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Krefeld: 26-Jähriger raste mit Schrottwagen in den Gegenverkehr

Selbstmord ankündigt : Gericht: Mit Schrott-Pkw in den Gegenverkehr gerast

Das Gericht muss entscheiden, ob der 26-jährige Beschuldigte dauerhaft untergebracht wird.

(BL) Das Landgericht hat gestern das Verfahren gegen einen 26-Jährigen fortgesetzt, der mit dem Auto in den Gegenverkehr gerast sein und damit mehrere Menschenleben gefährdet haben soll. Der schwarze Audi hatte keine Nummernschilder, nur drei Reifen und einige Scheiben fehlten, sagte die Mutter des Beschuldigten. Sie hatte die Polizei gerufen, nachdem ihr Sohn einen Selbstmord ankündigte und in den schrottreifen Pkw gestiegen war.

Sie habe gar nicht gewusst, dass das Auto überhaupt noch fahren kann, sagte die 66-Jährige. Ihr Sohn habe eine schlimme Nacht hinter sich gehabt, er glaubte, er werde verfolgt. Auffällig sei er schon seit der Kindheit gewesen. Seine Lehre musste er wegen seiner Krankheit beenden. Nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin sei der Zustand aber noch schlimmer geworden. Der Richter fragte, ob sie glaube, dass er sich aufgrund von Wahnvorstellungen oder, weil ihn die Trennung so sehr belastete, das Leben nehmen wollte. Es sei wohl beides, sagte die Rentnerin.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte  heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln auf der Hückelsmeystraße in den Gegenverkehr fuhr, um einen Unfall zu provozieren. Mehrere Autofahrer mussten ausweichen.

  Am ersten Verhandlungstag hatte der Mann noch gesagt, er werde sich nicht äußern, gestern dagegen zeigte er sich mitteilsam und machte Angaben zu Familie und Beziehung. Die Beziehung sei einige Monate vor der Fahrt beendet gewesen, gab er an. Das gemeinsame Kind wurde kurz nach der Geburt in einer Pflegefamilie untergebracht.

Eine 48-Jährige berichtete, sie sei Richtung St. Tönis unterwegs gewesen, als ihr der schwarze Audi ohne Kennzeichen  entgegenkam. Etwa 100 Meter war er entfernt, sie habe noch gedacht: „Er überholt ganz schön gewagt.“  Erst ging sie vom Gas, dann bremste sie stark ab. „Ich bin auf den Grünstreifen rechts gefahren, das war knapp“, sagte sie. Dann habe sie erkannt: „Es war nicht einfach knapp überholt“ und die Polizei gerufen. Im Rückspiegel habe sie außerdem gesehen, dass schwarzer Qualm aus dem Auto stieg.

Das Gericht muss entscheiden, ob der 26-Jährige dauerhaft untergebracht wird. Die Verhandlung wird im Januar fortgesetzt.