Krefeld: 18 Millionen Euro für neuen Radweg bis Venlo

Hochwertiger Belag : 18 Millionen Euro für neuen Radweg bis Venlo

Die knapp 45 Kilometer lange Verbindung wird am 30. Oktober den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Stadtsanierung vorgestellt wird. Ein Anlass ist die Stärkung der Beziehung zwischen Krefeld und der Partnerstadt.

Es fallen Grenzen in den Köpfen, Landesgrenzen werden überschritten, der Niederrhein rückt zusammen: Mehrere Verwaltungschefs, darunter auch Oberbürgermeister Frank Meyer, haben im historischen Ratssaal des Krefelder Rathauses die Machbarkeitsstudie zur Radwegeverbindung zwischen Horst aan de Maas und Krefeld vorgestellt. Knapp 45 Kilometer lang ist die angedachte Verbindung, die rund 18 Millionen Euro kosten wird. Die Route führt aus Westen kommend von Horst über Venlo, wo es zwei Zweige geben wird: Zur Fontys-Hochschule und zum Bahnhof. Beide treffen sich wieder in Kaldenkirchen, von wo es über Lobberich, Grefrath, Kempen an Tönisvorst vorbei auf die Krefelder Promenade geht. Das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen (Aachen / München) zeichnet sich für die Planung verantwortlich, die am Mittwoch, 30. Oktober, den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Stadtsanierung vorgestellt wird.

„Der Anlass war die Stärkung der Verbindung zwischen den Partnerstädten Krefeld und Venlo sowie den Städten Horst aan de Maas, Nettetal, Grefrath, Kempen und Tönisvorst durch einen Radweg für den Alltags- und Freizeitverkehr. Wir erreichen den Anschluss an die Krefelder Promenade im Osten und die bestehende Radschnellverbindung Greenport Bikeway im Westen. Bereits jetzt existiert zwischen Nettetal-Kaldenkirchen über Grefrath nach Kempen auf einer Länge von über 18 Kilometer ein Radweg, der integriert werden kann“, schilderte Wolfgang Kever vom Planungsbüro Kaulen. Wie die Stadtverwaltung weiter berichtet, wird es um Venlo und um Krefeld herum zwei Suchkorridore geben, die in Kaldenkirchen und Kempen dann auf den Bahnradweg treffen. Grundsätzlich wird zwischen einer Radschnellverbindung (Kempen – Tönisvorst – Krefeld) und einer Radhauptverbindung (Venlo – Kempen) unterschieden. Bei der Radschnellverbindung soll das Nebeneinanderfahren von zwei Radfahrern und Überholen möglich sein, eine Trennung zum Fußgängerverkehr wird gewünscht. Bei der Radhauptverbindung ist immerhin noch einseitiges Überholen auch im Vorbeifahren möglich, eine gemeinsame Führung mit Fußverkehr ist nur auf Abschnitten mit geringem Fußverkehrsaufkommen zulässig. Planungsexperte Kever: „Grundlegende Qualitätsanforderungen sind eine steigungsarme Führung auf einem qualitativ hochwertigem Belag. Es wird eine Wegweisung und mindestens innerorts Beleuchtung geben. Wir planen auch Rastplätze mit Abstellanlagen, Informationstafeln zu touristischen Angeboten und touristische Objektbeschilderung an Sehenswürdigkeiten ein.“

Auf einem Großteil der Strecke, nämlich an 158 Knotenpunkten (81 Prozent), soll der Radfahrer Vorrang haben. In Kempen und bei Kaldenkirchen soll es dafür Brücken-Neubauten geben. „Wir werden nun zunächst sehen, welche Finanzierungsmöglichkeiten sich in Düsseldorf, Berlin und Brüssel finden lassen. Daher wäre es auch nicht seriös, schon einen fixen Zeitplan aufzustellen. Es handelt sich jedoch um ein spannendes Projekt, das sicherlich auch zur weiteren Vertiefung der Städtepartnerschaft zwischen Venlo und Krefeld führen wird. In der kompletten Region können Radler, egal ob durch Muskelkraft oder mit elektronischer Unterstützung, einsteigen, man muss also nicht von Uerdingen komplett durch bis nach Venlo fahren“, so Oberbürgermeister Meyer.

Oberbürgermeister Frank Meyer (links) und sein Amtskollege Burgemeester Antoin Scholten haben bereits Ende 2015 im Rathaus in Venlo eine engere Zusammenarbeit beschlossen. Foto: Desar

„Vor allem unsere ländlichen Berufspendler werden profitieren. Es gilt, die Verbindungen intelligent zu vernetzen und auch den Einstieg in den ÖPNV zu vereinfachen“, wünscht sich Thomas Goßen, Bürgermeister von Tönisvorst. Christian Wagner, Bürgermeister aus Nettetal, freut sich ebenfalls: „Wir haben auf unserem Gebiet bekanntlich Erfahrung mit einer überörtlichen Radwegeverbindung. Es wäre toll, wenn diese auf beiden Seiten erweitert werden würde.“ Gerade für junge Menschen aus seinem Gebiet sei die Anbindung zur Fontys ein Gewinn, „so etwas fehlt uns nämlich noch.“Antoin Scholten, Bürgermeister aus Venlo, sieht auch einen psychologischen Effekt: „Plötzlich wird alles so nah, man muss nicht mehr über die Autobahn. Dieser Weg wird mehr als eine Alternative und auch den Tourismus in der Region stärken.“