Krefeld: Krebsvorsorge für Prostata

Krefeld: Krebsvorsorge für Prostata

Die Fortschritte bei der Behandlung von Prostata-Krebs haben die Vorsorge verbessert.

Viele Männer denken, sie seien nie krank. Daher mangelt es Männern häufig an einem Bewusstsein für Vorsorge. Dies gilt auch für die Früherkennung männerspezifischer Erkrankungen wie dem Prostata-Karzinom. In ihrem Drüsengewebe produziert die Prostata (Vorsteherdrüse) ein spezielles Sekret, das die Beweglichkeit der Spermien stimuliert. In diesem Gewebe bildet sich in den meisten Fällen der Prostata-Krebs. Der Tumor neigt dazu, sich entlang der Nerven- und Lymphbahnen in die Knochen auszubreiten, in denen er Metastasen bildet, die die Festigkeit der Knochen schwächen. Als Risikofaktoren für bösartigen Prostata-Krebs gelten hohes Alter, genetische Veranlagung, etwa, wenn dieser Krebs bei Verwandten ersten Grades aufgetreten ist, und falsche Ernährung.

"Nur 18 Prozent der Männer nehmen die Frühuntersuchung beim Urologen wahr", sagt Dr. Jens Westphal, Chefarzt der Klinik für Urologie des Maria-Hilf-Krankenhauses. Gerade erst hat die Klinik ihr neues Prostata-Zentrum eingerichtet, das seit November 2017 zertifiziert ist. In diesem Zentrum arbeiten Urologen, Strahlentherapeuten und Onkologen zusammen und entwickeln für Patienten mit Prostata-Krebs, "gutartiger" altersbedingter Vergrößerung oder Entzündung der Prostata ein individuelles Behandlungskonzept. Wichtiger Teil der Arbeit ist die Beratung. Zwar tritt das Prostata-Karzinom bei jüngeren Menschen unter 45 Jahren nicht so häufig auf. Bei jungen Patienten neigt der Tumor aber dazu, rasch zu wachsen. Deshalb sollten jüngere Männer ab 40 Jahren bei einer turnusmäßigen Vorsorgeuntersuchung gerade den urologischen Teil im Auge behalten, denn bei frühzeitiger Erkennung bestehen beste Heilungschancen für eine geschädigte Prostata..

Von dem bösartigen (malignen) Prostata-Tumor ist die "gutartige" (benigne) Vergrößerung der Prostata zu unterscheiden Diese schafft auch Probleme etwa beim Wasserlassen, breitet sich aber über den Kernbereich der Prostata nicht weiter aus.

Der Prostata-Krebs ist für Männer die häufigste Krebserkrankung. Hinter Lungen- und Darmkrebs steht das Prostata-Karzinom in Deutschland an dritter Stelle der zum Tode führenden Krebserkrankungen. 12.000 von 65.000 Erkrankten sterben jährlich an Prostata-Krebs. Umso unverständlicher sei, dass die Kassen den Bluttest nicht erstatten würden, der die Konzentration des in der Vorsteherdrüse Prostata-spezifischen Antigens (PSA) misst und auf einen möglichen Tumor hindeuten kann. Den 25 bis 40 Euro teuren Test würden die Patienten bisher aus eigener Tasche bezahlen, kritisiert der Leitende Oberarzt der Maria-Hilf-Urologie, Dr. Walter Batzill.

Der urologische Facharzt stellt neben PSA-Wert und Tastuntersuchung (wenn der Hausarzt dies nicht schon getan hat) vom Rectum her noch eine Ultraschall-Untersuchung von Nieren und Blase sowie einen transrektalen Ultraschalltest an. "Die Tastuntersuchung dauert etwa 30 Sekunden und ist nicht schmerzhaft", beruhigt Klinik-Chef Westphal, "Die gesamte Voruntersuchung nimmt etwa 15 Minuten ein. Es gibt keinen vernünftigen Grund, auf diese Prostatakrebs-Vorsorge zu verzichten. In den letzten 20 Jahren haben wir eine Menge Wissen dazugewonnen, was einem individualisierten Behandlungsplan zugutekommt. "

(RP)