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Kirmesstart in Krefeld überschattet von Schläger-Verdacht​

Massive Sicherheitskräfte vor Ort : Kirmesstart in Krefeld überschattet von Schläger-Verdacht

Es kursiert der Verdacht in Krefeld, dass sich Jugendliche auf der gerade eröffneten Sprödentalkirmes zu Schlägereien verabredet haben. Zeugen, die davon Wind bekommen haben, alarmierten die Polizei – die reagiert mit massiver Präsenz.

Der Auftakt der ersten Kirmes nach Corona auf dem Sprödentalplatz war überschattet von Gerüchten, dass sich Jugendliche in sozialen Netzwerken verabredet hätten, sich nach Einbruch der Dunkelheit auf der Kirmes eine Schlägerei zu liefern. Zeugen hatten auch der Polizei davon berichtet. Die wollte kein Risiko eingehen und war am Freitag ab Eröffnung der Kirmes mit massiven Kräften einer Hundertschaft vor Ort. Zugleich war der Kirmesauftakt ein fröhliches, bei bestem Wetter gut besuchtes Ereignis, zu dem auch viele Familien mit Kindern kamen.

Wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage am Abend erläuterte, habe man von Zeugen gehört, dass es solche  Verabredungen zu Schlägereien gebe. Wo und wie diese Verabredungen getroffen werden, sei unklar. Bisher sind wohl nur Gerüchte bekannt, die „rund“ sind, auf Schulhöfen kursieren und von Schülern intensiv diskutiert werden. Die gewaltbereiten Gruppen sollen demnach  aus Krefeld selbst, aber auch aus Düsseldorf, Duisburg und Essen anreisen.

Die Polizei wollte trotz der vagen Hinweise kein Risiko eingehen und zeigte sich vor und auf dem Sprödentalplatz mit massiven Kräften, um jeden Anflug von Gewalt im Keim zu ersticken.

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Auch eine Stadtsprecherin bestätigte, dass die Präsenz von Polizei und Sicherheitsdienst vor allem an den beiden Tagen mit Feuerwerk größer sei als sonst. Bestätigt wurde von der Stadt auch der Umstand, dass es Gerüchte über verabredete Schlägereien gebe. Aus der Vergangenheit sei auch bekannt, dass Schlägergruppen gar nicht erst auf der Kirmes aufgetaucht seien, weil sie von der Präsenz zahlreicher Sicherheitskräfte erfahren hätten.

Der jüngste massive Vorfall auf einer Kirmes fand am Freitag vor einer Woche in Mönchengladbach-Rheydt statt. Dort hatte eine Gruppe von Jugendlichen randaliert und sich aggressiv gegenüber anderen Besuchern verhalten. Mindestens ein Dutzend zum Teil minderjährige Jugendliche erhielten in Rheydt einen Platzverweis.

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Jenseits der beunruhigenden Gerüchte war der Kirmesauftakt in Krefeld ein ausgelassenes, von vielen Familien besuchtes Ereignis. Nach zwei Jahren Corona-Pause stehen wieder 120 Schausteller und Imbissbuden auf dem Sprödentalplatz. Highlight dieses Jahr: Eine der längsten transportablen Achterbahnen der Welt dreht in Krefeld ihre Runden. Auch das Riesenrad kehrt zurück.

Die Kirmes läuft vom 13. bis zum 22. Mai, am 20. Mai findet wie am Eröffnungstag gegen 22 Uhr ein Höhenfeuerwerk statt. Am Donnerstag ist Familientag. Am 17. Mai gegen 14 Uhr gibt es einen Kirmesrundgang für Kinder des Stups und des Heilpädagogischen Zentrums Krefeld.