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Kommunalbetrieb Krefeld sagt Baumsterben in der City den Kampf an

Krefeld nimmt an EU-Projekt teil : Kommunalbetrieb sagt Baumsterben in der City den Kampf an

Die Stadt Krefeld setzt auf digitale Technologien und Sensorik zur Erforschung besserer Standortbedingungen sowie neuer Bewässerungskonzepte, um das Grün in der Innenstadt zu erhalten.

Der Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) nimmt für die Stadt Krefeld an einem durch die Europäische Union geförderten Forschungsprojekt mit dem Namen Tree Mania teil. KBK-Vorstand Helmut Döpcke stellte das Interreg-Programm, das von 14 Partnern aus der deutsch-niederländischen Grenzregion durchgeführt wird, jetzt zusammen mit dem KBK-Verwaltungsratsmitglied Oberbürgermeister Frank Meyer vor. Ziel ist die Verbesserung der Lebens- und Wachstumsbedingungen von Bäumen insbesondere in innerstädtischen Lagen. Angesichts der spürbaren Klimaveränderungen mit weiterhin zu erwartenden heißen und extrem trockenen Monaten haben die Bäume neben den ohnehin schon schweren Bedingungen weitere Schwierigkeiten zu meistern, um sich im Stadtgebiet zu behaupten. Deshalb sollen die Lebensbedingungen für die Bäume verbessert werden. Dazu setzt der KBK nun digitale Technologien und Sensorik zur Erforschung besserer Standortbedingungen und neuer Bewässerungskonzepte ein.

OB Meyer versuchte zu erklären, warum dieser Aufwand lohnend und wichtig ist: „Mit den Bäumen wird die Natur für uns sichtbar und spürbar. Sie sind ganz besondere Weggefährten des Menschen und tragen insbesondere in der Innenstadt zum Wohlfühlen bei, unter anderem durch Verbesserung der Luftqualität. Mit den Bäumen leisten wir auch einen Beitrag für den Klimaschutz und die Gestaltung des grünen Stadtbildes in der Innenstadt und in den Stadtteilen.“ Döpcke erläuterte die vier verschiedenen Standorte des auf zweieinhalb Jahre ausgelegten Projekts. Der erste umfasst vier neue Feldahorn-Bäume auf dem Mittelstreifen des Ostwalls in Höhe der Endhaltestelle der K-Bahn. Hier wurde der Boden vor der Neupflanzung intensiv vorbereitet und mit Sensoren ausgestattet, die Hinweise auf die Durchlüftung des Erdreichs und den Wasserhaushalt im Wurzelbereich bieten.

Das zweite Projekt wird an der Rheinstraße im Bereich zwischen der Dionysiuskirche und dem Ostwall stattfinden. Hier soll eine Lösung für die vorhandenen Amber-Bäume gefunden werden, deren Wurzeln sehr hoch wachsen. Deshalb wird eine geeignete Änderung für die Baumscheiben angestrebt, die den Erhalt der Bäume ermöglicht, zusätzlich aber auch etwaige Stolperstellen für die Passanten verhindert.

Ein weiteres Projekt, bei dem es um das Wurzelwachstum geht, ist für die Stadtpromenade zwischen Zur Feuerwache und Trift vorgesehen. Hier wird bei den Neupflanzungen auf spezielles Boden und Baumsubstrat geachtet. Ebenso erfolgen Neupflanzungen auf dem Platz der Wiedervereinigung im Rahmen der dortigen Platzsanierung. Außerdem wird dort ein neues Bewässerungssystem auf Tauglichkeit getestet.

Auf die Ergebnisse dieser Forschungsprojekte stützen sich die Hoffnungen, künftig besser auf den Erhalt der Bäume im Stadtgebiet einwirken zu können. Allein im Jahr 2019 mussten 424 Bäume gefällt werden, viele davon waren der Trockenheit zum Opfer gefallen. Mit 482 Baumpflanzungen im Stadtgebiet in den Parks und Grünanlagen, aber auch als Straßenbäume, hat der Krefelder Kommunalbetrieb nun in diesem Jahr im Auftrag der Stadtverwaltung für mehr neues frisches Grün gesorgt. Vielfach wurden sie an den Stellen nachgepflanzt, wo zuvor Bäume gefällt werden mussten. Damit die bei der Neuanflanzung rund fünf bis sieben Meter hohen und etwa zwölf bis 15 Jahre alten Bäume nicht dasselbe Schicksal ereilt wie ihre Vorgänger, wurden die Pflanzorte entsprechend vorbereitet. Für einen innerstädtischen Baum können dabei Kosten im mittleren vierstelligen Euro-Bereich anfallen.