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Krefeld: Kita-Beiträge: Wer künftig was zahlen soll

Krefeld : Kita-Beiträge: Wer künftig was zahlen soll

Die Stadt will die Kindergartenbeiträge deutlich erhöhen, um den Haushalt zu sanieren. Das letzte Wort hat aber der Krefelder Stadtrat. Mit den unten dokumentierten Tabellen der Stadt können Eltern nachvollziehen, was es künftig kosten würde.

Kinderbetreuung in Kindertagesstätten, durch städtische Tagesmütter und im schulischen Offenen Ganztag könnte in Krefeld deutlich teurer werden. Die Stadtverwaltung hat neue Beitragstabellen erstellt. Für gut verdienende Elternpaare kann es jährlich einige tausend Euro Mehrkosten bedeuten. Nur gering belastet werden hingegen einkommensschwache Familien. Unsere Zeitung zeigt zwei Modellrechnungen:

 Geplante Kita-Beiträge für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren.
Geplante Kita-Beiträge für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren. Foto: Stadt Krefeld

Erster Fall: Eine gut verdienende Familie (zwei Kinder, 4 und 1,5 Jahre alt), deren Jahreseinkommen bei insgesamt 87 000 Euro liegt, zahlte für eine Betreuung beider Kinder bis zu 45 Stunden in der Woche bisher 350 Euro pro Monat. Zu berücksichtigen ist hier, dass man dank Geschwisterbefreiung nur für eines der Kinder, das "teurere", zahlt. Künftig kostet der Beitrag 533 Euro pro Monat. Im Jahr sind dies rund 2200 Euro Mehrkosten für diese Familie.

Zweiter Fall: Eine einkommensschwache Familie (drei Kinder, 1 Jahr, 3 Jahre 6 Jahre) mit einem Jahreseinkommen von 24 000 Euro zahlte bisher für die 45-Stundenpro-Woche-Betreuung 68 Euro pro Monat, künftig 73 Euro. Jährliche Mehrbelastung: 60 Euro.

 Bisherige Kita-Beiträge für die Betreuung von Kindern über 2 Jahren.
Bisherige Kita-Beiträge für die Betreuung von Kindern über 2 Jahren. Foto: Peters, Sebastian
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Die Modellrechnung zeigt: Familien mit gutem Einkommen werden kräftig zur Kasse gebeten. Zum Vergleich: Die geplante Erhöhung der Grundsteuer B um 13,26 Prozent bedeutet für einen Haushalt pro Jahr nur eine Mehrbelastung von 35 Euro jährlich.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede hält die neue Beitragssatzung für vertretbar. "Das wird manchem nicht gefallen, aber ich glaube, das ist leistbar", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung zuletzt. Er verweist darauf, dass man für die Kinderbetreuung in Krefeld nur für ein Kind zahlt, das mit den höchsten Beitragssätzen. Diese "Geschwisterbefreiung" werde bleiben, betonte Kathstede.

 Geplante Kita-Beiträge für die Betreuung von Kindern über 3 Jahren.
Geplante Kita-Beiträge für die Betreuung von Kindern über 3 Jahren. Foto: Peters, Sebastian

Die nach Planung der Stadt zum August 2015 startende Beitragsreform für Kindertagesstätten hat mehrere Komponenten. Die Gebühr für alle Beitragszahler soll im Schnitt um rund sieben Prozent steigen. Zeitgleich werden vier neue Einkommensstufen über der bisherigen Höchstgrenze von 61400 Euro eingeführt. Dies bedeutet, dass Elternpaare, die mehr als ein gemeinsames Einkommen von 61400 Euro haben, künftig nach Einkommen gestaffelt höhere Kita-Beiträge zahlen sollen. Weitere Änderung: Bisher zahlte man für Kinder unter zwei Jahren deutlich mehr als für Kinder über zwei Jahren - weil die Betreuungsintensität höher war. Die Stadt hebt diese Altersgrenze an: Künftig zahlt man die Mehrkosten wegen höheren Betreuungsgrads für Kinder bis zum Alter von drei Jahren. Außerdem bleibt künftig Einkommen bis 17 000 Euro beitragsfrei, um die gestiegenen Transferkosten zu berücksichtigen.

Noch ist der Plan der Stadt nicht politisch verabschiedet. Das Thema Kita-Beiträge steht heute erstmals auf der Tagesordnung der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Wahrscheinlich wird die Diskussion verschoben - noch haben nicht alle Fraktionen sich beraten.

(RP)