Königpalast Krefeld: Wohnstätte kauft Namensrecht für Tribüne

Interview mit Thomas Siegert, Vorstand der Wohnstätte AG : Köpa-Tribüne: Wohnstätte kauft Namensrecht

Die mehrheitlich städtische Wohnstätte hat in den kommenden Jahren alle Hände voll zu tun: Beispiel — Fischeln-Südwest.

Fischeln-Südwest ist das nächste Großprojekt der Wohnstätte. In welcher Reihenfolge wollen Sie das Projekt verwirklichen? Wie sieht der Zeitplan dafür aus?

Siegert Der erste Bebauungsplan Fischeln-Südwest, mit 163 Wohneinheiten, befindet sich zurzeit in der Aufstellung. Die Wohnstätte Krefeld AG unterstützt hierbei die Stadt Krefeld soweit wie möglich. Die Stadt Krefeld plant die Offenlage im September dieses Jahres. Somit könnte der Bebauungsplan Fischeln-Südwest im Jahr 2019 rechtskräftig werden. Danach soll die Wohnstätte Krefeld AG als Erschließungsträger die Erschließung des Baugebietes vornehmen.

Welchen Umfang hat das Bauvorhaben der Wohnstätte?

Siegert Bei dem geplanten Geschosswohnungsbau (87 Wohnungen) wird die Wohnstätte Krefeld AG überwiegend als Investor für den eigenen Bestand bauen. Die Einfamilienhausgrundstücke (Einzelhäuser und Doppelhaushälften) sollen ohne Bauträgerbindung an Selbstnutzer veräußert werden. Die Vermarktung der Grundstücke wird voraussichtlich 2019 /2020 erfolgen. Grundstücksinteressenten können sich bei der Wohnstätte Krefeld AG melden. Der Bewerberbogen ist auf der Internetseite der Wohnstätte Krefeld AG hinterlegt. Die weiteren zwei geplanten Bebauungspläne Fischeln-Südwest mit voraussichtlich weiteren 358 Wohneinheiten, sollen nach Fertigstellung der Umgehungsstraße entwickelt werden.

Die Wohnstätte setzt städtebauliche Akzente in Gartenstadt, in Oppum und nicht zuletzt in der Innenstadt. Wie ist die Resonanz auf Ihr Engagement? Was sagt die Branche, was sagt die Bürgerschaft?

Die Wohnstätte AG hat die Namensrechte für eine Tribüne im Königpalast gekauft. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Siegert Die Resonanz auf unsere städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen in Gartenstadt, Oppum und Linn sowie in der Innenstadt ist grundsätzlich positiv. Zuletzt hat der Präsident des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Axel Gedaschko, unser neues Verwaltungsgebäude besucht. Aber auch die Landespolitik hat sich für unsere städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen interessiert. Anfang des Jahres 2017 hat der zweite Vizepräsident des NRW Landtages, Oliver Keymis (Bündnis 90/Die Grünen), unsere Neubau- und Sanierungsmaßnahmen in Gartenstadt besucht. Bereits im Jahre 2014 hat der damalige Landesbauminister Michael Groschek (SPD) ebenfalls unsere Stadtteilsanierungsmaßnahme Gartenstadt besucht. Aus den jeweiligen Stadtteilen erhalten wir grundsätzlich eine sehr positive Resonanz, da die Investitionsmaßnahmen der Wohnstätte Krefeld die jeweiligen Stadtteile deutlich aufwerten.

Wie stellen sich die neuen Projekte wirtschaftlich dar? Stand der Vermietung, Stand der Verkäufe, Einhaltung der Baukosten und so weiter?

Siegert Grundsätzlich realisiert die Wohnstätte Krefeld AG nur Projekte, die wirtschaftlich sinnvoll sind. Die positive Geschäftsentwicklung der letzten Jahre bestätigt dies. Die im Vorfeld kalkulierten Baukosten werden in der Regel eingehalten. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Baukosten, wird dies jedoch immer schwieriger. Wir stellen immer häufiger fest, dass aufgrund der guten Auftragslage der Unternehmen kaum zu kalkulierende Kostensteigerungen auftreten. Dies wird in ansehbarer Zeit dazu führen, dass bei freifinanzierten Neubaumaßnahmen entweder die Mieten ansteigen oder dass bestimmte Bauprojekte nicht oder nicht in der gewünschten Form realisiert werden können.

Wo steht die Wohnstätte heute bei den Mietkosten?

Siegert Die Wohnstätte liegt mit einer Grundmiete von rund neun Euro pro Quadratmeter bei freifinanzierten Neubaumaßnahmen deutlich unter den Mieten, die zum Beispiel in Düsseldorf (etwa 15 Euro pro Quadratmeter) für vergleichbare Neubauwohnungen gezahlt werden müssen. Zur Wirtschaftlichkeit neuer Projekte gehört auch, dass die Projekte nach Fertigstellung vollständig vermietet sind.

Kann die Wohnstätte ihre Arbeit in diesem Tempo mit dieser Qualität fortsetzen oder sind strukturelle beziehungsweise personelle Änderungen nötig?

Siegert Die Wohnstätte Krefeld AG hat in den vergangenen sechs Jahren die strukturellen und personellen Voraussetzungen geschaffen, um dieses hohe Bauprogramm abwickeln zu können. So haben wir beispielsweise unsere Neubauabteilung von ursprünglich zwei Mitarbeitern auf sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Architekten und Bauingenieure. Aktuell müssen wir jedoch feststellen, dass sich auf Stellenausschreibungen im technischen Bereich kaum noch Bewerber melden. Dies kann auf Dauer dazu führen, dass wir unsere Arbeit nicht mit dem gewohnten Tempo durchführen können oder dass wir zukünftig bestimmte Aufgaben nicht übernehmen können. Was uns jedoch wichtig ist: dass die Qualität unserer Arbeit darunter nicht leiden darf. Von daher werden wir zukünftig immer darauf achten, wenn wir neue Aufgaben übernehmen, ob wir diese auch mit der hohen Qualität, die wir von uns selbst erwarten, umsetzen können.

Wie ist der Stand der Dinge und wie sind die Pläne für die Sanierung des Stadtwaldhauses?

Siegert Hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise für die Sanierung des Stadtwaldhauses werden die Stadt Krefeld und wir gemeinsam im September die Öffentlichkeit informieren.

Wie ist ist die Situation bei der Verwaltung des Großmarktes?

Siegert Ende des Jahres 2017 gab es die Überlegung, ob es sinnvoll ist, dass die Krefelder Bau GmbH die kaufmännische und technische Verwaltung des Großmarktes annimmt. Die Stadt Krefeld hat sich zwischenzeitlich entschieden, die kaufmännische und technische Verwaltung in Eigenregie fortzuführen. Dies können wir voll und ganz nachvollziehen. Aufgrund unserer personellen Auslastung ist die Entscheidung für uns positiv.

Welche neuen Aufgaben kommen womöglich auf die Krefelder Bau GmbH zu?

Siegert Aufgrund unserer personellen Auslastung ist es nicht geplant, dass weitere neue Aufgaben von der Krefelder Bau GmbH übernommen werden.

Inwieweit ist die Krefelder Bau GmbH als Eigentümerin noch in Sachen Köpa aktiv?

Siegert Die Krefelder Bau GmbH verpachtet weiterhin den Königpalast Krefeld an die Seidenweberhaus GmbH. Der Pachtvertrag läuft bis Ende 2034. Die Zusammenarbeit mit der Seidenweberhaus GmbH ist sehr gut. So hat sich die Wohnstätte Krefeld AG entschieden, für die Dauer von fünf Jahren die Tribünennamensrechte für eine Tribüne im Königpalast Krefeld zu übernehmen. Wir wollen damit unsere enge Verbundenheit zum Königpalast, der Seidenweberhaus GmbH und zur Stadt Krefeld zum Ausdruck bringen und sehen darin einen sehr positiven Werbeeffekt für die Wohnstätte Krefeld.

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