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Krefeld: Kölner hat Interesse an Howinol-Areal

Krefeld : Kölner hat Interesse an Howinol-Areal

Bernd Krükel von der Bauträger-GmbH Bau & Denkmalwert ist von der Uerdinger CDU auf das Projekt Rheinblick angesprochen worden. Der bisherige Eigentümer weiß vom Interesse nichts. Einen Kontakt hat es noch nicht gegeben.

Bernd Krükel von der Bauträger-GmbH Bau & Denkmalwert ist von der Uerdinger CDU auf das Projekt Rheinblick angesprochen worden. Der bisherige Eigentümer weiß vom Interesse nichts. Einen Kontakt hat es noch nicht gegeben.

Für Krefeld ist es vielleicht das Projekt des Jahrhunderts. Die Stadt soll in Uerdingen einen Zugang zum Rhein bekommen, ähnlich dem Medienhafen in Düsseldorf oder den Kranhäusern in Köln. Während für den südlichen Abschnitt mit Bauen, Gastronomie und Flächen zum Verweilen und Flanieren Bauherren mit konkreten Plänen auf das Baurecht warten und 85 Millionen Euro in die Hand nehmen wollen, hinkt die Entwicklung für den nördlichen Teil - auf dem früheren Holtz & Willemsen-Gelände - hinterher.

Damit geben sich Stadt und Politik nicht zufrieden. Hinter den Kulissen werden Kontakte geknüpft, um auch diesen Teil voranzubringen. Offenbar sehen die Planer und Entscheider die derzeitigen Grundstückseigentümer nicht in der Lage, das Projekt voranzubringen. Bernd Krükel vom Kölner Bauträger Bau & Denkmalwert erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass er von der Uerdinger CDU auf die 8000 Quadratmeter am Rheinufer angesprochen worden sei.

Mit dem jetzigen Eigentümer Hans Pall hat die Stadt bekanntermaßen Schwierigkeiten, die zur Versiegelung der Baustellen geführt hatten (wir berichteten). Krükel, der wenige Meter vom Howinol-Areal entfernt das so genannte Meistermann-Haus erworben hat, um es zu restaurieren, ist vom Vorhaben Rheinblick begeistert. Er sei mit Planungsdezernent Martin Linne im Gespräch. Der nächste Termin sei in sechs Wochen vereinbart. Mit dem bisherigen Eigentümer, der stets betont hat, seine Pläne mit Büros, Ausstellungsflächen und Gastronomie nicht aufgeben zu wollen, wolle er zunächst nicht sprechen. Es sei denn, die Stadt bitte ihn, an den Eigentümer heranzutreten.

Über das Projekt Rheinblick habe Krükel nicht nur mit den Verantwortlichen in Krefeld geredet. Er sei auch nach Hamburg gefahren, um sich mit dem Stararchitekten Hadi Teherani auszutauschen, der die Entwürfe fürs Nachbargrundstück - der früheren Spedition Müncker - geliefert hat.

Da große Teile der Gebäude auf dem Howinol-Gelände unter Denkmalschutz gestellt werden sollen, scheint Krükel als Spezialist für solche Fälle durchaus geeignet. Sein Engagement ist allerdings noch sehr ungewiss und hängt derzeit noch von vielen Faktoren ab.

Aus der Uerdinger SPD war beispielsweise zu hören, dass die Stadt Krefeld ihr Vorkaufsrecht nutzen sollte, falls Pall das für etwa 75 000 Euro von Urban NRW gekaufte Areal veräußern wolle. Das sei vor dem Verkauf an den Österreicher Pall schon einmal durch "Schlamperei in der Verwaltung" versäumt worden, heißt es aus Kreisen der Sozialdemokraten.

Krükel zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung von dieser Haltung überrascht. "Die Stadt ist im Nothaushalt", sagt er nur. Die Genossen gehen aber offenbar selbst nicht davon aus, dass die Kommune das Gelände entwickele, bebaue und vermarkte. Sie wollen eher nur sicherstellen, dass sie das Areal an einen Investor ihrer Vorstellung weitergeben können.

Ob dann im nördlichen Abschnitt wie im B-Plan vorgesehen tatsächlich nur eine Nutzung mit Büros, Schulung, Forschung, Ausstellung möglich wird, stellt auch Krükel infrage. "Darüber müsste man sicherlich noch reden." Pall beteuerte zuletzt, dass er an den Standort glaube und von einem Verkauf innerhalb von fünf Jahren kaum profitiere, da er in diesem Fall die Hälfte des Überschusses an NRW Urban abführen müsse.

(RP)