Krefeld: 3,5 Millionen Euro für Bürgerbüro im Rathaus

1000 Quadratmeter großer Standort : 3,5 Millionen Euro für Bürgerbüro im Rathaus

Der Bürgerservice Mitte soll in zwei Jahren vom Seidenweberhaus in die ehemalige Halle des Einwohnermeldeamtes am Von-der-Leyen-Platz umziehen. Oberbürgermeister Meyer verspricht moderne Arbeitsplätze und viel Technik.

Krefeld verspricht, den Dienst am Kunden zu verbessern. Mehr als 3,5 Millionen Euro lässt sich die Verwaltung den Umzug des Bürgerservice Mitte aus dem Seidenweberhaus in die ehemalige Halle des Einwohnermeldeamtes im Rathaus am Von-der-Leyen-Platz kosten. „Wir haben eine ganze Weile getüftelt, jetzt haben wir ein zukunftsfähiges Konzept, das den belangen der Bürger und der Mitarbeiter entspricht“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Der Verwaltungschef verspricht modernste Arbeitsplätze am neuen 1000 Quadratmeter großen Standort im Rathaus-Erdgeschoss, dazu viel Technik, die Bürgern und Bediensteten helfen soll, unnötiges Warten zu verhindern. In rund zwei Jahren soll der neue Bürgerservice Mitte einsatzbereit sein. „Seinen persönlichen Termin kann dann jeder Bürger vorab zu Hause im Internet festmachen“, ergänzt Stadtdirektorin Beate Zielke.

Rund 40.000 Menschen pro Jahr kommen derzeit mit ihren großen und kleinen Anliegen zum Bürgerservice Mitte. Eines haben fast alle gemeinsam, wenn sie den nostalgischen Bereich im Seidenweberhaus betreten: Warten ist angesagt. Meyer räumt ein, dass die Situation in den Bürgerbüros immer wieder für Frust und Ärger sorgt. „Am einen Tag ist der Andrang groß, am nächsten Tag der Krankenstand beim Personal hoch. Bürger und Kollegen sind unzufrieden“, sagt der Verwaltungschef, der für die Räumlichkeiten ein Ambiente verspricht, in dem sich  beide Seiten wohlfühlen: „Schließlich ist der Bürgerservice die Visitenkarte der Stadtverwaltung.“

Die Rahmenbedingungen hat das städtische Bauamt in einer Machbarkeitsstudie prüfen lassen. „Rund 30 Arbeitsplätze sollen dort entstehen, davon sind mindestens zehn permanent besetzt“, verspricht Zielke. „Kein Bürger, ob mit oder ohne Termin, wird dort vor verschlossenen Türen stehen.“ Sollte vor Ort doch einmal gewartet werden müssen: Rund 60 Plätze stehen hierfür zur Verfügung, inklusive Getränkeautomat und Snack-Box. Als Anlaufpunkt dient ein Info-Point, an dem zwei Stadtbedienstete Fragen beantworten und Unterlagen aushändigen. „Für den Hundebeutel muss keiner mehr anstehen“, beschreibt Meyer die künftige Situation.  „Online-Termine können an speziellen Terminals auch dort festgemacht werden“, sagt Fachbereichsleiter Dirk Bangel. „An einem weiteren Gerät, einem Speed-Capture, können erste Daten für Ausweise und Pässe schon durch den Bürger selbst erfasst werden, das spart später am Schalter ebenfalls Zeit.“ Der Experte betont: „Alle aktuellen Standards des Datenschutzes werden natürlich eingehalten.“

Vorgaben der Denkmalpflege müssen beim Umbau im Rathaus berücksichtigt werden, betonen der Chef des Gebäudemanagements, Rachid Jaghou, Stadtdirektorin Beate Zielke und Dirk Bangel, Fachbereichsleiter Bürgerservice (v.l.). Foto: Joachi Nießen/Joachim Niessen
Die Koffer für die Krefelder Wahllokale werden in den Räumen gelagert. Foto: Joachim Niessen/Joachim Nießen

Ebenfalls berücksichtigt werden zahlreiche Vorgaben der Denkmalpflege. So ist der Zugang zum neuen Komplex barrierefrei nur über den Von-der-Leyen-Platz möglich. „Einem behindertengerechten Umbau des Eingangs an der St.-Anton-Straße haben die Denkmalschützer nicht zugestimmt“, so Rachid Jaghou, Fachbereichsleiter des Gebäudemanagements.  Auch im Inneren der Halle, die derzeit teilweise als Lagerfläche vom Wahlamt genutzt wird, ist nicht jede Veränderung möglich. „Wir werden zur Straße Büros einbauen lassen, im Innenraumfoyer werden  Einzelarbeitsplätze für den Bürgerservice entstehen“, erklärt Jaghou. Natürliches Licht werde es dort durch freizulegende Sheddachfenster geben. „Diese sind seit Jahren wegen einer abgehängten Decke nicht mehr sichtbar.“ Auch die abgerundeten Fassadenfenster unter den Arkaden an der St.-Anton-Straße sind denkmalwürdig und werden ebenso überarbeitet wie Betonteilflächen der historischen Stützen, die im Trockeneisverfahren gereinigt werden. „Ebenfalls aus Gründen der Denkmalpflege wird der Boden mit Linoleum ausgelegt, ein Teil der vorhandenen Trennwandmöbel aus Holz und Glas, die aus den 1950er Jahren stammen, wird ausgebaut, aufgearbeitet und als Wandelement wider eingesetzt“, so der städtische Bauexperte. Dazu gibt’s eine neue Elektro- und Netzwerktechnik.