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Krefeld 10.000 Euro für Restaurierung des Gartentors der Mennonitenkirche

Historische Bauten in Krefeld : 10.000 Euro für Gartentor der Mennonitenkirche

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Restaurierung des Tors aus dem 17. Jahrhundert. Die barocke Anlage besticht durch ihre Scheinarchitektur von Säulen und Pfeilern.

Sie ist ein Stück Stadtgeschichte und das älteste noch vollständig erhaltene Bauwerk in der Krefelder Innenstadt: die Toranlage zum Garten der Mennonitenkirche. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt jetzt die Restaurierung mit einem Fördervertrag über 9.724,74 Euro.

Das barocke Tor ist heute der Eingang zum Garten der Kirche an der Königstraße. Es wurde zwischen 1693 und 1696 gebaut und war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts der Hauptzugang zur Kirche. Das zweiflügelige Stichbogenportal ist in eine Backsteinmauer eingelassen und wird von einer aufwändigen Scheinarchitektur gerahmt: „aus der Flucht vortretende, gestaffelte Dreiviertel- und Halbsäulen auf Basen mit floral gestalteten Kapitellen flankieren den von Pfeilern begleiteten, profilierten Stichbogen mit floralem Relief auf dem Schlussstein. Über dem Bogen ruht auf den Säulen ein profilierter Dreiecksgiebel“, heißt es in der Ausführung der Denkmalschützer.

Besondere Merkmale sind die kugelartigen Vasen aus Naturstein. Aus der mittleren Vase scheinen schmiedeeiserne Pflanzen heraus zu wachsen. Durch das Gewicht der Schmuckkugeln haben die Vasen Risse bekommen, die Standsicherheit war nicht mehr gewährleistet.  Klaus Reymann von der Krefelder Stiftung Denkmalschutz berichtet: „Zur Restaurierung mussten die drei geschädigten Steinvasen ab- und wiederaufgebaut, profilierte Mittelstücke aus Muschelkalk hergestellt und Steinmetzarbeiten an den Vasen vorgenommen werden. Weitere Arbeiten wie der Neuversatz mit Reinigung und Retusche oder die konservatorische Bearbeitung der gesamten Toranlage mit Rissverschlussarbeiten waren eingeschlossen.“

Die Mennonitenkirche samt  Gemeindehäusern und Nebengebäuden wurde wie fast die gesamte Krefelder Innenstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das neu erbaute Gemeindehaus konnte seit 1958 genutzt werden.

Möglich wurde die Restaurierung der Toranlage durch Spenden. Erträge der Treuhandstiftungen sowie der Mittel von West Lotto aus der Lotterie Glücks-Spirale. Damit hat die privat getragene Deutsche Stiftung Denkmalschutz  allein in Nordrhein-Westfalen 500 Projekte fördern können.