43. Auflage seinen festen Platz im jährlichen Terminkalender vieler Krefelder und anderer Besucher hat", sagte von Frentz.

Friedliches Fest

Ein positives Fazit zog auch das Rote Kreuz. Trotz der großen Zahl an Besuchern galt es für die ehrenamtlichen DRK-Mitarbeiter nur knapp 50 Mal Hilfe zu leisten. Lediglich ein Besucher musste mit einer Augenverletzung abtransportiert werden. Ansonsten gingen die meisten Einsätze auf Hitze und Dehydration zurück. "Am Samstag hatten wir einen Krankentransport, am Sonntag waren es überwiegend Kreislaufprobleme wegen der Wärme. Die Menschen hatten zu wenig getrunken oder keine Kopfbedeckung getragen", berichtete DRK-Einsatzleiter Ferdinand Puppe.

Gut 300 Aus- und Darsteller nahmen in diesem Jahr teil. Neu war allerdings, dass auch das Archäologische Museum Burg Linn geöffnet hatte. Die Eintrittskarten sollten Besucher nicht wegwerfen. Sie gelten bis Ende 2018 auch für das Niederrheinmuseum, die Burg und das Deutsche Textilmuseum.

Unter dem Motto "Handwerk mit Kopf und Hand" findet wieder ein Fotowettbewerb statt. Besucher können ihre Bilder noch bis zum 26. Mai bei Facebook oder unter www.flachsmarkt.de" hochladen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Flachsmarkt in Krefeld 2018

(RP)
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