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Krefed: Pächter des Jazzkellers verlängert vorzeitig seinen Vertrag

Musikszene Krefeld : Jazzkeller-Pächter bleibt bis 2026

Eine gute Nachricht in Corona-Zeiten. Bernard Bosil hat vorzeitig den Vertrag für den Kult-Club an der Lohstraße um fünf Jahre verlängert - und kräftig in neue Hygienesysteme investiert.

Es ist ein Zeichen von Optimismus, das in diesen Wochen Mut machen kann: Mitten im Lockdown und trotz aller Schwierigkeiten der Branche hat Bernard Bosil jetzt den Pachtvertrag für den Jazzkeller an der Lohstraße verlängert. Vorzeitig. Denn die Entscheidung wäre erst im August diesen Jahres fällig gewesen. „So bekloppt die Zeit auch ist: Wir machen weiter“, sagt er in seiner Neujahrsbotschaft auf Facebook. Für weitere fünf Jahre will er mit seiner Partnerin Jeanette Wolf den Kult-Club führen.

Seit 15 Jahren betreibt Bosil gemeinsam mit Jeanette Wolff den Krefelder Jazzkeller. „Wir machen die 20 voll“, sagt er. „Egal, was kommt“, und dass die Zeiten schwierig sind, ist ihm bewusst. Er rechnet auch nicht mit einer ganz schnellen Entspannung der Situation. Aber aufgeben war für den Mann, der mit ganzem Herzen „Kellerkind“ ist, keine Option. Im Oktober bereits war ihm klar: „Wir machen weiter.“ Während der Lockdownphasen hat Bosil fünfstellig investiert, hat Luftfiltersysteme angeschafft, Wasserhähne, die ohne Körperkontakt mit Sensoren funktionieren  und eine Spülmaschine, die Keimfreiheit der Gläser garantiere.

Der Jazzkeller Krefeld ist eine Kult-Stätte – seit 62 Jahren. Seit der Eröffnung am 10. April 1958 steht er für Live-Musik in der Seidenstadt.  Im Dezember 2019 ist er zum dritten mal in Folge mit dem „Applaus“-Preis ausgezeichnet worden, dem höchstdotierten Bundesmusikpreis. Mit 38.000 Euro hat die Jury das Engagement für ein qualitativ hochwertiges Live-Musik-Programm  im Jazzkeller gewürdigt. Es waren nicht die einzigen Auszeichnungen: Seit 2010 hat der Keller mehrfach den mit 5000 Euro dotierten NRW-Preis erhalten. Geld, das Bosil in das Equipment investiert hat. „Der Jazzkeller ist zwar ein kleiner Club, aber aufgestellt wie ein großer“, sagte er dazu.