Bilanz Check In Berufswelt 4000 Schüler besuchen Berufsmessen

Krefeld · Cigdem Bern, Personaldezernentin der Stadt Krefeld, schlägt vor. mehr jugendgerechte Videos von Ausbildungsplätzen anzubieten und trifft damit auf Zustimmung be der Agentur für Arbeit.

 Ein Vertreter des Berufskollegs Kaufmannsschule bekommt von Jürgen Steinmetz (IHK) eine Urkunde überreicht.

Ein Vertreter des Berufskollegs Kaufmannsschule bekommt von Jürgen Steinmetz (IHK) eine Urkunde überreicht.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Bei der Krefelder Bilanz der Initiative Check-in Berufswelt an der Gesamtschule Uerdingen war gute Stimmung angesagt. „Ich bin froh, dass wir gemeinsam mit den Schulen, der Stadt, den Ausbildungsbetrieben und allen anderen Akteuren über die Pandemie hinweg durchgehalten haben“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Diese Hartnäckigkeit habe sich im gesamten IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein ausgezahlt und positiv niedergeschlagen. „Wir haben noch einmal ordentlich zugelegt“, sagte er und ließ Zahlen sprechen. Mit rund 4000 Schülerinnen und Schülern besuchten 550 mehr als im Vorjahr die vier zentralen Veranstaltungen im Mai, davon 1350 allein in Krefeld. Als „schöne Steigerung“ bezeichnete er die 244 Ausbildungsbetriebe, die sich an den zentralen Veranstaltungen beteiligt hatten – 40 mehr als im Vorjahr. In Krefeld nahmen 60 Betriebe teil, sieben mehr als zuvor.

Steinmetz weiß aus täglichen Gesprächen mit den IHK-Mitgliedsfirmen um den anhaltenden Fachkräftemangel. „Der Druck in den Betrieben steigt. Seit acht Jahren bei der IHK habe ich es noch nicht erlebt, dass Arbeitgeber so um den Nachwuchs und ihr Personal kämpfen. Heute haben wir deutlich mehr offene Stellen als Bewerber.“ Der Ansturm der 4000 Schülerinnen und Schüler auf die Messestände zeigte an allen vier Standorten, dass das neue Konzept ankommt. Es ermöglicht erheblich mehr Kontakte zwischen Arbeitgebern und Jugendlichen als das frühere Aufsuchen einzelner Betriebe, das immer noch möglich ist. Außerdem durften an den Messetagen auch Praktika und Schnuppertage bei den Betrieben vereinbart werden.

Den Arbeitsmarkt hat berufsbedingt auch Matthias Elvenkemper von der Agentur für Arbeit in Krefeld im Blick. Aktuell meldet die Agentur 1705 Ausbildungsstellen in Krefeld, von denen noch 461 zu besetzen sind. Insgesamt sind 1482 Bewerber registriert, von denen noch 211 eine Stelle suchen. Hier sieht Elvenkemper noch Vermittlungsbedarf, zumal in Krefeld mehr als 80 Ausbildungsberufe im Angebot seien. „Wenn es das Format Check-in nicht gebe, müsste man es erfinden“, lobte er. Dem Vorschlag der Personaldezernentin der Stadt Krefeld, Cigdem Bern, mehr jugendgerechte Videos von Ausbildungsplätzen anzubieten, schloss er sich an. Wie am Bilanztag üblich, wurden auch Schulen ausgezeichnet, weil sie sich in vielfältiger Weise bei der Durchführung der Berufsorientierung engagieren. Zum Beispiel bereiten an der Gesamtschule Uerdingen die engagierten Koordinatoren für berufliche Orientierung, Anna Josch (36 Jahre) und Alexander Brefort (29) das ganze Jahr über Schülerinnen und Schüler auf die Projekttage vor. Steinmetz und Bern verteilten Urkunden an Vertreter von elf Schulen.

(sti)
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