Köln meckert - Cobra 11 freut sich über Krefelder Fans

Krefeld: "Cobra 11": Freude über Fan-Andrang beim Dreh

In Köln wird meistens gemeckert – in Krefeld kamen Hunderte begeisterter Fans, als ein 52-köpfiges Filmteam einen Tag lang dreieinhalb Filmminuten an der Kaiserstraße drehte. Eine "Cobra 11"-Folge kostet bis zu einer Million Euro.

In Köln wird meistens gemeckert — in Krefeld kamen Hunderte begeisterter Fans, als ein 52-köpfiges Filmteam einen Tag lang dreieinhalb Filmminuten an der Kaiserstraße drehte. Eine "Cobra 11"-Folge kostet bis zu einer Million Euro.

Kamera läuft: Ein Mercedes rast über die Kaiserstraße und kommt vor der Villa mit der Hausnummer 244 zum Stehen. Der Fahrer reißt die Tür auf, sprintet zum Hauseingang, klingelt und rennt, als niemand aufschließt, mit gezückter Waffe in den Garten. Schnitt. Sofort herrscht geschäftiges Treiben rund um den Schauplatz. Polizisten gehen auf der Straße auf und ab, die Spurensicherung rückt an. Dabei geht von dem Mann mit der Waffe nicht die geringste Gefahr aus. Er heißt Vinzenz Kiefer, ist 34 Jahre alt und der neue zweite Hauptdarsteller der RTL-Actionserie "Alarm für Cobra 11".

Quoten-Hit seit 1996

Die Sendung über zwei Autobahnpolizisten läuft donnerstags zur besten Sendezeit und beschert dem Sender mit einer Mischung aus Verfolgungsjagden und spektakulären Explosionen seit fast 20 Jahren sehr gute Einschaltquoten. Eine 45-minütige Folge der Serie soll bis zu einer Million Euro kosten.

In Krefeld werden etwa dreieinhalb Minuten für eine Episode mit dem Arbeitstitel "1983" gedreht, die in der Frühjahrsstaffel gesendet wird. Die Folge spielt in der Vergangenheit des Serienhelden Semir Gerkhan (Erdogan Atalay), der im Verlauf der Ermittlungen in Gefahr gerät und in der Krefelder Villa gefangen gehalten wird. Für die Dreharbeiten rückte die Produktionsfirma "action concept" mit acht Lastwagen voller Technik an. Weitere drei Gefährte dienen als Versorgungsstation für das 52-köpfige Team.

Kaiserstraße im Scheinwerferlicht

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Zwei mächtige Hubarbeitswagen wurden mit Flutlichtern ausgestattet und lassen den Drehort in hellem Licht erstrahlen. Sieben Autos und ein Krankenwagen kommen in den Szenen zum Einsatz, die auf der zwischen Wilhelmshofallee und Hüttenallee teilgesperrten Kaiserstraße stehen. "Das sind Vorjahresmodelle, die uns die Hersteller zur Verfügung stellen", sagt Motiv-Aufnahmeleiter Michael Preuß, der sich um die Organisation der Dreharbeiten gekümmert hat.

Die leerstehende Krefelder Villa ist ihm von einem sogenannten Location-Scout empfohlen worden und musste für die Filmaufnahmen aufwendig hergerichtet werden: So wurde die weiße Fassade grau angestrichen, das Erdgeschoss komplett mit Möbeln ausgestattet. Im Garten baute das Team eine Kinderschaukel und ließ einen Brunnen beheizen, in dem einer der Darsteller untergetaucht wird. Große Teile der Aufnahmen entstehen im Keller, in dem ein neuer Raum entstanden ist.

Ein Fan reiste extra aus Thüringen an

Dass die Szenen immer schon nach Sekunden abgedreht sind und danach Pausen anstehen, stört die Zuschauer an den Absperrungen nicht im Geringsten. Mindestens 300 Schaulustige folgen dem Dreh, Jubel bricht immer dann aus, wenn einer der Hauptdarsteller auf die Straße tritt. "Diesen Andrang sind wir überhaupt nicht gewohnt. Das macht echt Spaß mit den Fans. Wenn wir in Köln drehen, meckern die Leute darüber nur", freut sich Serienstar Erdogan Atalay und muss zahlreiche Autogramm- und Fotowünsche erfüllen.

Einen Stift hält ihm auch Simone Reinhardt (25) hin, die extra aus Thüringen angereist ist und sich riesig über die Signaturen ihrer Idole freut. "Meine Schwester wohnt hier in Krefeld. Als sie mir von den Dreharbeiten erzählt hat, habe ich sofort die Reise geplant." Ähnlich interessiert verfolgen Heike und Lutz Großimlinghaus das Spektakel von ihrem Garten aus. "Wir haben hier schließlich einen Logenplatz."

(RP)